So eben wurde das deutsche CS:S-Team von aTTaX wegen einem Flashbug aus dem shgOpen-CS:S-Turnier entfernt. Noch vor einem knappen dreiviertel Jahr hatte der gleiche Clan schon mal ein Problem mit einem solchen Vorfall. Auf dem ESWC 2006 wurde gegen einen Protest der aTTaX-Spieler entschieden, als Made in Brazil auf de_nuke den in 1.6 bekannten Flashbug ausgelöst hatte. Jetzt scheint sich dieser Begriff auch seinen Weg in die Source-Szene zu bahnen. Zumindest nach Ansicht der Clanbase-Admins, die das shgOpen-Turnier leiten.
Der aTTaX-Spieler Stefan ‚Head‘ Heckel hat während des Lower Bracket-Finales sein CS:S-Fenster geschlossen und wieder geöffnet, um zum Beispiel die Server-IP rauszukopieren oder ins IRC zu gucken. Dies hat bei ihm einen nicht reproduzierbaren Flashbug ausgelöst, der von den Admins als „Bugusing“ eingestuft wurde. Bestraft wird das aTTaX-Team wie Cheater, Disqualifikation aus dem Turnier. Ein Flashbug bei 1.6 hat nur einen Rundenabzug zur Folge, im schlimmsten Fall ist dies eine Niederlage.
Links Flashbug mit Schliereneffekt, rechts ohne
Durch diesen Flashbug zeichnen sich im geflashten Zustand auf dem Bildschirm neben der weißen Fläche auch noch die Desktop-Icons ab. Sichtbar wird in diesem Fall nicht mehr, ein Verwischungseffekt ist aber nicht mehr in gleichem Maße zu erkennen. Gerade durch den Zustand des Nicht-Vorsatzes und der Unmöglichkeit, den Fehler zu reproduzieren, hat der Spieler Head die ungewöhnlichen Strukturen während der Flash einfach ignoriert und wollte mit seinem Team die Begegnung noch gewinnen.
Dubios wird der Vorfall dann aber erst wirklich, wenn man sieht, wer die Admins auf das Problem aufmerksam gemacht hat. Spieler des Clans „Copenhagen eSport“, die aTTaX im Turnier zuvor deutlich unterlegen waren, hatten ihre Kollegen von Logitech informiert und den Admin verständigt. Dieser hat sich dann am PC von Head über den Fehler informiert und ist dann zu Gesprächen mit Adminkollegen in den abgesperrten Bereich entflohen, im Schlepptau weiterhin die Spieler von Copenhagen eSport und Logitech. Nach knapp zehn Minuten holte dann ein Copenhagen eSport-Spieler den aTTaX-Team-Captain Philipp und teilte ihm mit, dass sein Team disqualifiziert wurde. Eine für aTTaX unverständliche Entscheidung, denn so ein nicht reproduzierbarer Bug (zumindest im Bezug auf das Erscheinen der Desktop-Icons) wird in anderen Ligen zu recht einfach ignoriert.