Seit nun rund einem halben Jahr spielt beim erfolgreichen Unternehmen SK Gaming ein dänisches CS-Team. Die Dänen sollten an die Erfolge des berüchtigten schwedischen Teams anschließen, jedoch konnte man weder Fans noch Management überzeugen. So schien SK.dk immer schlechter zu werden, sodass SK Gaming reagierte und vor wenigen Wochen wieder ein schwedisches Team aufnahm. In der Qualifikation zum ESWC wurde SK.dk lediglich Zweiter, hinter Clan-IT. Nur durch den Verzicht von TheTitans auf den Slot des Titelverteidigers konnte SK.dk überhaupt an diesem europäischen Spitzenturnier teilnehmen. Als niemand mehr mit ihnen rechnete, schlug das Team überraschend zurück. readmore.de zog Jonas SK|wHimp Svendsen zur Seite und unterhielt sich ausführlich mit dem 17 jährigen Dänen.
Entwicklung im Team
Anders als bei anderen Teams, war es nicht das Zusammenspiel oder die Taktiken gewesen, die bei SK.dk nicht richtig funktionierten. „Unsere Taktiken waren nie schlecht gewesen. Wir mussten an unseren individuellen Leistungen arbeiten, denn wenn wir nicht in der Lage sind, einen Gegner zu töten, hilft uns auch die beste Taktik nicht“, berichtet Jonas. So trainierte das Team rund vier bis fünf Stunden täglich zusammen als Team, um dann anschließend zwei bis drei Stunden mit Mixteams und in Gathers zu spielen. „In einem Gather spielt man weniger überlegt und dadurch weitaus aggressiver. Das Spiel ist geprägt von Einzelleistungen und daher nützlicher, um sich individuell zu verbessern“, erzählt wHimp.
Auch bei der Mentalität der Spieler scheint sich etwas verändert zu haben: „Früher haben wir nach jeder verlorenen Runde immer darüber nachgedacht, was wir falsch gemacht haben, anstatt uns auf das Spiel zu konzentrieren. Mittlerweile stecken wir verlorene Runden viel besser weg und motivieren uns mehr im Spiel.“
Vor allem aber hat sich das Team deutlich in dem Turnier steigern können. „Zu Beginn haben wir strickt unsere Taktiken runtergespielt, aber es reicht schon eine falsche Flash aus, um die ganze Runde auf den Kopf zu stellen. Daraufhin haben wir uns nach den ersten Spielen zusammen gesetzt und uns dazu entschlossen, ein wenig flexibler und spontaner zu sein“, berichtet Jonas. Er ist ein wenig heiser, da SK.dk im Vergleich zu vorherigen Events lauter im Spiel geworden ist, um die Kommunikation zu verbessern.
Die Rolle des Drucks
Entscheidend für die Steigerung des Teams ist aber der geringere Druck, der nun auf ihnen lastet. „Als wir zu SK kamen, war der Druck riesig gewesen. Jeder erwartete von uns, dass wir an den Leistungen vom ehemaligen schwedischen Team anknüpfen würden“, erzählt wHimp. Seit SK Gaming wieder ein schwedisches Team besitzt, können die Dänen befreiter spielen, da keiner von ihnen mehr richtige Leistungen erwartet.
„Vergleichbar ist das mit den Problemen von NiP. Selbst als im alten Team die besten Spieler der Welt zusammen spielten, gelang es ihnen nicht, die Turniere zu gewinnen. Sie hatten den Druck der Legende von NiP zu tragen und machen sich damit selber verrückt“, analysiert Jonas. So haben in seinen Augen die neuen Spieler zet und ins ebenso wenig internationale Erfahrung wie zonic bei seinem Team, sodass er durchaus die Probleme nachvollziehen kann. wHimp glaubt, dass der Druck jetzt sogar noch höher sein muss als bei dem ersten Team.
Ein Spieler bei SK Gaming
Jonas Svendsen hatte eigentlich schon mit Counter-Strike aufgehört als das Angebot von SK Gaming kam. „Ich konnte einfach nicht nein sagen, als mir SK das Gehalt und den ganzen Support anbot“, gesteht wHimp ein. Er wirkt sehr beeindruckt von der Professionalität eines Unternehmens wie SK und scheint manchmal sogar ein schlechtes Gewissen zu haben, die in ihn gesetzten Erwartungen nicht immer erfüllt zu haben.
Monatlich findet ein Meeting zwischen spx und TheSlash oder Griff statt, in dem sie sich über den aktuellen Status unterhalten. Mit bds haben die Spieler bislang kaum geredet. „Es ist wirklich sehr gut, für SK spielen zu können“, meint Jonas, ohne dass es überzogen wirkt.
Einblick in das Privatleben
Mit 17 Jahren ist Jonas Svendsen einer der jüngsten CS-Spieler auf diesem Spitzenlevel. Durch die Schule, seine Freundin und nicht zuletzt Counter-Strike ist sein Leben sehr ausgefüllt. Das meiste von seinem verdienten Geld spart er, zumal er bei seinen Eltern lebt und keine großen, laufenden Kosten hat. „Ab und zu kaufe ich aber auch meiner Freundin ein Geschenk von meinem Geld“, erzählt wHimp. „eGene kauft sich gerne teure Sachen von seinem Geld und manche leben bereits mit Hilfe von staatlicher Unterstützung für Studenten davon“, führt er weiter fort. Im Vergleich zu seinen Klassenkameraden hat er durch das Spielen das drei- oder vierfache Geld im Monat zur Verfügung.
Nach dem Sommer geht das zweite Jahr auf der Oberschule für ihn los. Bereits jetzt wirkt Jonas ziemlich nachdenklich, ob sich dann das CS-Spielen noch zeitlich mit der Schule vereinbaren lässt.
SK.swe und die Zukunft der Dänen
Von der Aufnahme des schwedischen Teams erfuhren die dänischen Spieler erst sehr spät, ungefähr einen Tag vor den offiziellen News. Bereits im Vorfeld haben sie die Gerüchte um 1911 mitbekommen. „Wir haben es eben erst erfahren als es wirklich offiziell und sicher gewesen ist. Ich kann auch durchaus nachvollziehen, dass SK Gaming diesen Schritt hat gehen müssen, weil wir einfach nicht die Leistungen erbracht haben, die man von einem SK-Team erwarten muss“, erklärt der junge Däne. Ob es zu einer Vertragsverlängerung kommt, ist ungewiss. „Vielleicht verlängert man den Vertrag, wenn wir hier unter die Top3 kommen und uns für die WCG qualifizieren, aber das ist wie gesagt derzeit unklar“, erzählt Jonas ein wenig bedenklich. Man merkt ihm an, dass er gerne weiter für SK spielen würde, aber momentan an dieser Möglichkeit zweifelt.
Er könne sich durchaus vorstellen, später sein Geld im eSport zu verdienen, möchte aber dabei kein Risko eingehen. „Es wäre schon super, wenn ich zukünftig als Coach oder professioneller Spieler mein Geld verdienen könnte, aber darauf verlassen möchte ich mich nicht“, erklärt Jonas abschließend.