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Gastkolumne: Die Spreu und der Weizen

Es ist schon etwas traurig, was mit der CPL passiert. Einst der größte und bedeutendste Veranstalter, heute nur noch eine leere Hülle, über die Publisher ihre Produkte präsentieren können. Nichts gegen World in Conflict oder F.E.A.R. Das mögen ja tolle Spiele sein oder noch werden. Aber weder ist eine große Community vorhanden, noch kann man sich namhafte eSportler in den Titeln vorstellen wie einst bei Painkiller. Möglicherweise gibt es eine Reihe von Anhängern, aber der Kern der eSport-Szene wird sich wohl nicht dafür begeistern lassen.

Graphix von a-L wartet immer noch auf 18.000 CPL-Dollar

Graphix von a-L wartet immer noch auf 18.000 CPL-Dollar

Zu tief sitzt auch der Frust bei den Leuten. Die CPL begleitete viele von uns über Jahre und glänzte lange mit Spitzenturnieren. Seit 2006 ging es dann abwärts. Der Verlust von Intel und Nvidia konnte nie wirklich verkraftet werden. Die CPL World Season 2006 stand im Schatten der World Series of Video Games. So oder so, AMD und ATI schienen mit der CPL nicht zufrieden gewesen zu sein und zogen sich nach einem Jahr wieder raus.

Auch die WSVG enttäuscht. Guitar Hero 2 ist ein reines Highscore-Spiel, mit klassischen eSport-Titeln wie Quake oder Starcraft hat das überhaupt nichts zu tun. Und Fight Night Round 3, na ja, vielleicht finden das ja einige Amis toll. Man sollte nie vergessen, dass die WSVG ihre Wurzeln in den USA hat. Drei von fünf Stops in Nordamerika sprechen für sich, wobei es nur auf einem Counter-Strike 1.6 geben wird. Dass es der beliebte Taktik-Shooter nicht mehr auf die Liste der offiziellen Titel geschafft hat, wird auch an der Championship Gaming Series (CGS) liegen. In den USA wird denen wohl keiner mehr in Sachen Counter-Strike das Wasser reichen können. Denn was wäre ein Spitzenturnier in den USA ohne ein Team3D oder compLexity?

Wer kann sich die Quake-Stars in F.E.A.R. vorstellen?

Wer kann sich die Quake-Stars in F.E.A.R. vorstellen?

Dass die WSVG einstecken musste, zeigt sich auch beim Preisgeld, das im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel gesunken ist. Fatal1ty, nun Moderator bei der CGS, ist mit seiner Firma nicht mehr als Sponsor aktiv. Auch Microsofts Xbox360 ist nirgendwo mehr zu entdecken, obwohl es die Titel eigentlich nahelegen. Wirklich konsequent ist die WSVG bei der Spielwahl auch nicht. In China wird erst einmal mit Warcraft 3, Counter-Strike und World of Warcraft gestartet. Drei der Haupttitel fehlen damit.

Für World of Warcraft fehlt es eine Woche vor dem Turnier weiterhin an einem Regelwerk. Die stärksten PvP-Gilden wissen sowieso nichts von der WSVG. Und so eiert die Turnierserie irgendwie noch in der CS- und WC3-Szene rum, ohne da noch gewollt zu sein. Übrigens, wer mir sagen kann, wo der Stop in Wuhan nun genau stattfindet, soll sich bitte melden. Viel Spaß bei der Suche…

WSVG: Nicht mehr konkurrenzfähig?

WSVG: Nicht mehr konkurrenzfähig?

Warum also die beiden großen amerikanischen Turnierveranstalter des letzten Jahres eine Kehrtwendung um 180 Grad machen, liegt einerseits an der starken US-Konkurrenz in Form der CGS, andererseits auch an der mangelhaften Organisation. Da kann man auch ruhig noch einmal erwähnen, dass einige CPL-Teilnehmer seit über vier Jahren auf ihr Preisgeld warten.

Wir erleben im eSport gerade eine natürliche Marktregulation. Das Angebot war zu groß und gleichzeitig wurde nicht alles so professionell betrieben, wie es den Anschein hatte und wie es notwendig gewesen wäre. Konsequenz: CPL und WSVG suchen neue Märkte bzw. nehmen jede Option wahr, um ihre Firmen weiter betreiben zu können. Wenn man so will, trennt sich gerade die Spreu vom Weizen. Das hat nichts damit zu tun, dass Counter-Strike oder Warcraft 3 nun tot wären. In China entsteht für diese beiden Spiele gerade erst ein neuer, riesiger Markt.

Trotzdem sollten wir uns mit dem Gedanken anfreunden, dass es nicht auf Ewigkeit ausschließlich mit den großen zwei, drei Titeln funktioniert. Es gibt eben auch andere aktive Computerspieler im Internet. Neun Millionen WoW-Spieler sind einfach eine zu große Masse, um sie dauerhaft ignorieren zu können.


Anmerkung von readmore.de: Gastkolumnist Simon „Rudi“ Wondracek ist Redakteur beim eSport, Online-Gaming und Multiplayer Magazin eGames.

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  1. carni #1
    Neun Millionen WoW-Spieler sind einfach eine zu große Masse, um sie dauerhaft ignorieren zu können.

    ich muss sagen, auch wenn nicht gerne, dass sowas absolut stimmt! cs, wc3 & co sind ebend die titel der jungen "masse" und ebend nicht von der welt
    Arno Nüm #2
    Traurige Entwicklung, wenn man Anhänger der "zwei bis 3 großen" ist. Man kann nur hoffen, dass demnächst neue Spiele kommen, die

    1. genug Möglichkeiten bieten, um wirklich eSport tauglich zu sein

    2. vom Hersteller ausreichenden Support erhalten, um über Jahre lebensfähig zu bleiben

    und 3. was nun immer wichtiger zu werden scheint, vom Publisher in die wichtigen Turniere "eingekauft" werden.
    #3
    hmm interessante kolumne! sehr angenehm zu lesen und nachvollziehbar aufgeschlüsselt.

    ich danke dir für diesen kleinen "lichtblick" ;)
    BlindGuardian #5
    Möglicherweise gibt es eine Reihe von Anhängern, aber der Kern der eSport-Szene wird sich wohl nicht dafür begeistern lassen.

    für den kern der esport szene interessiert sich nicht wirklich jemand ausserhalb der szene. das war vor jahren schon so, ist heute auch so. mit reinen "esportlern" allein laesst sich keine kohle verdienen. diese erkenntnis hat nur ewig auf sich warten lassen.

    Und Fight Night Round 3, na ja, vielleicht finden das ja einige Amis toll.

    man merkt du kennst das spiel nicht, sonst haettest du intelligenteres geschrieben.

    andererseits auch an der mangelhaften Organisation. Da kann man auch ruhig noch einmal erwähnen, dass einige CPL-Teilnehmer seit über vier Jahren auf ihr Preisgeld warten.

    das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. die drei mal die ich da war, waren die turniere recht gut organisiert

    Wir erleben im eSport gerade eine natürliche Marktregulation.

    nein, denn das wuerde be3deuten, beide firmen verchwinden vom markt. tun sie aber nicht. vielmehr handelt es sich um eine marktevolutioon, und das wird so weiter gehen.

    Das hat nichts damit zu tun, dass Counter-Strike oder Warcraft 3 nun tot wären. In China entsteht für diese beiden Spiele gerade erst ein neuer, riesiger Markt.

    gemessen an mmporgs ist es aber trotzdem ein witz. :)
    qu4ste #6
    da bleibt dann ja nur noch europa und asien

    und genau das spielt der esl genau in die hände

    also eigentlich nicht so schlimm solange in europa cs und wc3 noch die macht sind
    TDog #7
    hahahaha #6, die need for speed fahrer gewinnen BMW's im wert von keine ahnung wieviel und wc3 udn cs kriegen vllt mal nen tausender, denkst du echt die beiden spiele sind noch an der macht??? leider nicht uach wenn ich beide seit jetzt ca. 5 jahren spiele!!
    Rudi #8
    für den kern der esport szene interessiert sich nicht wirklich jemand ausserhalb der szene. das war vor jahren schon so, ist heute auch so. mit reinen "esportlern" allein laesst sich keine kohle verdienen. diese erkenntnis hat nur ewig auf sich warten lassen.

    Sehe ich einfach anders. Das es schwer ist, mit dem Kern der Szene Geld zu verdienen ist eine Sache, dass sich dafür niemand "interessiert", eine andere.

    das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. die drei mal die ich da war, waren die turniere recht gut organisiert

    Wenn du auf Pump lebst und die Kosten in die Höhe treibst durch eine schlechte Organisation, hat das durchaus was miteinander zu tun. Aber schön, dass du drei mal dagewesen bist. Ich erinnere dann auch gerne an die ersten World Tour Stops, z.B. den in der Türkei, wo der eine Laster angeblich einen Unfall hatte und das eigentliche Turnier deshalb verschoben wurde. Das zum Thema Organisation und Preisgelder auszahlen.

    nein, denn das wuerde be3deuten, beide firmen verchwinden vom markt. tun sie aber nicht. vielmehr handelt es sich um eine marktevolutioon, und das wird so weiter gehen.

    Wer sagt denn, dass das nicht genau das passieren wird? Marktregulation ist schon der richtige Begriff, für das was ich meine. Du brauchst nicht immer zu denken, weil du anderer Meinung bist, dass die anderen die Sachen falsch formulieren.
    BlindGuardian #9
    ich glaube nicht, dass das passieren wird. die nachfrage nach gekauften pr dienstleistungen (was wsvg und cpl im moment eindeutig sind) wird so schnell nicht abnehmen. und fühl dich nich gleich angegriffen, so wars nich gemeint :)

    was die organisation angeht: zeige mir eine einzige organisation, die keine fehler gemacht hat in den letzten jahren. genau, gibt es nicht :)

    Sehe ich einfach anders. Das es schwer ist, mit dem Kern der Szene Geld zu verdienen ist eine Sache, dass sich dafür niemand "interessiert", eine andere.

    nun, das interesse wird nicht zuletzt durch das potentiell zu verdienende geld gespeist. ich sehe das leider sehr nuechtern :x
    ka1 #10
    super Kolumne, gut zu lesen!
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