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CPL mit der Qual der Wahl

… über hausgemachte Probleme der CPL

Auch wenn die CPL nie eine Gelegenheit links liegen lässt, der ganzen Welt zu verkünden, wie sehr sie den eSport nach vorne bringt, hat sie erneut mit ihrer eigenen Entscheidung allen das Gegenteil bewiesen. Die Rede ist hierbei von der Wahl und Bekanntgabe des Teamspiels für die zweite Saison der CPL World Tour, in deren Mittelpunkt Counter-Strike stehen wird.

Das richtige Timing und ein glückliches Händchen scheint der CPL zu fehlen: Als CS:Source gerade neu, wenig erprobt und allgemein alles andere als anerkannt, geschweige denn beliebt war, versuchte die CPL es über Nebenturniere auf World Tour Stops ins Rampenlicht zu zerren. Die Zeit war damals noch nicht reif für CS:S und noch heute ist dieses Spiel alles andere als ausgereift, verglichen mit CS 1.6. Dennoch gab es in den Köpfen der Spieler und der CS-Community mittlerweile ein Umdenken bezüglich des anfänglich stiefmütterlich behandelten „Nachfolgers“.

Ein Zuschauer-Modus wurde von Valve nachgereicht und zahlreiche Updates zeugen von der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Spiels. Doch nicht nur an dieser Front tut sich etwas: Auch die Zahl der CS:S-Teams wächst nicht nur in Amerika spürbar, wo die CPL nicht zuletzt durch die CAL schnell ein breites Fundament für CS:S geschaffen hat. In Deutschland ist CS:S noch kein Thema für große Ligen und die Alterseinstufung würde derzeit zum Beispiel auch eine Aufnahme in die EPS verhindern. Dennoch haben zwei deutsche CS:S-Teams den Flug auf die Summer Championships gewagt, wobei mTw eine böse Überraschung erlebte und dRagonz mit einem vierten Platz unter starken Amerikanern abschloss.

Für ihren damaligen Mut aber auch für ihre Naivität musste die CPL viele Schläge einstecken – zum Teil auch zurecht. Noch heute ist Painkiller ein eher unfertiges Spiel und auch auf CS:S als Turnierspiel wurde bereits frühzeitig auf WT-Stops der ersten Saison verzichtet. Um massenkompatibel zu sein und einen Großteil der Spieler hinter sich zu bringen, greift man nun auf CS zurück. Zwar eine von der Menge begrüßte Entscheidung, doch vielleicht wählt ja die Community für sich nicht immer das aus, was aus einer anderen Perspektive das Bessere wäre? Versucht die CPL jetzt gerade zu biegen, was sie damals falsch gemacht hat?

Zwar wurden bisher nur wenige Details der zweiten Saison bekannt gegeben, doch für das Winter Event und ein großes von der CAL ausgerichtetes Turnier ist CS 1.6 festgesetzt. Ob es damit auf dem Winter Event oder anderen Veranstaltungen der CPL 2006 zu einem Nebeneinander von 1.6 und Source kommen wird, wie es zum Beispiel auf der CPL Summer der Fall war, ist wohl mehr als fraglich.

Wirft sich die CPL damit vor die Lawine, die sie vor etwas mehr als einem Jahr aus freier Entscheidung ins Rollen gebracht hat? Erneut steht die CPL nicht für Willensstärke und Konsequenz, die aus meiner Sicht die Voraussetzung für das sind, was Angel Munoz und wir eigentlich alle wollen: Den eSports nach vorne bringen.


Für Meinungen ist nicht die Redaktion, sondern nur Verfasser selbst verantwortlich. Eine Meinung spiegelt also nicht die Ansichten von readmore.de, sondern die Eindrücke des Autors wieder.

  1. judas unleashed #1
    man könnte sagen du nimmst mir die gedanken aus dem kopf... schön geschrieben und ich teile deine ansichten nahezu uneingeschränkt *thumbsup*
    timey #2
    Naja Wenns darum geht: CS1.6 vs, CS:S gewinnt meiner Meinung nach ganz klar CS 1.6!

    Aber überhaupt zwischen zwei so "unterschiedlichen" Spielen unterscheiden zu wollen, für mich Schwachsinn... Das ist wie wenn man Diablo2 und WC3 vergleicht...
    DarkAdmiral #3
    Sie wollen halt den Fehler gutmachen, den sie auch eingesehen haben. Nur leider sieht es jetzt ein wenig lächerlich aus wieder auf 1.6 umzusteigen. Stimmt schon... :-/
    itchsn #4
    sehr schön gesagt timey!

    Aber gerade für einen non-cs gamer wirds langsam echt langweilig immer und immer wieder cs auf grossen turnieren zu sehen. Auch stellt sich gerade als nicht-szene kenner für mich alles recht statisch dar. Die Namen die ich so in .de und .swe in den verschiedenen squads rotieren sehe haben sich seit, sagen wir mal 1 - 1 1/2 Jahren, nicht mehr grossartig verändert. Ich habe leider keinen draht zu RTS games, somit fällt für mich WC3 oder Starcraft flach.

    Auch wenn PK nen echter Schuss in den Ofen ist, es war doch spannend zu sehen wie sich die Turniere/WT Stops entwickeln. Ich hoffe das bald frischer Wind in die Team-Game Szene kommt, sonst haben wir den aktuellen Stand in 1 - 2 Jahren noch.
    ScHniPPaH #5
    Joa, son bisschen hängt einem CS dann doch zum Halse raus...

    PK war eigentlich recht nett mit anzusehen. Nur würd ich als 1on1 sehr gerne mal wieder StarCraft sehen. WarCraft, Counter-Strike und Painkiller sind irgendwie zu ausgelutscht imoment finde ich. Eventuell sollte man nochmal was riskieren und für eine überraschung sorgen was das 1on1 Game angeht...
    jaNus #6
    JA ist leider echt schade das man diesmal nicht CS:S den Vorzug gegeben hat. Klar ist CS:S noch nicht so perfekt wie CS 1.6, und insgesamt ist CS 1.6 bestimmt auch noch das bessere Spiel. Aber CS:S hat sich mehr als nur gemacht, klar schreien viele, schmeissen es nach 5 Minuten wieder in die Ecke weil es nicht genau so ist wie CS 1.6 - aber wenn man dem Spiel mal eine Chance gibt und es ein paar Tage unvoreingenommen spielt, wird man sehen das es eine Menge Spaß macht, nicht wirklich mehr "Luck" ist als in CS 1.6 und vor allem das es nunmal ein anderes Spiel ist, das auch ein bisschen anders gespielt wird als CS 1.6.

    Für CS:S wäre so eine World Tour sicherlich der wichtige Schritt gewesen um auch noch das letzte bisschen aufzuholen, klar hätten nicht alle dem "Umzug" zu CS:S mitgemacht - aber so hätte man dann auch mal andere Namen gesehe.
    #7
    mache mir über die cpl nie sonderlich viele gedanken.. da tut es gut auch mal mitreden zu können
    freakzero #8
    go stefan, go stefan! nagel auffen kopf getroffen hast.
    kNolli #9
    hätten sie source genommen würde hier stehen: die unbelehrbare cpl hört wieder nicht auf die community und wählt source und bla bla alles schlecht!
    ra-hoch3 #10
    Wer will CS:S sehen? Ich nicht und so geht es den meisten, denke ich! Ich finde auch Lustig das immer wieder gesagt wird, CS:S wäre eins schritt in die Zukunft, für mich ist CS:S einfach ein komplett neues Spiel, also ist der vergleich zwischen CS:S und CS wie ein vergleich zwischen DoD und CS oder einem anderen Taktikshootern. Die CPL hat sich endlich richtig entschieden und ich denke man sollte dieses Eingeständnis einer Fehlentscheidung loben und den Mut eine falsche Entscheidung zu revidieren nicht noch kritisieren.

    […] Zwar eine von der Menge begrüßte Entscheidung, doch vielleicht wählt ja die Community für sich nicht immer das aus, was aus einer anderen Perspektive das Bessere wäre? […]

    Zu diesem Satz kann ich nur sagen, es ist mir egal aus welcher Perspektive irgendwas anderes Besser wäre. CS ist für mich und dass gilt auch für fast alle Pros ein Hobby. Hobbies übt man nach Lust und Laune aus und nicht nach Perspektiven von andern oder noch besser nach Perspektiven von TV, Marketing oder sonstigen Unternehmen.
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