Destination Stockholm – Das Ziel war klar. Vom Flughafen Hamburg-Lübeck sollte es direkt nach Stockholm gehen. Erste Recherchen hatten schon ergeben, dass der angepeilte Flughafen nicht direkt in der Metropole liegt, sondern knapp 100 km abseits. Shuttle-Service sollte aber vorhanden sein und so könnte man für umgerechnet knapp 16 € vom Flughafen in die Innenstadt kommen.
Am Flughafen angekommen sollte es direkt in den Check-In gehen, der auch in der recht kleinen Anlage der einzige Schalter war, an dem Menschen standen. Also hinten ran und gewartet bis man dran ist. Es ging bis dahin alles problemlos und so stand ich vor dem Schalter und hinter der ersten Security-Schranke, als der Mitflieger deebeejay von mymTw anrief, da er mit dem Shuttle-Bus vom Hauptbahnhof gerade angekommen ist. Nach einigem Winken und durch die Gegend gucken hatten wir uns dann auch gesehen und wussten zumindest, dass wir es beide zum Flughafen geschafft hatten.
Der zweite Sicherheitscheck nach der Gepäckabgabe wurde dann wieder interessant. Nach der wiederholten Nachfrage, ob ich denn noch irgendwelche Getränke bei mir hätte, durfte ich dann ganz routinemäßig meine gesamten Sachen wie den Rucksack, die Jacke und aller anderer Krimskrams in eine Kiste tun. Überrascht guckte ich dann, als ich meinen Gürtel ausziehen musste, aber für die Sicherheit während des Fluges tut man ja fast alles. Der Metalldetektor piepte natürlich trotzdem und ich wurde zu einem Herren geschickt, der mich jetzt ordentlich durchchecken sollte. Nach kurzer Prüfung sollten meine Schuhe der Übeltäter sein, nun gut eigentlich war da nicht wirklich Metall dran, aber ihr wisst ja, was tut man nicht alles… Schuhe aus und nochmal einzeln gecheckt. Meinen Zwischenkommentar, dass die Schuhe ja zumindest atmen, (wer kennt nicht die Geox-Werbung) konnte die gespannte Stimmung auch nicht lockern und so musste ich abwarten, bis ich nach fünf Minuten meine Schuhe wieder bekam.
Jetzt freute ich mich darüber, dass ich endlich durch war, aber Pustekuchen. Am nächsten Tisch wartete mein Gepäck, aber daneben stand eine streng guckende Frau, die mich fragte ob das denn mein Laptop wäre. Als ich dies bejahte, bat sie mich den Laptop doch bitte hochzufahren. Leicht verwirrt erklärte ich der Sicherheitsfrau, dass der Akku leer wäre und so nicht angeht. Sie brachte mich kurzerhand hinter die Tische zu einer Steckdose, die ich doch bitte nutzen sollte um den Laptop anzumachen. Nach zwei Minuten war der Laptop in Windows und sie bat mich darum mich doch noch kurz einzuloggen, damit dadurch klar wird, dass ich im Gehäuse auch keine Bomben versteckt habe. Naja, ein Lob auf die Sicherheit. Meine hypothetische Bombe wurde entschärft und ich durfte schlussendlich in die Eingangshalle.
Vor dem Sicherheitscheck konnte ich auch noch den ersten eSportler am Flughafen entdecken. Eine unscheinbare Person mit ESL-Pulli und Schal und genauso glücklich über die äußerst gründliche Sicherheitsprüfung. Kurz danach stand dann auch schon deebeejay neben uns und 15 Minuten später ging es auch weiter durch den Regen ins Flugzeug. 60 Minuten später – Sardinenbüchsen-Feeling inklusive – waren wir dann in Stockholm bzw. Nahe Stockholm. Der erste überraschende positive Moment entstand dann, als wir von einem ESL-Mitarbeiter eingesammelt wurde, der uns zu unserem Hotel bringen sollte.
Aus knapp 60 Minuten Fahrt wurden durch Stau und einen LKW, der durch die Mittelleitplanken wollte, zwei Stunden.
Zuerst sollte es zum Hotel gehen, in dem Turtle Entertainment untergebracht war. Dort angekommen, war der Verantwortliche für die Einteilung und Organisation der Zimmer und Hotels auf dem Weg zurück vom anderen Flughafen um mehrere GIGA-Mitarbeiter abzuholen. Das Hotel machte mit einer nett eingerichteten Lobby und einladenden Zimmern und Betten einen richtig guten Eindruck und so entstand die erste Freude auf einen baldigen Schlaf, leider waren wir aber noch nicht in unserem Hotel angekommen, sondern lediglich in dem des ESL-Staffs. Also blieb uns die Wahl: Warten bis er da ist oder mit zur Location und dort auf den ersten LKW aus Köln zu warten. Ersteres klang verlockender und aus der Abholaktion wurde eine Stunde Warten im Regen und eine hilflose Suche nach dem richtigen Parkplatz. Die gesamte Location wirkte riesig und ohne wirklichen Haupteingang. Da kann man nur hoffen, dass das Eventteam das alles bis Morgen hinkriegt. Nun sollte es zu unserem Hotel gehen, das etwas abseits am Messegelände liegen sollte. 15 Minuten Fahrt später, durch einige Tunnels und über noch mehr Brücken, erklärte uns die nette Navidame, dass wir am Ziel angelangt wären. Hotels waren zwar da, unser Hotel jedoch nicht. Einige Navi-Einstellungen später fanden wir aber dann doch noch die richtige Strasse und schon bald war die Leuchtreklame „New World Hotel“ zu sehen.
Dort angekommen war schon der erste Eindruck negativ. Ziemlich abgelegen im Industriegebiet und direkt an irgendwelchen Schienen wurden wir untergebracht. Weit weg von Gut und Böse scheinbar. Auf der Suche nach etwas Essbarem fragten wir an der Rezeption nach, die uns die Bar empfahl. Im Umkreis von zwei bis drei Kilometern sollte es keine Läden geben und so versuchten wir es also in der Bar. Im Angebot waren noch vier warme Speisen: Erstens das Essen des Tages, dass nach Nachfrage nur noch aus Reis bestand. Hmm, abgelehnt. Zweite Alternative wäre ein „Pie“ gewesen, der irgendwie uns beiden nicht wirklich zusagte. Nummer Drei war der Evergreen: „Pizza“. Als Letztes gab es noch ein Gericht, dessen Name sehr ungewöhnlich klang und vom Barkeeper als irgendein Gebäck beschrieben wurde. Pizza klang als verwöhnter Mitteleuropäer zu dem Zeitpunkt noch am besten und so bestellten wir beide das knapp vier Euro teure Vergnügen.
Nach knappen zweieinhalb Minuten erwartete uns eine rechteckige Pizzascheibe, die etwa die Größe eines DIN-A5-Blattes hatte. Der Geruch konnte gerade noch überzeugen und so versuchte ich mich an diesem Stück Mikrowellen-Kunst und wurde enttäuscht. Noch eiskalt und mehr oder weniger nach Nichts schmeckend half das „Essen“ zwar gegen den Hunger, geschmacklich war es aber nach Schulnoten unbefriedigend. Jetzt hilft wohl nur noch eine kalte Pepsi und dann muss es auch ins Bett gehen.
Morgen wird alles besser!