Die World e-Sport Games sollen neue Maßstäbe im asiatischen eSport setzen und als „oberste Spielklasse“ für die weltweit besten Spieler gelten. Sie sollen für den eSport das sein, was die NBA für den Basketball oder die FIFA für den Fußball ist: die größte und wichtigste Liga im eSport. So lautet zumindest die offizielle Zielsetzung der hinter den WEG stehenden Firma I-StarZone Co. Ltd.
Die ersten Akzente setze Chief Executive Officer (CEO) Paul Chung mit den WEG 2004, die aber anders als es man vom Namen erwarten würde, weitaus nationaler gewesen sind. Im August 2004 nahmen in der chinesischen Hauptstadt Beijing 50 Spieler am ersten WEG-Turnier teil, das mit einem Preisgeld von 120.000 Yuan (ca. 11.500 €) dotiert gewesen ist. Rund 30.000 Zuschauer verfolgten das Spektakel nach eigenen Angaben.
Im Jahr 2005 wurde man schließlich dem Namen gerecht und veranstaltet vom 28. Januar bis zum 20. März das erste große internationale Turnier, das gleich von Beginn an eine große Tragweite hatte. Weltweit bekannte CS-Teams wie NoA, Four Kings oder mousesports reisten für sechs Wochen nach Südkorea, um an dem mit $95.000 dotierten Turnier teilzunehmen. Vor allem aber sorgte WarCraft 3 TFT für große Aufregung, weil an dem $45.000-Turnier nicht nur die asiatischen Stars wie Zacard oder Moon teilnahmen, sondern auch berühmte europäische Spieler.
Gerade für die europäischen und amerikanischen Spieler waren die WEG eine völlig andere Erfahrung, weil sie sich über einen sehr langen Zeitraum in einem fremden Land befanden. Hinzu kam, dass die Spieler nicht in einem Hotel untergebracht wurden, sondern in einem eigens für die WEG eingerichtetem Spielerdorf. Für über sechs Wochen drehte sich das Leben der Spieler nur um den eSport, geprägt durch ein großes, begeistertes Publikum.
Mit der zweiten Saison der WEG versucht man den gerade für die europäischen und amerikanischen Spieler extremen Bedingungen entgegen zu wirken, indem man nicht nur das Spielerdorf zentraler legte, sondern auch die Turnierzeit auf fünf Wochen verkürzte. Dies war aber auch der einzige wesentliche Aspekt, den man für die zweiten der insgesamt vier diesjährigen WEG verkleinerte.
So trumpft die zweite Auflage der WEG nicht nur durch eine größere Spieleranzahl auf, sondern auch durch ein immens gestiegenes Preisgeld. Verteilte man in der ersten Saison noch insgesamt $140.000, erhöhte man den Anreiz für die Spieler in der zweiten auf rund $400.000. Konsequenterweise findet sich erneut eine Fülle von internationalen Stars vom 29. Mai bis zum 3. Juli in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ein.
Ein wahres Spektakel sind die WEG aber auch in China, das für die Koreaner ein äußerst wichtiger Markt geworden ist. Dank der zahlreichen Partner übertragen eine Reihe von Sendern die Spiele live im Fernsehen. Ein Video on Demand Service sorgt genau wie in der vorangegangen Saison dafür, dass die Übertragungen der Spiele weltweit abrufbar sind.
Noch zwei weitere Turniere will I-StarZone in diesem Jahr veranstalten, ab der nächsten Saison sogar mit kontinentalen Qualifikationsturnieren. Einer der neuen Partner steht bereits fest. Die bekannte deutsche Firma Freaks4u wird sich aller Voraussicht nach um die Austragung des europäischen Qualifikationsturniers kümmern.
Gerüchten zu Folge will sich aber I-StarZone längerfristig nicht mit einem europäischen Qualifikationsturnier zufrieden geben, sondern erwägt für das kommende Jahr sogar eine Verlagerung der WEG nach Europa, zumindest für eine Saison.