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Interview mit mTw-zerogravity

Quelle: mymTw.com

Quelle: mymTw.com


Nach der WC3L Saison VIII trennte sich das Warcraft-Team des in Deutschland ansässigen Clans mTw von nahezu allen nicht-deutschen Spielern und verstärkte sich mit Hanf und Protois ausschließlich mit heimischen Talenten. Der Versuch, ein rein deutsches Team in der WC3L zu etablieren, stieß in den Community auf reichlich Gegenliebe, auch wenn die ersten Ergebnisse (Vier Niederlagen, vier Punkte) noch nicht überzeugen konnten. Dazu muss das Team von Stephan ‚zerogravity‘ Schaub nach dem Abgang von Marvin ‚BasH‘ Bartels Richtung mousesports in Zukunft auch noch auf einen seiner größten Leistungsträger verzichten. readmore.de sprach nun mit dem 22-jährigen Team-Manager über die internationalen Chancen der deutschen WC3-Spieler, Teamspirit und die WC3L.

readmore.de: Überrascht dich der bisherige Saisonverlauf für dein Team?

Stephan ‚zerogravity‘ Schaub: Definitiv nein. Es ist die schwere Saison, die wir alle erwartet hatten, nach einem relativ guten Start gegen fnatic folgten zwei schwächere Spiele gegen NiP und play.it. Mit dem einen Punkt gegen World Elite kann man zufrieden sein.

readmore.de: Wie realistisch ist das Ziel Klassenerhalt noch?

zerogravity: Nach den nächsten drei Spielen kann man dazu mehr sagen, die Spiele gegen united5 und verGe werden sehr wichtig. Ich hätte nicht erwartet, dass sich gerade verGe so gut halten kann, wie sie es bisher getan haben, von daher sind Siege in beiden Spielen von nöten. Selbst wenn wir uns nicht in die Relegation retten sollten, gibt es dann immer noch die Qualifikation für die nächste Saison, erst danach wird abgerechnet.

readmore.de: Siehst du ein Bedürfnis, die Lücke, die BasHs Abgang hinterlassen hat, zu füllen?

zerogravity: Das Bedürfnis muss da sein, allerdings gibt es momentan niemanden, der diese Lücke füllen könnte.

readmore.de: Die „rein deutsche“ Linie bleibt also?

zerogravity: Von meiner Seite aus gibt es daran nichts zu rütteln, wir liegen im Soll was die WC3L angeht, mal von den fünf 1:2 Niederlagen gegen play.it/NiP abgesehen, und die EPS hat gerade erst begonnen.

readmore.de: Glaubst du, dass je ein rein deutsches Team in der WC3L zumindest regelmäßig die Klasse halten kann?

zerogravity: Wenn man die „Besten“ in ein Team bekommen könnte, hätte man ein sehr gutes Mittelfeld-Team, so etwas wird in Deutschland aufgrund der Rivalitäten von SK/mTw/mouz allerdings kaum möglich sein. Ansonsten werden wir auch die WC3L X spielen, also ja, ich glaube daran. (lächelt)

readmore.de: Was muss geschehen, damit deutsche Spieler in den Top10 der Welt genannt werden?

zerogravity: Das Problem an der Wurzel bekämpfen: Deutsche Spieler leben aufgrund der sehr guten Sponsorenlage von den Ligen und den lokalen Teams wie im Paradies. Das führt dazu, dass Spieler Summen einsacken, wovon andere, meistens viel bessere ausländische Spieler, nur träumen können. Das heisst: ESWC/WCG Spots runter auf einen, EPS Preisgeld -50% und das Geld in die WC3L und eine internationale 1on1 Liga stecken. Der Wettbewerb national muss viel höher sein und es dürfen auch nicht Leute von Platz 4-x noch gutes Geld dabei verdienen.

readmore.de: Würdest du dir so eine Entwicklung wünschen?

zerogravity: Es wird sich eh nicht umsetzen lassen, dafür ist die ganze Geschichte schon zu weit fortgeschritten. Es ist ja auch nicht so, dass das Niveau dann zwangsläufig steigt, im richtigen Sport ist es ja nicht anders, das Spieler dort spielen, wo das meiste Geld winkt.

readmore.de: Wie ist es nach BasHs Abgang um die Stimmung im Team bestellt?

zerogravity: Von kleineren Ungereimtheiten mit BasH und einigen anderen abgesehen war die Stimmung auch zu der Zeit, als wir wussten, dass er gehen wird gut, daran hat sich nichts geändert.

readmore.de: Wie kommt es dann, dass jemand wie LasH offenbar keine Ahnung hat, wie gut sein Clanmate DaviN in Form ist? (siehe Statement zum EPS-Match)

zerogravity: LasH war die letzten Tage kaum da, weil er sich in der Endphase seiner Prüfungen befindet und DaviNs Spiellaune kann man nicht so gut abschätzen wie bei anderen, weil er kein Freund vom Custom Games ist.

readmore.de: Hältst du denn DaviNs geäußerten Ambitionen (EPS-Sieg) für realistisch?

zerogravity: Es ist sein Ziel, wie nah er in der Realität daran kommen wird, weiß man erst am Ende der Saison. Er hat vor rund 2 Wochen wieder angefangen und für seine Verhältnisse auch viel gespielt. Sieben bis acht Spieler haben diese Saison den Anspruch, auf die Finals zu kommen, das hängt alles von den Spielen untereinander ab, auch clanintern. Erstmal sollte das Ziel die Finals sein, das ist realistisch.

  1. lingerie #1
    mit den Preisgelder hat er recht...

    wer in der größten und bestbezahlten 1on1-liga top3 schafft sollte eigentlich auch international mal von sich hören lassen... aber in ein paar wochen geht es dann wieder los mit eps-statements a la "hab nicht richtig trainiert, mal schauen wie das match läuft"

    aber das thema mit mangelnder professionalität hatten wir ja auch schon...
    #2
    *applaus*

    ich stimme zerogravity in sachen Preisgelder zu 100% zu. Die deutschen WC3 Spieler kriegen viel mehr als internationale für weniger Leistung. Das wurde mir auf den WCG in Singapur noch deutlicher bewusst. Sie sind verwöhnt und haben krasse Vorstellungen, dafür das sie international nichts reissen (mal von miou abgesehen, der bei der wcg 2004 fünfter wurde, aber ansich auch zu viel bekommt). Das sollte sich ändern. Die müssen mal auf den Boden der Tatsachen zurück. Wer Geld will, muss auch was leisten.
    soren #3
    recht hatter , der gute Zero .

    Hab ma gelesen , das Miou einer der am best verdienensten Spieler Europas is ...
    Blizzard #4
    gewinnen nicht immer die südkoreaner die starcraft turniere auf der WCG selbst wenn sie nichtmal die besten Spieler rüberschicken?
    #5
    du kannst europa und den rest der welt auch nicht mit Südkorea vergleichen. Die machen das beruflich. Aber ganz davon ab: WCG 2003 wurde FiSheYe zweiter in BW :)
    StoKi #6
    Knecht schrieb am 27.02. - 17:20:

    *applaus*

    ich stimme zerogravity in sachen Preisgelder zu 100% zu. Die deutschen WC3 Spieler kriegen viel mehr als internationale für weniger Leistung. Das wurde mir auf den WCG in Singapur noch deutlicher bewusst. Sie sind verwöhnt und haben krasse Vorstellungen, dafür das sie international nichts reissen (mal von miou abgesehen, der bei der wcg 2004 fünfter wurde, aber ansich auch zu viel bekommt). Das sollte sich ändern. Die müssen mal auf den Boden der Tatsachen zurück. Wer Geld will, muss auch was leisten.

    da sind knecht und ich ja echt einer meinung ^^ :)
    matrixLe #7
    ich glaub nur sein gehalt ist zu niedrig :>
    HSVLOL #8
    #2 hat schon recht! aber ich denke es liegt auch daran, dass der eSport in Deutschland schon sehr weit ist und die Sponsoren mehr Geld zahlen, somit bekommen auch die Spieler selbst mehr Geld. Wenn in anderen Ländern die Sponsoren nicht so gut zahlen....bla bla kann man sich ja denken ;D
    Stuuu #9
    Also man kann auch einfach dagegen argumentieren, dass durch höhere Preisgelder der Anreiz mehr zu trainieren gegeben ist und somit ein höheres "Skilllevel" erreicht wird. Nur weil wir Deutschen in WC3 noch nicht(!) den Durchbruch geschaffen haben sind wir in anderen Games mit an der Weltspitze (siehe FIFA, CS, BW, NFS).

    Also die Preisgelder zu senken wäre meiner Meinung nach der vollkommen falsche weg(!), wir können uns glücklich schätzen das das Gaming so ein Support wie in Deutschland erfährt.
    #10
    Stuuu nur wo ist der Anreiz? Sie müssen ja im Moment nicht viel leisten für das Geld. Wenn du dauernd Geld kriegst, ohne viel machen zu müssen, würdest du dann extraarbeit machen? Das selbe Problem hatte (auch jetzt noch teilweise) Deutschland. Arbeitslose kriegen viel Geld, weshalb viele gar nicht mehr arbeiten wollen
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