Wenn man an Köln denkt, fällt einem zuerst der Dom ein sowie die vielen verschiedenen Möglichkeiten zum nächtlichen Partyspaß. Allerdings steht die Stadt auch im Zeichen des eSports, denn mit Giga und der ESL sind dort zwei der wichtigsten eSports-Instanzen vertreten. Aus diesem Grund findet auch die LAN-Relegation in Köln statt und welch anderer Ort wäre für dieses Ereignis besser geeignet, als das Sport- und Olympiamuseum. Zwischen dem Benetton B195-Renault, mit dem Michael Schumacher 1995 die Formel-1-Weltmeisterschaft gewann und diversen anderen historischen Gegenständen aus der Sportgeschichte, versammeln sich hier die Relegationteilnehmer, um ein kleines Stück eSports-Geschichte zu schreiben. Für die Community ist dieses Event vielleicht nicht so wichtig wie die EPS Finals, doch für die Teilnehmer geht es dabei um alles oder nichts. Daher muss man der ESL für die Wahl der Location auf jeden Fall ein Lob aussprechen, denn nicht ohne Hintergedanken wurde dieser Ort ausgewählt. Vielleicht kann man hier in fünf bis zehn Jahren sogar die Maus eines EPS-Siegers bestaunen, oder einen von Mious diversen Pokalen.
Die Anfahrt zum Sportmuseum ist allerdings eine Katastrophe, denn zur Zeit befindet sich auf der Fahrbahn am Rheinufer eine Großbaustelle. Es existiert zwar eine Tiefgarage, allerdings muss man schon sehr genau hinsehen, um in dem Gewirr von Straßen- und Baustellenschilder eben dieses Schild zu erkennen. Manch einer erkennt es erst beim zweiten oder dritten vorbeifahren, welches die Vorfreude zunächst erheblich dämpft.
Einmal angekommen sieht die Welt allerdings schon wieder ganz anders aus, denn das Sportmuseum steht direkt vor einem, wenn man aus den Katakomben der Tiefgarage kommt. Innen wirkt zunächst alles sehr gemütlich und ruhig, doch schon im Eingang kann man vereinzelt die Schreie der Relegationsteilnehmer wahrnehmen. In einem nicht allzu großen Nebenraum, der normalerweise für Sonderaustellungen genutzt wird, ist alles wichtige für die Relegation aufgebaut und erinnert an eine ganz gewöhnliche LAN. Nur ein großer Giga-Ständer sowie zwei Flatscreens für die Presse lassen auf eine Veranstaltung der ESL schließen. Das Geschehen wird vor allen Dingen von lautstarken Jubelschreien, Ansagen und Motivationsrufen geprägt. Direkt am Eingang schrie sich der Orga von TBH.eSports die Seele aus dem Leib und klang nach dem ersten Spiel nicht mehr ganz so fit, während WC3-Spieler Bam im hinteren Teil seinem Ärger lautstark Luft machte. Manche Besucher schreckt dieses laute Geschrei offensichtlich ab, doch jeder eSport-Interessierte wird von dieser Atmosphäre begeistert sein, die sich im Punkt Emotion vor anderen Sportarten mit Sicherheit nicht verstecken braucht.Ein einziges Manko bleibt: Mittlerweile existiert eine Verzögerung von anderthalb Stunden, daher könnte sich die Entscheidung, die Relegation an einem Tag abzuhalten, als Fehler herausstellen.

