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eSport auf der CeBIT: Verschiedene Welten

ESL Extreme Masters Finals oder Samsung Europan Championships, was ist unsere Priorität? Wollen wir die Besten der Besten Europas schlagen, oder wollen wir in einem quasi Mixteam um den inoffiziellen Europameistertitel spielen? Um 160.000 Euro, in einem Finale wie es Europa nach mehreren Monaten Gruppenspielen der europäischen Extraklasse noch nicht gesehen hat oder in einem Turnier, das erst zu Beginn der Woche ausgelost wurde und in dem nun ca. 20 mehr oder weniger begabte Teams um eine allerdings nicht zu verachtende Summe von 15.000 Dollar Preisgeld spielen?

„Diese TFTs bringen überhaupt keinen Spaß“, ruft silver halbherzig in die Runde. mousesports feat. Roman R. spielt grade gegen TeG. The elder Gods. Der rumänische Clan ist einer dieser klassischen WCG-Teams. International unbedeutend, doch sobald die World Cyber Games über ihre nationalen Qualifier die Tür auch für die armen, talentierten Teams Osteuropas öffnet, eine nicht zu unterschätzende Größe. Und es sieht tatsächlich nicht gut aus. mousesports ist am Rande einer Niederlage. Zuvor war die Stimmung noch deutlich besser: Nicht gegen rumänische quasi-Nonames, nein, gegen Pentagram, den aktuellen WCG-Champion und kürzlich gekürten shgOpen-Zweiten, geht es diesmal. Und silver ist Feuer und Flamme. Jede kritische Stimme, die in wichtigen Spielen der letzten Zeit innerhalb oder außerhalb des Teams von seiner Seite aufkam, ist verflogen. Die Tatsache, ob Tim Hochgrebe in den letzten Tagen sein Team in einer unangebrachten Art und Weise zu verbessern versuchte oder gar kritisierte, ist vergessen. Nun zählt nur noch, ob mouz auf de_nuke die aktuelle Runde gegen die Polen von Pentagram holt, oder ob mousesports den Kürzeren zieht. Runde für Runde.

Unbedingter Wille

Unbedingter Wille

Im Falle des Rundenerfolgs nehmen die Gewohnheiten der Mäuse angsteinflößende Züge an. Da geht es nicht nur darum, sich gegenseitig anzufeuern. Auch der Gegner, der Luftlinie geschätzt 1,5 Meter entfernt sitzt, bekommt hautnah mit, wie motiviert die Deutschen und insbesondere Tim ’silver‘ Hochgrebe sind. Vielmehr wirkt das zuvor scheinbar übermächtige Pentagram, bekannt durch etliche Schlägereien im Sinne der Motivation während des Spiels, ernsthaft eingeschüchtert. Fast ängstlich sind die Blicke eines kuben, der sonst ganz anders aus sich heraus geht.

Jede anschließend gewonnene Runde wird durch ein Aufstehen, ein martialisches Geschrei und ein Tarzan-ähnliches Verbrüderungsritual gefeiert. Die sonst allzu lauten Polen müssen einen Kloß nach dem anderen herunter schlucken und sind Gefangene der gegnerischen Agressivität. Sie hoffen noch, dass mousesports als Angreifer einbrechen wird, doch diese Hoffnung ist umsonst. Vielmehr sind es die Mäuse, die den Sack schnell zu machen und sich so nach dem Unentschieden gegen aTTaX im Rennen um die Playoffs halten. Mit einem ganz starken Spiel gegen einen absoluten Topgegner.

Blizzard kämpft mit seinem PC

Blizzard kämpft mit seinem PC

Und die SEC? Nun, nicht nur silver ist sich ob der ungewohnten Monitore unsicher. Auch Blizzard hat seine Hardwareprobleme, erst mit dem Rechner an sich, dann mit dem angeschlossenen Keyboard, zuletzt mit dem Ventrilo-Server. Es klappt nicht, es verzögert sich und die Herausforderer aus Rumänien fordern einen Matchstart. Verständlich, lange hat man auf das Spiel gewartet. Der Start erfolgt auch, allerdings zu einem Spiel, das gar nicht nach dem Geschmack der Deutschen verläuft. Die Hingabe und Motivation, die während der Spiele gegen aTTax und Pentagram noch für den Erfolg standen, sind nun nur noch leise Hinweise auf einen ungewohnt gut aufspielenden Gegner.

Lediglich Kapio stemmt sich auch verbal gegen die drohende Niederlage. „Alle die Kopfhörer runter!“, brüllt er, um dann den Mitspielern deutlich zu machen, dass es sich im laufenden Spiel nicht um eine Strafejump-Map handelt, auf der so viele hübsche Sprünge wie möglich über Wohl und Wehe entscheiden. Vielmehr analysiert Kapio die Fehler des Teams und bringt dieses so langsam aber sicher auf die Erfolgsspur. Und so erreicht ein mäßig motiviertes und durch die Monitore stark gehemmtes mousesports einen knappen Sieg gegen den Außenseiter TeG. In der zweiten Overtime, wohlgemerkt.

Klar wurde durch diesen ersten Tag nicht nur, dass im Lager der Extreme Masters die weitaus besseren Teams in den Wettkampf gehen. Dies ist eine lange feststehende Tatsache. Aber auch die Motivation, mit der mousesports an die Aufgaben heran geht, unterscheidet die Wettbewerbe grundlegend von einander. Daran kann auch ein hoch motivierter und stark spielender Roman R. nichts ändern, er verringert nur die Symptome. Klar wird aber: Erst die ESL Extreme Masters, dann die SEC. Mal schauen, ob sich das nach dem morgigen Tag noch ändert, oder ob mouz in einem Wettbewerb ausscheidet, um sich anschließend auf den anderen zu konzentrieren. Was dem deutschen Abschneiden auf der CeBIT besser bekommt, muss sich noch erst zeigen.

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  1. DerKiLLa #1
    "Lediglich Kapio stemmt sich auch verbal gegen die drohende Niederlage. "Alle die Kopfhörer runter!", brüllt er, um dann den Mitspielern deutlich zu machen, dass es sich im laufenden Spiel nicht um eine Strafejump-Map handelt, auf der so viele hübsche Sprünge wie möglich über Wohl und Wehe entscheiden."

    LoL, nice Kapio ;)
    muckeeeY #2
    das die bei em die dt. version spielen müssen ist die höhe! wahrscheinlich noch mit eiterblut. dann noch die tfts, so verärgert man die elite!
    qu4ste #3
    mouz muss einfach auf die forderen ränge kommen sonst wird der erfolgsdruck nicht kleiner
    big_jason #4
    Und so erreicht ein mäßig motiviertes und durch die Monitore stark gehemmtes mousesports einen knappen Sieg gegen den Außenseiter TeG. In der zweiten Overtime, wohlgemerkt.

    mouz sind ja auch die einzigen die mit TFTs spielen müssen....
    Luke_4513 #5
    muckeeeY schrieb am 16.03. - 12:20:

    das die bei em die dt. version spielen müssen ist die höhe! wahrscheinlich noch mit eiterblut. dann noch die tfts, so verärgert man die elite!

    zwar schon alt, aber manchmal einfach passend...

    WENN MAN KEINE AHNUNG HAT, EINFACH FRESSE HALTEN!!!
    overkill #6
    muckeeeY schrieb am 16.03. - 12:20:

    das die bei em die dt. version spielen müssen ist die höhe! wahrscheinlich noch mit eiterblut. dann noch die tfts, so verärgert man die elite!

    Die Farbe des Blutes ist spielentscheidend. Und wer auf so einem Niveau spielen möchte, MUSS auch auf TFTs spielen können. Man wusste über diese ja vorher Bescheid und hätte sich, wenn man heulen möchte, entsprechend vorbereiten können.
    matthi_3475 #7
    nice von kapio :> gut geschrieben!
    ReFragErator_8078 #8
    "Daran kann auch ein hoch motivierter und stark spielender Roman R. nichts ändern, er verringert nur die Symptome"

    Roman R.? :D
    derb #9
    ja für die WCG spielt Roman R. stadt Gore, w

    weil keine ausländer im team zulässig sind.
    csc #10
    sehr politischer artikel mein lieber......:)
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