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GC 2005: Ein Rückblick – Tag 5

Tag 5 – Sonntag

Irgendwann um 9 Uhr wache ich auf. Meth und Rumpel sind weg. Ich krame in meinem Gedächtnis und stelle fest, dass der Part, wie ich hier her gekommen bin, fehlt. Wie dem auch sei. Mein Handy klingelt, in zehn Minuten werde ich abgeholt. Ab zur Messe. Oh man. Ich bin ein Wrack ohne Gleichen und soll jetz Coverage machen. Schönen Dank. Duschen, Sachen packen und dann los. Der Gedanke, dass im Bus Wasser sein wird, ist irgendwie tröstlich.

Im Bus wird sogleich mit Spott über meinen gestrigen Ausfall nicht gegeizt und ich bin hin- und hergerissen zwischen „STFU, und zwar ALLE!“ und Dankbarkeit über die Hilfe, die mir gestern Abend zuteil wurde, als ich Koordinationsschwierigkeiten hatte.

Auf der Messe hat wenigstens Meth lobende Worte für mich übrig, der sich wundert, wie ich so leise ins Bett steigen konnte. Weiß ich auch nicht, wundert mich aber auch. Inzwischen gehen auch die Turniere weiter und ich bin irgendwie noch nicht ganz bei der Sache.

Zunächst steht NGL auf dem Spielplan und ich laufe kurz zur Arena. Miou ist angeblich in nicht viel besserer Verfassung. Ich sitze während seines Consolation-Finals gegen CraftY auf einem Stuhl und will einfach nach Hause. Um 12.30 geht der ENC weiter und ich „laufe“ wieder zurück. Ich will wenigstens noch mein Interview mit ToD machen, also häng ich wieder bei der ENC-Stage herum und mache ein interessiertes Gesicht.

Als nach der Siegerehrung ToD Zeit für mich hat, läuft das Interview auch alles andere als optimal. Er beginnt mit der Aussage, dass Team France gleich loswolle und er daher kaum Zeit hat. Ich starte mit einem englischen Redeschwall und ToD guckt mich an wie ein Auto. Er hat nix verstanden. Okay, nochmal von vorne. Langsam und deutlich. Er antwortet brav. Noch eine Frage. Okay, von mir aus wars das jetzt, wenn du unbedingt wegmusst. War das halt nur ein Statement und kein Interview. Jetzt hat er aber auf einmal wieder Zeit und fragt, ob ich nicht noch mehr Fragen habe. Also einen vorsichtigen Blick auf das Konzeptpapier geworfen und weiter gefragt. Ich verstehe von seinem Franko-Englisch so gut wie nichts. Ich halte ihm das Diktiergerät hin und bete, am Ende etwas augezeichnet zu haben, was mehr als nur Gebrabbel ist.

Danke, Yoan, das wars. Geschafft. Zwar alles andere als das Interview, welches mir meinen Platz im eSport-Olymp sichern wird, aber mal sehen was das Tonband so hergibt. Nach mehrmaligem Anhören stelle ich fest: wenig. Egal, das was ich verstehen kann wird aufgeschrieben und freigeschaltet.

Die GC ist inzwischen im Aufbruch und auch die IndiWeb-Jungs packen langsam ihre Sachen. Noch ein paar mehr oder weniger hübsche Werbe-Tshirts eingepackt und ich bin bald bereit zur Abfahrt. Zur Bahn begleitet mich Straken, der als Betreuer bei den Dauerdaddlern tätig war. Mit ihm fahre ich zum Leipziger Hbf und sein weiterer Tagesverlauf tut mir jetzt schon leid. Mit mehrstündigen Aufenthalten in Uelzen, Hamburg und Kiel ist es schon fast Morgen, bis er in seiner Heimat Flensburg ankommen will. Am Leipziger Bahnhof wird allerdings noch ein letztes Mal eingekauft: Neuer „Spiegel“, 2,5 Liter Apfelschorle für den ausgedorrten Hals und ein paar Snacks. Selten hat Apfelschorle so gut geschmeckt. Merke: Alkohol fördert die Lust auf antialkoholische Getränke am Tag danach. Straken und ich fahren nun mit dem IC nach Uelzen und schlafen die meiste Zeit. Als ich letztlich in Uelzen in meinen ICE umsteige, tut er mir doch ein wenig Leid, doch was soll ich machen. Um 20 vor eins bin ich wieder in Hamburg.

Es ist geschafft. Ich knie nieder. Danke an alle, für diese saucoolen 5 Tage.

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  1. BlindGuardian #1
    also eigentlich kann tod ganz gut englisch reden :)
    #2
    hab ich auch so mitbekommen :)

    aber nett dich getroffen zu haben craven
    Craven #3
    naja war halt ziemlich laut neben dem esl stand, das sollte ich vielleicht noch dazuschreiben ;)
    D3mOn #4
    Nice geschrieben, unterhaltend ;>

    Vieleicht gibts ja irgendwann genaueres zur Nacht zwischen Samstag und Sonntag ;>
    Poddn #5
    Nette Zusammenfassung! Auch wenns teilweise extrem stressig war, kam der Spaß eigentlich nie zu kurz. Hoffentlich bin ich bis nächstes Jahr wieder fit =)
    kokoloris #6
    tod spricht doch deutliches englisch, ladet euch das interview auf sk-gaming runter... ich weiß gar nicht was du hast
    Rudi #7
    craven kann eben kein englisch :P
    trs #8
    Ich finde auch, dass die Franzosen sich meist gegen alle Sprachen außer ihrer eigenen sträuben ;)
    Jessy #9
    Sehr schön geschrieben und sehr unterhaltend. Weiter so Craven! :-)
    D.Devil #10
    Wirklich gut geschrieben, Craven =)

    Lob auch von mir.
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