Name: Daniela Hohnen
Nick: Spyra
Clan: Alternate aTTax
readmore.de: Erst einmal ein großes Danke schön an dich Spyra, dass du dir die Zeit genommen hast. Beschreibe doch bitte kurz deine Person.
attax|Spyra: Hi mein Name ist Daniela Hohnen und ich komme aus der kleinen Stadt Lobberich. Ich bin 22 Jahre alt und mache im moment eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Zur Zeit spiele ich für den Clan Alternate Attax.
readmore.de: Am Anfang des Jahres war die Female-Szene ja noch recht klein und überschaubar, was Clans und „große Events“ betrifft.
attax|Spyra: Überschaubarer als jetzt war es im Januar z.B. als die Optihack in Schweden war. Die einzigen Deutschen Teams die da waren sind Mädchenblut, unique und catz gewesen, für die ich ja damals noch gespielt habe. Damals konnten wir uns erfolgreich gegen Les seules, ALL 4 One und andere Teams durchsetzen und belegten am Ende den ersten Platz.
readmore.de: Welche Teams galten denn überhaupt zu der damaligen Zeit als ernst zu nehmende Gegner?
attax|Spyra: Ernst zu nehmende Konkurenz war damals „les seules“, „Team all 4 one“, „Swan5 4 Eibo“. Dann gab es da noch „Girls got Game“ auf die wir aber erst auf der CPL Spain getroffen sind.
readmore.de: Dann versammelten sich die besten Teams in Paris anlässlich des ESWCs. Du bist mit „catz“ und großen Erwartungen zu diesem Event gefahren, doch wurdest enttäuscht. Was lief in der Vorbereitung falsch, was auf dem Event selbst?
attax|Spyra: Unser Pech war, dass wir kurze Zeit vorher noch eine fünfte Spielerin suchen mussten. Unsere Wahl fiel damals auf Alexa. Da es zu dieser Zeit viele Wechsel bei uns gab, mussten wir oft wieder bei 0 anfangen. Das demotivierte uns und unser Training ging auch nur schleppend voran. Auf dem ESWC selber lief dann die Sache mit Alexas Flug schief und das brachte einige von uns ganz in den Keller. Die Stimmmung war am Boden als wir hörten, dass wenn sie nicht bis spätestens am nächsten Tag um 10 Uhr da sei, wir dann ausgeschieden sind. Da es für Alexa unmöglich war, dies zu schaffen, entschlossen wir uns kurzfristig mit der mitgereisten Denise zu spielen. Unsere Vorbereitung war damals zu kurz ausgefallen und da war dieses Ergebnis schlussendlich für manche von uns voraus zu sehen.
readmore.de: Ist es eines solchen Events nicht unwürdig, so unorganisiert nach Paris zu reisen?
attax|Spyra: Sicher ist es das. Es gab nur damals zu viele Einflüsse von außerhalb, die es dazu kommen ließen, dass es so ablief. Es wäre auch zuviel nun zu schreiben was manche da nun für Probleme oder Bedenken hatten, zumal es auch keinen etwas an geht. Die Stimmung war damals einfach mies und man könnte sagen, dass zu diesem Zeitpunkt die Luft raus war. Alles in allem ist es ziemlich dumm gelaufen und dass es bei dem, wie du schon sagtest, „wichtigsten eSports-Event“ passieren musste, ärgert mich heute noch.
readmore.de: Vor Ort waren mehr als 20 Teams aus der ganzen Welt zu Gast. Hat man das auch ausgenutzt, um sich untereinander ein wenig auszutauschen oder blieb man mehr unter sich bzw. den deutschsprachigen Teams?
attax|Spyra: Nein, da kramt man immer mal gerne sein Englisch aus (lacht). Das ist schon lustig, wenn man Menschen aus den verschiedensten Ländern Englisch reden hört und dann auch nicht immer alles versteht. Aber man redet dann nicht viel über Counter-Strike sondern unterhält sich da lieber über andere Sachen. Das wäre dann zum Beispiel, wie man die Stadt und die Menschen hier so findet, wie das Wetter ist oder wie lustig es doch jeden Abend im Hotel war (lacht) – Party auf jeder Etage war angesagt.
readmore.de: Was kannst du abschließend zum ESWC sagen?
attax|Spyra: Die Location „Carussell de Louvre“ war sehr gut besucht. Es gab dort viel zu sehen und es war für jeden was dabei. Am besten gefallen hat mir im oberen Geschoss die „Fressmeile“. Dort gab es alles, was dem Zocker so schmeckt auch wenn die Preise ziemlich heftig waren. Die Höhe des Preisgeldes war in Ordnung; der Anstieg des Preisgeldes für den ESWC 2006 interessiert mich nicht wirklich, denn der Spaß steht bei mir im Vordergrund. Die Gewinner des ESWC – g3x aus den USA – haben verdient das Turnier gewonnen. Sie hatten im Verlauf des Turniers meiner Meinung nach mal ein kleines Tief aber davon befreiten sie sich schnell und putzen dann verdient alles weg.
readmore.de: Mitte des Jahres folgte dann die Bildung des Female-Teams von Team64 – mit crazygirl. Ein großer Verlust in der damaligen Situation?
attax|Spyra: Mit Sicherheit war das ein großer Verlust, denn Crazygirl war und ist eine der besten Spielerinnen, die es in Deutschland gibt. Sie hat uns ja damals auch verlassen, weil die Stimmung damals so auf dem Tiefpunkt war.
readmore.de: Und catz fiel anschließend auseinander. War man einfach satt?
attax|Spyra: Ich würde sagen, F4U hat es oft genug versucht wieder ein kompaktes Team zu schaffen. Aber das gelang leider nicht. Woran es genau lag, kann ich auch nicht genau sagen. Es war einfach die Luft raus und ich denke so wie es jetzt gekommen ist, ist es ganz gut.
readmore.de: Wie entwickelte sich denn anfänglich die Beziehung zum Female-Squad von Team64?
attax|Spyra: Anfangs ging man erst mal wieder getrennte Wege. Da aber Redfox immer noch sehr gut im Kontakt zu Crazygirl stand, wurde nach kurzer Zeit wieder aus Spaß zusammen gezockt. Ich muss dazu sagen, ich hatte nie ein Problem mit Crazygirl, wir sind nicht im Streit auseinander gegangen. So empfand ich es jedenfalls. Und ich war froh, dass der Kontakt so wieder aufgebaut wurde. Der Kontakt zu Nia kam ja erst zu späterer Stunde und mit dem restlichen Team hatte ich noch nie wirklich was zu tun.
readmore.de: Hat sich etwas an den Female-Teams seit dem Auftritt beim ESWC verändert? Haben irgendwelche Frauen dem e-Sport den Rücken zugekehrt, um sich nun voll und ganz auf das Kochen für und das Pflegen von den Männern konzentrieren zu können? (lacht)
attax|Spyra: Da kann ich leider gar nichts zu sagen, da ich nicht so ein Szene-Freak bin. Ich weiß nur, dass Les Seules ihr Lineup geändert haben – aus welchen Gründen auch immer.
readmore.de: In der zweiten Hälfte des Jahres folgte eine weitere Ausgabe der NGL-Finals – doch diesmal gewann nicht catz, sondern das Team64. Einige Tage später wurde das catz-Team dann „gekickt“. Hing das irgendwie zusammen, oder gab es andere Gründe für den Abgang?
attax|Spyra: Es häuften sich einfach Unstimmigkeiten zwischen Management und Spielerinnen. Ich würde sagen, die NGL-Finals waren der letzte Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Die Enttäuschung war nicht der 2. Platz sondern die anschließende Preisvergabe. Bei der ich alleine auf die Bühne ging und die ganzen Sponsoren von uns standen dabei. Ich denke, dass das der Auslöser einer Überlegung war, das komplette Team zu kicken und es ganz von vorne zu versuchen. Dazu kam dann noch das Angebot von Alternate. Ich denke F4U wusste, dass sie uns nicht mehr lange halten konnten.
readmore.de: Von vielen Spielerinnen, die jetzt im neuen Team von aTTax zu finden sind, hat man lange Zeit nichts gehört. Gab es besondere Gründe?
attax|Spyra: Die Gründe, so lange mit der Präsentation des Teams zu warten, liegen allein bei Alternate. Wieso es unbedingt der 13.12 sein musste, ist mir nicht bekannt, aber ich bin sicher sie werden ihre Gründe haben. Die Auszeit hat manchen von uns auch ganz gut getan. Denn schließlich war catz ja am Ende in aller Munde – wie schlecht es doch um uns aussieht usw. Da war es mal ganz gut sich von allem mal zurück zu ziehen. Und sich bewusst zu machen, wie es nun weiter geht und wie man sich das alles so vorstellt. Von Crazygirl und Nia kam dann der Wunsch mit uns 3en (Annika, redfox, Spyra) zu spielen, die damals auch die Beziehung zu Alternate aufgebaut hatten. Aber mal ganz davon abgesehen wäre ich nie ohne Redfox oder Annika gegangen. Und ich denke die beiden sehen das genau so.
readmore.de: Und was für Ziele setzt ihr euch nun bei aTTax?
attax|Spyra: Wir würden gerne da weiter machen wo wir damals bei catz stehen geblieben sind. An die Erfolge anknüpfen und versuchen noch stärker zu werden. Und ich denke, wenn sich jeder von uns dahinter klemmt und das auch wirklich will, dann schaffen wir das auch. Alle bringen die nötige Erfahrung und das Können mit und jetzt heißt es trainieren, trainieren und trainieren (lacht).
readmore.de: Herrschen aktuell denn noch Spannungen zu catz?
attax|Spyra: Ich kann da jetzt nur von mir reden. Ich habe mit der Sache abgeschlossen und konzentriere mich jetzt auf die Zusammenarbeit mit Alternate. Ich wünsche den Spielerinnen von catz viel Glück bei dem Projekt und würde es ihnen auch gönnen, dass sie ganz nach oben kommen und mit den Top Teams mithalten können.
readmore.de: Beschreibe jetzt in einem Satz, was sich im Jahre 05 alles verändert hat.
attax|Spyra: Das Jahr 2005 war ein sehr aufregendes Jahr im female eSports, mit seinen Höhen und Tiefen und ich denke, dass einige Teams in diesem Jahr gezeigt haben, dass die deutschen Female CSlerinnen es drauf haben, international mitzuhalten.
readmore.de: Und zu guter letzt noch dein Ausblick auf das Jahr 2006. Was kann sich verbessern, was erhoffst du dir?
attax|Spyra: Ich hoffe, dass wir mit unserem Team alles das verwirklichen können, was wir uns vornehmen. Verbesserungswürdig ist der Zusammenhalt der deutschen Teams. Man sollte lieber mal ein Bierchen zusammen trinken gehen, anstatt sich gegenseitig auf den Schlips zu treten.