Wenn man sich die Liste jener Teams anschaut, die bisher die großen Sommerevents der CPL gewinnen konnten, findet man lediglich zwei Namen: SK Gaming und EYE. Während die EYEBALLERS schon seit längerem nicht mehr in Erscheinung treten, wird es dieses Jahr auch zum ersten Mal eine CPL Summer ohne SK Gaming geben. Vielleicht liegt es daran, dass sich die CPL Summer dieses Jahr in neuem Gewand und vor allem mit neuem Namen präsentiert. Denn der Hauptsponsor der World Series of Video Games (kurz WSVG) Intel hat das Event kurzerhand in Intel Summer Championships umbenannt. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass man sich nach dem bevorstehenden Abgang von SpawN und den Vertragsverhandlungen mit den anderen Spielern die Reise lieber spart.
Doch auch ohne die Sieger der letzten Jahre sind die Schweden bei diesem Event wieder einmal gut aufgestellt. So wird das Land aus dem Norden Europas nicht nur von fnatic repräsentiert, die neben dem Sieg auf dem ersten europäischen WSVG-Stop auch den ESWC zufrieden stellend auf Platz zwei beenden konnten, sondern auch vom scheinbar nicht auseinander zu kriegenden Team rund um kixer. Dieses Mal unter der Flagge von Check Six, die neben dem schwedischen Squad auch noch ein amerikanisches Team ins Rennen schicken; den neuen Regeln für das größte Sommerevent mit freier Anmeldung sei dank.
Bereits auf der Dreamhack, zwei Wochen vor dem ESWC, agierten weitere schwedische Teams erfolgreich und machten klar, dass auch ohne SK Gaming genug schwedische Top-Teams vorhanden sind. Etwas unglücklich verhielt es sich dabei für die Teams von mYm und raw. Die Maker schieden erst in der vierten Overtime gegen Check Six aus, aber immerhin schon in der zweiten Runde des Lower Brackets. Währenddessen musste sich raw schon während der regulären Spielzeit mit 16:14 Check Six geschlagen geben. Im Lower Bracket hatten sie dann gegen Serious Gaming keine Chance, die erst gegen den späteren ESWC-Gewinner Made in Brazil ausschieden.
Doch sollte man nun auf keinen Fall schon fahrlässig die schwedische Flagge an Platz eins der Siegerliste setzen. Denn zwei andere eSport- und vor allem Counter-Strike-Nationen haben in den letzten Wochen wieder vermehrt aufhorchen lassen. Die Rede ist dabei nicht von Korea und China, von dessen Teams man vor dem ESWC sehr viel erwartete, welche diese Erwartungen am Ende jedoch nicht erfüllen konnten, sondern von Deutschland und den USA.
Denn nicht nur in Schweden scheint nach der kleinen Krise bei SK Gaming ein Kampf um den Spitzenplatz ausgebrochen zu sein, auch die ewige deutsche Nummer eins bekommt seit Anfang des Jahres immer härtere Konkurrenz aus dem Hause aTTaX. Auf der ESWC-Qualifikation und den EPS-Finals konnte sich aTTaX zuletzt sogar zwei Mal in Folge gegen mouz durchsetzen. Und so wird es interessant sein zu sehen, ob mousesports in der kurzen Pause in der Lage war auf aTTaX aufzuholen, oder ob aTTaX seine Form konservieren konnte.
Ähnlich sieht es bei den Amerikanern aus. Nur das Team 3D früher die unbestrittene Großmacht in den USA war und erst im letzten Jahr von compLexity verdrängt wurde. Nun scheint es so, als könnte sich das Team seinen alten Platz zurückerobern. Doch auf der Jagd nach der amerikanischen CS-Krone tauchen auch neue Widersacher auf. So spielten sich zum Beispiel mugNmouse und Pandemic auf dem ersten WSVG-Qualifier-Turnier in einen wahren Rausch. Und konnten dabei, fast bis zuletzt, die beiden Großen richtig ärgern.
Die diesjährigen Intel Summer Championships versprechen also einen großen Kampf zwischen etablierten und neuen Teams, zwischen Teilnehmern des ESWCs und frischen Teams, sowie den Kampf um den Spitzenplatz bei den einzelnen Nationen. Und wo sind die zuletzt so hoch gelobten Asiaten? Die bleiben lieber Zuhause und gucken sich die große Schlacht über HLTV an.