Einst war man das Vorbild für jeden deutschen Clan, der Vorreiter des eSport, das Wahrzeichen für Professionalität und Erfolg. Viel ist mTw vom Heiligenschein nicht geblieben – das Image des Traditionsclans hat in den vergangen Monaten und Jahren stark gelitten. Oft wirkte mTw ein wenig unbeholfen bei dem Versuch, so erfolgreich wie SK zu werden und verlor dadurch einen Großteil der Fans. Die legendären Zeiten mit Leuten wie Cracken, hazz und koj wurden längst von unzähligen zerbrochenen und erfolglosen CS-Teams und den ständigen Fehlgriffen nach Schweden verdrängt. Auch in WarCraft 3 lief es in den vergangenen Monaten nicht mehr so rund wie früher, selbst wenn die Aussichten auf die neue WC3L-Saison ein wenig freundlicher aussehen. Die Erfolge des FIFA-Teams sind zwar durchaus beeindruckend, aber FIFA ist in Augen vieler weiterhin eine Randsportart.
Immerhin besitzt mTw nun wieder die finanziellen Möglichkeiten, aktiver im eSport zu agieren, nachdem man rund zwei Jahre lang auf der Stelle getreten ist. Die Liste der Partner und Sponsoren wirkt beeindruckend – mTw jedoch immer noch nicht. Wenn man auf mymTw.com surft, dann hat man nicht das Gefühl gerade einen großen, mächtigen Clan wie SK Gaming zu sehen. Das letzte, zerrupfte schwedische Team trägt seinen Teil dazu bei, dass mTw international nicht so richtig ernst genommen wird.
Fast könnte man sagen, dass die Aufnahme des ehemaligen DkH-Teams wieder eine peinliche Geschichte gewesen ist, denn immerhin zieht man dadurch den Vizemeister runter in die EAS. So misslungen der erneute Start in die deutsche CS-Szene auf den ersten Blick wirkt, umso wertvoller könnte er für mTw sein. Es bietet sich die einmalige Chance, das angeschlagene Image endlich wieder aufzupolieren und nicht nur auf dem Papier, sondern in den Köpfen der Szene als groß zu gelten.
Die sechs Spieler bringen gleich von Beginn an viel Sympathie in das Haus mTw. Galten sie am Anfang der sechsten Saison der EPS noch als ein zusammen gewürfelter Haufen von unbeliebten Spielern, wuchsen sie unter der Flagge von DkH zu einer Einheit zusammen. Der stetige Anstieg der Leistungen und das dramatische EPS-Finale bewegte viele, weil es nicht zuletzt auch eine kleine Wundergeschichte verstoßener Kinder gewesen ist.
Selbst die Spekulationen über den Wechsel zu SK Gaming oder mTw schadeten dem Image der Spieler nicht merklich. Die Öffentlichkeit akzeptierte erstaunlicherweise diesen erfolgsorientierten Entschluss. Es wurde viel spekuliert und geredet, bis man schließlich bei mTw landete und konsequenterweise kurz darauf in der EAS. Während nur Wenige den Abstieg von mTw bemitleideten, empfinden doch viele Wehmut, den Vizemeister nicht in der siebten Saison der EPS spielen sehen zu dürfen.
Wenn es dem Team gelingt, in anderen Ligen durch gute Leistungen zu überzeugen, dann wird man in den kommenden Monaten immer wieder davon hören, dass die Tabelle der EPS anders aussehen, wenn doch, ach wenn doch mTw nur mit dabei wäre. Das Team muss sich erst wieder hochspielen, es muss Durchhaltevermögen auf seinem beschwerlichen Weg zeigen und dabei wird es nicht nur für sich, sondern auch automatisch für das angeschlagene mTw kämpfen.
mTw ist in Sachen CS tief gefallen. Dieses Team und sein Weg durch die EAS können jedoch dafür sorgen, dass mTw es als Clan in den Augen der Fans auch wieder verdient hat, oben mitzuspielen und es sich nicht nur einfach erkauft hat. Das neue CS-Team kann mTw nicht nur wieder den Erfolg zurückgeben, sondern auch die letzte Zutat, um endlich wieder richtig groß zu sein: ein gutes Image.
Update: Da macman kein neues Team für die kommende Saison der EPS gefunden hat und damit sein EPS-Slot (SK / pandora) verfällt, rutscht mTw in der Tabelle einen Platz nach oben und darf die Relegation spielen. mTw ist damit, anders als es gestern noch angekündigt wurde, noch nicht abgestiegen und hat die Möglichkeit, sich für die EPS VII zu qualifizieren.