eGames setzt auf Erfahrungen aus der Szene
Das Magazin ist von einem Verlag produziert, der seit Jahren Erfahrungen mit Zeitschriften hat. Die Bauer Verlagsgruppe hat verschiedene Hefte im Programm, die unter anderem die Bereiche Frauen, Jugend, Lifestyle oder Multimedia thematisieren. Eines der bekanntesten Magazine ist die Zeitschrift „BRAVO“, die sogar in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feiern durfte. Damit ist die professionelle Herangehensweise an ein Heft und die Umsetzung nicht mit bisherigen eSport-Magazinen wie eMag oder played! zu vergleichen.
Die Erfahrungen der Heftmacher reichen jedoch nicht unbedingt aus, um ein eSport-Magazin zu drucken, das auch die Leser erreicht. Daher arbeiten gerade für den Bereich eSport viele Mitarbeiter, die seit Jahren in der Szene als Redakteure sowohl Erfahrungen im Schreiben von Artikeln als auch ein extremes Fachwissen gesammelt haben.
eSport hat einen eigenen Stil
Mit den Jahren hat sich auch beim Schreibstil in der Community einiges an Eigenarten durchgesetzt. Nick-Names der Spieler werden konsequent benutzt. Jeder weiß, wer mit „sty!a“ oder „Grubby“ gemeint ist. Auch die Kombination aus Buchstaben und Zahlen ist inzwischen eine Art Markenzeichen geworden. „Fatal1ty“ mit einem „i“ statt einer „1“ sieht ungewohnt aus und aTTaX ist einfach nicht das gleiche wie Attax oder attax. eGames setzt eSport-Schreibweisen konsequent um. Oftmals werden nur die Nick-Names benutzt, Teams und Clans werden wie auch in der Online-Welt geschrieben. Dadurch gibt es einen wesentlichen Unterschied zu anderen eSport-Artikeln im Printbereich, wo oft der Nick-Name mit dem realen Namen kombiniert wird. Die Zeitschrift GEE, ebenfalls in der eSport-Szene bekannt und bei fast jedem ESL-Turnier in Griffweite, benutzt dagegen lediglich die realen Name und lässt sich nur schwer auf die jugendlich-lockere Art der eSport-Szene ein. Dies hängt allerdings auch mit der Ausrichtung des Magazins zusammen. GEE möchte Computerspiele mit Lifestyle verbinden und richtet sich gezielt an erwachsene Spieler, die bereits vor Counter-Strike oder WarCraft den PC oder die Konsole als Spielgerät nutzten.
Kompakt auf 116 Seiten
Der eSport zieht sich durch das ganze Heft. Auch in der Test-Rubrik erkennt man immer wieder, dass man hier kein normales Computerspiele-Magazin in den Händen hält. Hard- und Software wird nach Kriterien bewertet, die für einen Gamer relevant sind. Getestet wird verstärkt unter realen Spielbedingungen, eine Kaufentscheidung fällt daher sicher dem einen oder anderen leichter als bei einem neutralen Pro-Kontra-Test vieler anderer Magazine.
Ein großer Nachteil für eGames: es erscheint nur monatlich und als gedrucktes Medium ist es nicht tagesaktuell. Es schafft aber auf der anderen Seite auch viel mehr Möglichkeiten, über eSport zu berichten. So sind die heutigen News- und Clan-Seiten hauptsächlich geprägt von Interviews, aktuellen News und Ergebnissen oder Kolumnen zu Themen die plötzlich zwei Tage im Gespräch sind, danach aber wieder verschwinden. Gerade durch die freiwillige Freizeitarbeit bleibt vielen eSport-Redakteuren nicht die Zeit, sich intensiv mit Themen und Hintergründen auseinander zu setzen.
Die professionellen Erfahrungen der eGames-Redaktion ermöglicht eine neue Herangehensweise an eSport-Berichterstattung. Darüberhinaus erhält man kompakt in einem Heft Reportagen zu verschiedenen Events, die man sich sonst erst von unterschiedlichen eSport-Portalen zusammen klicken muss, da nicht jedes Portal die finanziellen Möglichkeiten hat, Redakteure auf jedes Event zu schicken.
Seite 1: eGames = eSport zum Mitnehmen
Seite 2: Szene-Erfahrung und eSport-Stil auf 116 Seiten
Seite 3: DVD, Fazit, weitere Erscheinungstermine