Es war ein langer und steiniger Weg für CS:S in die EPS, doch zeichnete sich dieser Weg in den letzten Monaten immer deutlicher ab. Nach der Veröffentlichung im November 2004, war eine EPS für den auf der Source Engine basierenden Counter-Strike Neuauflage erstmal in weiter Ferne. Mangelnde Anerkennung durch die Community und Ligen sowie schwerwiegende Fehler im Gameplay und in SourceTV, dem Pendant zu HLTV, machten es sehr schwierig ein Argument für eine EPS zu finden. Nach einer anfänglichen Euphorie war das Spiel schnell an einem Tiefpunkt an Wahrnehmung und Aktivität angekommen, aus dem es sich erst im letzten halben Jahr befreien konnte.
Alleine die Gründe für den Aufschwung zeigen, dass ein grundsätzliches Interesse am Spiel schon immer bestand. So reichte alleine das Gerücht um eine kommende EPS, dass sich Teams zusammenfanden, die auf dieses Ziel hinarbeiteten. Dazu kam die Ankündigung von Valve, die grundlegenden Probleme von SourceTV endlich beheben zu wollen und damit auch die Hoffung der Community, endlich auch für die Zuschauer attraktiv zu werden. Dass im Juni eine große Szene-Seite entstand, begünstigte den Aufschwung ebenfalls.
Die Wahl zum EPS Community Game war dann ein einziger Triumphzug. Souverän siegte Valves Schützling in jeder Wertungswoche durch die höchste Aktivität im Vergleich zu den anderen zur Wahl stehenden Spiele. Doch sollte dieser Sieg nicht überbewertet werden. Es handelt sich bei dieser EPS nur um eine, deren Stellenwert nicht an den der Klassischen heranreicht. Das Preisgeld fällt geringer aus, ebenso die Promotion durch die ESL.
Aber es war auf jeden Fall ein Ausrufezeichen, dass sich die Community diese erste EPS Saison erarbeitet und auch verdient hat und ihre Berechtigung damit außer Frage steht. Vielleicht ist dies auch die Chance, die ESL, Sponsoren und die Öffentlichkeit von der Attraktivität des Spiels zu überzeugen, so dass der ewig totgeredete 1.6 Nachfolger in der EPS vielleicht schon in einem halben Jahr zu einer festen Institution wird.
Neben den Fragezeichen hinter der Zukunft dieser EPS stehen auch hinter den Teams viele Fragezeichen. Es gab bisher schlicht und ergreifend keinen Wettbewerb, in dem sich konstant die besten Teams in Deutschland gemessen haben. Die ESBL war ein Versuch, der jedoch durch die stellenweise zu geringe Haltbarkeit einiger Teams, die in vielen Default-Wins bzw. -Losses mündete, wenig Beachtung fand.
Für einen gelungenen Auftritt, der CS:S in die Riege der etablierten Spiele bringen soll, ist es jedoch unerlässlich, dass die besten Teams in der EPS spielen, konstant trainieren und der Wettbewerb auf Augenhöhe stattfindet. Durch den Qualifikations-Cup ist es der ESL relativ gut gelungen, die stärksten Teams in die EPS zu bringen. Jedoch war der Wettbewerb in der Qualifikation nicht so stark wie erhofft. Die meisten Best-Of-Three Spiele wurden innerhalb der ersten beiden Maps entschieden.
Dies liegt auch darin begründet, dass sich viele Teams erst kurz vor dem Start der Qualifikation formierten und deshalb wohl noch nicht eingespielt waren. Es bleibt also zu hoffen, dass die Teams die kurze Pause bis zum Start am 14. September nutzen um zu trainieren und uns spannende Spiele auf hohem Niveau liefern werden.