Folgender Kommentar entstammt der GameStar 11/05, geschrieben von Redakteurin Petra Schmitz.
Anlass meiner persönlichen Aufregung: Die GSL-Finals am letzten Augustwochenende. Besser gesagt, das Verhalten einiger Clans, die dort antraten – die Counterstrike-Clans Mousesports und Ocrana. Die beiden Teams hatten sich ein fulminantes Finalspiel geliefert, das laut vieler Stimmen aus der Szene eines der spannendsten der letzten Zeit war. Und was passierte danach? Statt auf die nur wenige Minuten im Anschluss stattfindende Siegerehrung zu warten, verschwanden beide Mannschaften, hinterließen nur Teamchefs, die sich während der Preisverleihung recht verloren den Zuschauern im Gasometer und vor den Monitoren präsentierten. Ocrana hatte verloren, war demnach nur zweiter Sieger und spielte die beleidigte Leberwurst. Mousesports dagegen, ganz Snob, hielt es wohl für unnötig, der Veranstaltung weitere Aufmerksamkeit zu schenken.
Ich frage Sie, liebe Leser (und Clans): Ist das eine angemessene Verhaltensweise den Fans, den Veranstaltern und den Sponsoren gegenüber? Und welches Bild vermittelt das nach außen – an die Menschen, die sich nicht tagein, tagaus mit dem E-Sport und seinen Besonderheiten beschäftigen? Das Bild von Profis? Das Bild einer Sportart, die hierzulande genau so ernst genommen werden möchte wie in Korea? Kollidiert ein dermaßen kindisches Verhalten nicht vielmehr mit dem ständigen Wunsch der professionellen Clans, dem E-Sport mehr Gewicht zu geben? Bitte mal drüber nachdenken, liebe pro-Gamer!
Petra
Kommentar von mouz|Blizzard zu den Vorwürfen:
Kein Problem. Wenn es ein Turnier schafft, den Zeitplan einigermaßen einzuhalten, sind wir gerne bereit bis zur anschliessenden Siegerehrung anwesend zu sein. Ob man uns Schuld zuschieben kann, dass wir Flüge 6 Std. nach dem planmässigen Start des CS-Finals gebucht haben, das Finale allerdings 60 Minuten vor den Abflugzeiten zu Ende ist, dann tut es uns leid.
Wir haben die Admins auf dem Event darüber in Kenntnis gesetzt, dass wir leider keine Zeit aus den oben beschriebenen Gegebenheiten hatten und trafen auf Verständnis.
Wieso man uns nun als unprofessionell darstellt, weil wir knapp 1000 Euro sparen wollten, ist mir ein Rätsel. Auf ein Angebot der Gamestar, solche Kosten demnächst zu übernehmen, freue ich mich jetzt schon.