Mit dem Spitzenspiel des gestrigen Abends demontierte aTTaX ein weiteres Mal ein deutsches Topteam und verschaffte sich eine ausgezeichnete Ausgangslage für das große Finale am Sonntag: mousesports, welches sich nach der schmerzhaften Niederlage souverän gegen ID Gaming im Consolation Finale durchsetzte, muss nun gleich zwei Maps gewinnen.
Bei der Bekanntgabe der Map konnten sich die Spieler um CHEF-KOCH ein Grinsen nicht verkneifen: Immerhin sah das Team in der Saison auf de_inferno immer sehr gut aus, konnte unter anderem mTw mit einer eindrucksvollen Leistung klar besiegen. Hinzu kam, dass der Gegner mousesports sich auf diese Map wohl am wenigsten vorbereitet hatte.
Die Seitenwahl ergab dann aber für die Mäuse einen vermeintlichen Vorteil, Blizzard und sein Team durften als Verteidiger starten. Vor Selbstvertrauen und Motivation strotzend, interessierte dass die aTTaXler allerdings wenig und nachdem Orga JulZ letzte Informationen über die Positionen und Taktiken des Gegners aus einem Notizblock hervorkramte, wurde einige Minuten lang die letzte Besprechung Arm in Arm und in Kreisformation durchgeführt.
Wie wichtig der Faktor Teamgeist für aTTaX ist, wurde nach der gewonnenen ersten Pistolenrunde deutlich: Nachdem Kapio die Bombe gegen zwei Gegner erfolgreich verteidigte, war das Geschrei im Gameroom groß. Besonders CHEF-KOCH und Kapio feuerten das Team lautstark an, ehe sofort kleine Fehler im Spiel angesprochen wurden und man sich schon wieder auf die Sparrunde von mouz einstellte.
Im weiteren Verlauf des Spiels wurde deutlich, dass das Werksteam von Alternate mehr auf die individuellen Stärken des Teams vertraut, als in jeder Runde eine andere Taktik zu spielen, mit der man den Gegner auf dem falschen Fuß zu erwischen hofft. Im Gegensatz zur Taktik als Verteidiger, bei der das Team oft sehr offensiv agiert, ließ man sich als Angreifer viel Zeit und baute fast jede Runde ähnlich auf: Kapio deckte den Bananengang, moon die Mitte, der Rest verteilte sich in der falschen Mitte, silver ging mehrere Male in den Teppichgang. Je nach dem, wie sich die Runden entwickelten, orientierte sich aTTaX zum großen Bombenplatz, oder verschob zum kleinen, wenn Kapio dort die Gegner aus dem Spiel genommen hatte. Die Ansagen kommen dabei situationsabhängig von allen Spielern, es gibt von daher keinen klassischen Taktiker, der das Team im Spiel lenkt. Trotz des immer ähnlichen Spielaufbaus fanden die Mäuse kein geeignetes Mittel, dieses Spiel zu unterbinden. Kapio warnte vor nahezu jeder Runde davor, zu überheblich zu spielen und keine Sparrunde zu erwarten. So war die Konzentration während des gesamten Spiels sehr hoch und das Team pushte sich gegenseitig zur Höchstform. Auch nach dem 12:03 in der ersten Hälfte zeigte aTTaX keine Schwäche und siegte am Ende 16:03. Als entscheidende Faktoren lassen sich drei Dinge besonders feststellen: Die Treffsicherheit und Coolness aller Spieler auch in brenzligen Situationen, eine ausgezeichnet funktionierende Kommunikation, mit der sich das Team ständig neu motiviert und die durch den Zusammenhalt aller Beteiligten erst möglich ist, sowie die Fähigkeit, Taktiken sehr schnell zu ändern und so den Gegner zu verwirren.Interessant ist es, wie sich die Kommunikation im Team ändert, wenn es einmal nicht so gut läuft. Gerade CHEF-KOCH und Kapio regen sich schon über kleine Fehler auf, natürlich am meisten wenn sie ihnen selbst geschehen. Diese Tatsache könnte mousesports sich zu Nutzen machen. Dafür müssen sie aber erst einmal in die Situation kommen, aTTaX mit spielerischen Mitteln unter Druck zu setzen. Ob ihnen dies auf den Maps des großen Finales gelingt, ist die große Frage. Wünschenswert ist es in jedem Fall, je spannender das Finale wird, desto besser.

