Ernüchterung hat sich breit gemacht. Verglichen mit den eigenen Zielen, erst recht mit den Erwartungen der Community, hat fast kein deutsches Team erfolgreich auf der shgOpen abgeschnitten. mousesports und aTTaX sind nicht auf dem Podium, a-Losers und mTw nicht unter den besten Zehn. Lediglich ID Gaming hat mit dem 9. Platz das eigene Ziel erreicht und gerade im Spiel gegen SK Gaming viele überrascht.
Warum aber hat es nicht geklappt mit dem Traum vom Finale? Warum kam das Ende des Turniers für die deutschen Teams so plötzlich und verfrüht? Fragen, auf die sich zumindest pauschal keine Antwort finden lässt. Vielmehr müssen die Umstände jedes Teams einzeln betrachtet werden. Gemessen an den eigenen Erwartungen hat das positivste Ergebnis letztendlich ID Gaming erreicht. Das neu formierte Team um Bodo belegte Platz 9-13, verlor lediglich gegen SK Gaming und 69N-28E. Gegner also, die man nicht als Kanonenfutter für das deutsche Team bezeichnen würde. Dennoch war Bodo enttäuscht, als nach der Niederlage gegen die Finnen das Turnier für ID beendet war. Grund dazu hatte er, denn beide Spiele verliefen überhaupt nicht zur Zufriedenheit der Deutschen.Gegen SK Gaming wehrten sich Todi und Co bravurös und erzwangen sogar eine Overtime auf de_cpl_mill, der Map also, auf der die anderen deutschen Teams alle untergingen. In dieser aber sicherte sich der schwedische Favorit auf den Turniersieg das Weiterkommen und ID musste unglücklich den Weg über das Lower Bracket antreten. Hier traf man auf de_dust2 auf 69N-28E und traf, wie sich Hanso wütend ausdrückte, „überhaupt nichts. Wir sind da zu zweit um die Ecke gekommen, stehen beide vor ihm und der Finne kann uns beide nacheinander ausschalten“. ID vermutete, dass 69N-28E mit verbotenen Configs spielte, konnte dies in der Halbzeit aber nicht nachweisen. So ging die Partie mit 1:16 verloren und ID musste die Sachen packen. Dennoch kann das Team mit dem Erreichten zufrieden sein und erhobenen Hauptes die Heimreise antreten.
Überhaupt nicht zufrieden wird man dagegen im Hause mTw sein. Platz 33-48, so das ernüchternde Ergebnis des Traditionsclans. Besonders die Art und Weise, wie es zustande kam, war alles andere als erfreulich. Man muss dem Team um uLTi zwar zugute halten, dass es mit Volt Gaming gleich in der ersten Runde des Upper Brackets einen starken Gegner hatte, dennoch hätte einfach mehr von mTw erwartet werden können. Die anschließende Niederlage gegen das Team von Gatekeepers war allerdings alles andere als nötig. Auch wenn mTw noch ein neues Team ist, das sich erst endgültig aufeinander einspielen muss, so war das Abschneiden an diesem Wochenende leider eine Enttäuschung. Die a-Losers verpassten die besten Zehn nur knapp und mussten sich mit einer Niederlage gegen Logitech aus dem Turnier verabschieden. Auch wenn crash anschließend nicht wirklich heiter war, so darf nicht vergessen werden, dass a-L vor dem Turnier eigentlich tiefer stapelte, als man sich letzten Endes präsentierte. Von einem Untergang, wie fleks ihn noch vor kurzer Zeit befürchtete, war jeden Fall nichts zu spüren. Mehr erwartet hatten sich viele von aTTaX und mousesports. Mit hohen Ambitionen angereist, konnten beide Teams noch nicht den Erwartungen genügen und nicht mit den absoluten Topteams mithalten. Bis auf den Sieg von aTTaX gegen aAa gab es auch kein wirklich enges Spiel, in dem man hätte sagen können, dass Glück und Pech über den Ausgang der Partie entschieden hätten. Die Ergebnisse sprachen für sich und leider gegen die Deutschen. CHEF-KOCH und silver waren sich nach dem Ausscheiden relativ einig, als sie das Spiel ihrer Teams als zu schlecht bezeichneten. Man konnte einfach noch nicht mithalten. Bei mouz allerdings machte die Art und Weise der Kommunikation während der Niederlage etwas Sorgen: Der Ton zwischen silver und Blizzard war nicht unbedingt freundlich.Und doch sollte jetzt nicht sofort angefangen werden, die Leistungen des Wochenendes zu verurteilen. Vielmehr sind alle anwesenden deutschen Teams noch in einer Phase, in der sie zueinander finden müssen und in der es ganz normal ist, wenn noch nicht alles klappt. Dass nicht nur mouz und Co. dieses Problem haben, zeigte sich am Beispiel SK Gaming: Auch die Schweden enttäuschten auf ganzer Linie und doch wird jetzt niemand sofort davon überzeugt sein, dass SK ein ähnlich desaströses Jahr wie 2006 spielen wird. Noch sind sie, genau wie die deutschen Teams, nicht in Form. Das kann sich aber ganz schnell ändern. Im letzten Jahr verlor aTTaX 1:16 gegen fnatic und 10:16 gegen SoA, wurde Sechster. In Form kam das Team trotzdem. Und wie.



