Lange Zeit ist es her, dass das Team64 von Massud gegründet wurde. Mit dem Sponsoring des Prozessorenherstellers AMD schaffte er eine förderliche Grundlage um ein gutes und viel versprechendes Team um sich herum aufzubauen. Mit einem Team bestehend aus Gladiator, silent, Jason, Kapio, fleks hatte man Spieler im Lineup, die eindeutig zu den besten ihres Faches gehören. Mit diesem Team wollte man sich allmählich international etablieren. Als das Counter-Strike Team im letzten Jahr die Möglichkeit bekam, an zwei Qualifiern teilzunehmen, um sich für die CPL Summer ’04 zu qualifizieren, scheiterte es einmal in Jugoslawien an den Russen von Virtus.Pro, in Bilbao dann an Mousesports. Anschließend mussten diese Spieler den Clan verlassen, da sie angeblich nicht gut genug waren – dass Gladiator und silent am letzten Wochenende die ESL Pro Series gewonnen haben, Gladiator zusätzlich noch als Most Valuable Player nominiert wurde und Roman nebenbei zum MVP gekürt wurde sei nur nebenbei erwähnt. Alle spielten sie mal bei Team64 und wurden wegen ausbleibenden Erfolgen auch erfolgreich aus dem Team entfernt.
Das neue Lineup bestehend aus CHEF-KOCH, sabotage, chief, monsta und hack hatte sehr wohl Potenzial den Durchbruch zu schaffen, doch bis jetzt reichte es nach zahlreichen Lineupwechseln zu nur einem einzigen Erfolg – den NGL-Finals ’05. In der ESL Pro Series wurde man in der sechsten Saison „nur“ Neunter und hatte am Ende ganze acht Punkte Rückstand auf den vierten Platz, der zur Teilnahme an den Finals berechtigt hätte. Nun verlässt auch der einstige Nationalspieler CHEF-KOCH das Team. Dieser war eigentlich das Herz und der Kopf des Teams. Auf den EPS-Finals der fünften Saison beklagte er noch, dass sich das ganze Team auf ihn verlässt und auf ihn baut. Wenn er „in der Runde down gehen“ würde, würde man kopflos wild umher laufen und nicht wissen, was zu tun ist. Wenn das immer noch so sein sollte, hinterlässt er eine Lücke, bei der es schwer fällt, sie zu füllen. Nur andere Urgesteine wie eben Gladiator oder Roman wären im Stande das Loch zu stopfen und das Team vielleicht wieder zu einem Top-Team zu formen. Aber wieso sollten sie sich dazu verleiten lassen, ihre jetzigen Teams zu verlassen, nur um womöglich einen Scherbenhaufen namens Team64.AMD zu leiten und sich mit den Problemen, die dort herrschen, auseinanderzusetzen?
Aber nicht nur Counter-Strike soll hier fokusiert werden. Im letzten Monat verlor der Clan den eigentlichen Garant für die Erfolge – das WarCraft III-Team rund um Trimble, das zum Konkurrenten fnatic wechselte. Das Management wusste die großen Leistungen nicht zu würdigen und konnte das Team in der letzten WC3L-Saison nur schwer halten. Es kam aber wie es kommen musste. Europäische Topspieler stellen eben Forderungen, die das Team64 eigentlich erfüllen konnte – doch sie verschießen ihr Potenzial anderweitig. Würde man langfristig bauen, hätte man dieses Team nie und nimmer ziehen lassen dürfen und ihre Forderungen größtenteils erfüllt. Ich wage sogar zu sagen, dass es das beste Team ist, das nur aus Europäern besteht – die 4Kings mal außer Acht gelassen, die mit Fov einen Koreaner in ihrem Lineup haben.
Aber auch das Fifa-Team lässt stark zu wünschen übrig. Die Erfolgsgaranten haben in der letzten Saison stark geschwächelt und sind zwar Sechster geworden, hatten aber dennoch acht Punkte Rückstand auf mousesports, welche den vierten Platz belegten. War es die neue Version ’05, waren es die Top-Spieler in Form von Emrah, Engin, Erdogarn und Danielinho, die den Clan verließen – man weiß es nicht. Aber man weiß, dass man die Qualifikation verpasste und es sehr schwer wird, den Vorsprung, den andere Teams haben, aufzuholen. aTTax‘ klasse Einzelspieler oder mTws Teamgeist; was hat das Team64 dem entgegenzusetzen? Genau – nichts, und deswegen wird man auch in der nächsten Saison nichts reißen, wenn man ohne OTB spielen wird. Die technisch versierten Spieler anderer Clans beherrschen das Spiel bereits und wie Adonis in einem Interview bereits sagte – „Die mittelmäßigen werden auch ohne OTB im Mittelmaß bleiben, denn sie sind allesamt keine großen Techniker.
Und so sehr es womöglich schmerzt, das Urteil auszusprechen oder zur Kenntnis zu nehmen – mehr als Mittelmaß wird das Team64 in Zukunft nicht sein. Sie wissen eben wie man herausragendes Potenzial einfach vergrault. Eigentlich schade, denn es hätte was werden können.