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WEG II: Rückblick Season #1

Aller Anfang ist schwer und so stand auch die WEG in ihrer ersten Saison Anfang 2005 nicht sofort im unmittelbaren Rampenlicht. Für acht CS-Teams und sechzehn WC3-Spieler begann mit dem 30. Januar eine Erfahrung der besonderen Art: In zwei Monaten sollten die Besten unter ihnen ermittelt werden, insgesamt ging es – neben der Erfahrung und dem Spaß versteht sich – um ein Gesamtpreisgeld von $140.000. Aufgeteilt wurde dieses auf die beiden Disziplinen Counter-Strike ($95.000) und Warcraft III TFT ($45.000).

Teilnehmer

Einer der Hauptkritikpunkte der Community war von Beginn an das Teilnehmerfeld. Während bei Counter-Strike zwar internationale Teams wie NoA, mousesports oder Team GamerCo positiv zu bewerten waren, so waren die vier asiatischen Teams, Maven auf Grund früherer Leistungen bei der WCG ausgenommen, wohl eher ein Zugeständnis an die Zuschauer des Austragungslands China. Anders in der Disziplin WC3, dort gelten insbesondere asiatische Spieler, auch bzw. gerade in Europa, als sehr disziplinierte und erfolgreiche Spieler. Mit HeMaN, ToD, Deadman, Shortround und Insomnia standen den asiatischen Shootingstars wie Zacard oder Moon dennoch sehr gute internationale Vertreter gegenüber.

Turnierverlauf – Counter-Strike

Gespielt wurde in einem etwas ungewöhnlichen System aus zwei Gruppenphasen, mit anschließenden Playoffs.

Überraschend stark startete mousesports in das Turnier. In der ersten Gruppenphase blieben sie von allen acht Teams als einziges ohne Niederlage. Gegner wie Maven und Team GamerCo schlugen sie souverän. Überraschend war das Abschneiden des chinesischen Teams wNv, die sowohl Maven als auch Team GamerCo besiegen konnten.

Für den damals frischen CPL-Gewinner NoA lief der Start ins Turnier alles andere als glücklich: Man unterlag den Four Kings mit 11 zu 13. Dieser Schock wirkte jedoch heilend, die beiden verbliebenen Spiele holten sie souverän und sicherten sich damit den ersten Platz ihrer Gruppe. Auf Rang zwei landeten Four Kings, gefolgt von ABIT-STRIKE und dem punktlosen Team Flux.

Zur zweiten Gruppenphase wurden die jeweils zwei- und drittplatzierten Teams einer Gruppe mit denen der anderen Gruppe getauscht. Anschließend wurde innerhalb der Gruppen erneut jeder-gegen-jeden gespielt, wobei die Punkte aus Phase eins den Teams erhalten blieben.

Weiterhin als Ausfall erwiesen sich hierbei die Spieler von Team GamerCo. Auch wNv war das Glück von da an alles andere als wohl gesonnen: Sie verloren jedes ihrer drei Spiele in der zweiten Phase. Für den deutschen Vertreter erwiesen sich die Four Kings als erster kleiner Stolperstein (10 zu 13). Diese zeigten sich in bestechender Form und konnten, ebenso wie NoA, alle ihrer drei Spiele für sich entscheiden.

Damit ergaben sich für das Halbfinale die Partien 4Kings gegen Team GamerCo und NoA gegen mousesports. Letztere konnten trotz ihres Spielerwechsels in der zweiten Gruppenphase (Hare kam für gore) nicht mit den routiniert aufspielenden Jungs um elemeNt mithalten und unterlagen ihnen im Halbfinale klar mit 0 zu 2 nach Maps. Spannender als erwartet und über volle drei Maps gehend erwies sich das Spiel zwischen GamerCo und Four Kings, erneut mit dem besseren Ende für Four Kings.

Im großen Finale, mit einem Preisgeld von $50.000 für den Gewinner, geriet NoA anfangs auf dust2 unerwartet in Rückstand und mussten sich schließlich auf ihr geschlagen geben. Dies deklarierten sie jedoch als Ausrutscher und unterstrichen dies mit deutlichen Siegen auf nuke (13 zu 5) und train (13 zu 8). Im kleinen Finale, immerhin mit $10.000 Preisgeld dotiert, gewann mousesports auf beiden Maps knapp und beendete damit ihre WEG-Saison auf einem dritten Platz. Erneut ein Turnierergebnis, das ihren Ruf „des ewig dritten“ erneut stärkt.

Turnierverlauf Warcraft III

Wie in Counter-Strike wurde auch bei Warcraft III auf ein System von zwei Gruppenphasen mit anschließenden Playoffs zurückgegriffen. In der ersten Phase, mit jeweils 4 Gruppen á 4 Spielern, konnten die asiatischen Favoriten Zacard und Moon bereits aus dem Vollen schöpfen und sicherten sich, jeweils ohne eine Niederlage, Platz eins ihrer Gruppe. Für die Spieler von SK Gaming hingegen gab es kaum etwas zu gewinnen: Die drei Spieler MaDFroG, Sweet und Insomnia beendeten die Gruppenphase auf dem jeweils letzten Platz ihrer Gruppe, lediglich der vierte SK-Spieler HeMaN konnte mit einem Gruppensieg das Gesamtbild noch etwas aufhellen. In der Form doch etwas überraschend war das Abschneiden der nicht-asiatischen Spieler, von sechs gestarteten haben sich lediglich zwei (Shortround und HeMaN) für die zweite Gruppenphase qualifiziert.

Für die Anhänger der Beiden gab es dort jedoch wenig zu lachen. Beide flogen aus dem Turnier raus, HeMaN ohne einen weiteren Sieg und Shortround konnte lediglich Punkte im Spiel gegen HeMaN holen. Die bereits erwähnten Spieler Zacard und Moon hingegen ließen weiterhin nichts anbrennen und konnten erneut ihre drei Spiele gewinnen. Die weiteren Plätze für die Playoffs konnten sich Sky, einer der besten chinesischen Human-Spieler, und MagicYang, ein bis dato in Europa eher unbekannter Spieler, sichern.

Die bereits angesprochene Klasse Skys bekam Zacard dann auch im Halbfinale zu spüren, Sky unterlag Zacard nur knapp mit 2 zu 3 und konnte anschließend im Spiel um den dritten Platz nach einem 3 zu 0 Sieg über MagicYang doch noch jubeln.

Im mit $20.000 dotierten Finale kam es schließlich zum Kampf zwischen den WC3-Giganten Zacard und Moon. Wie im gesamten Turnierverlauf zuvor schaffte Moon es auch hier, ohne die Abgabe einer einzigen Map, zu triumphieren. Mit seinem Sieg wurde auch den vorab in der Community geäußerten Bedenken bezüglich der Chancengleichheit zwischen Nachtelfen (Moon) und Orcs (Zacard) eine Absage erteilt.

Fazit

Wenig Negatives war während des Events von den Teilnehmern zu vernehmen, nach ihrer Heimkehr sprachen die Meisten der Spieler meist von einem einmalig erfahrungsreichen Erlebnis, also auch für die Verlierer ein Gewinn. Jede Medaille hat jedoch auch eine Kehrseite. Bei dem für mousesports spielendem gore zeigte sich zum Beispiel, welche physischen und psychischen Probleme sich mit der großen Distanz zur Heimat und damit verbundenen Trennung von Freunden und Familie auftun können.

Der stark internationale Charakter des Turniers sorgte in Deutschland für ein gewisses Mitfiebern mit „unserem“ Vertreter mousesports, ähnlich wie bei den WCG. Aus europäischer Sicht etwas ungewöhnlich war der Coverageansatz der Veranstalter: Statt Livebots, WaaarghTV und HLTV gab es lediglich die TV-Ausstrahlung der Spiele aus Korea als VOD (Video on Demand).

Das ein solches Event auch Auswirkungen auf das Wechselkarussell haben kann stellte mousesports unter Beweis. Das starke Aufspielen Moons beeindruckte das Management wohl derart, dass einige Tage vor dem großen Finale dieser offiziell verpflichtet wurde.

Mit der ersten Saison konnten die WEG-Organisatoren unter Beweis stellen, dass die WEG für Topspieler und Zuschauer in der Welt gleichermaßen interessant sein kann. An Kritikpunkten wie dem Teilnehmerfeld haben sie bereits gearbeitet. Die Bedeutung des Events wird in der Community mitunter auch am Preisgeld festgemacht, dank einer Erhöhung von $140.000 auf $400.000$ wird die Lücke zur CPL World Tour und den World Cyber Games auch an diesem Punkt deutlich kleiner.

  1. sQisheee #1
    sky= chinese =D
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