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Äußerungen mit Folgen

Vor wenigen Tagen spielte sich in der Warcraft-III-Welt eine allzu bekannte Szene ab. Ein Spieler, der sich aufgrund fadenscheiniger Umstände ungerecht behandelt fühlt, weiß sich nicht anders zu helfen, als seinen Gegenüber hemmungslos mit Nachrichten zu bombardieren, die sich nicht unbedingt dem Spielgeschehen widmen. Nichts Besonderes – mag der abgehärtete Zocker denken. So wurde doch jeder Spieler der schon mal stärker war als sein Gegner bereits der Nutzung unlauterer Mittel bezichtigt. Auch, sich auf diese Unterstellung anschließende Beleidigungen, sind in den großen Weiten des Internets leider keine Seltenheit. Schlimm genug – doch sind solche Vorfälle wirklich von Leuten zu erwarten, die sich als „eSportler“ bezeichnen? Leute, die eventuell den Anspruch haben Geld mit dieser Tätigkeit, die zum Sport gezählt werden möchte, zu verdienen? Eigentlich nicht – glaubt ein vernünftig denkender Mensch. Doch was sich Friedrich Franz alias „Bam“ am vergangenen Freitag in der NGL-TWO beim Clanwar seines Teams „pod.hama“ gegen „evoplay“ geleistet hat, entzieht sich jeglicher Vernunft.

Zunächst täuschte „FriedrichF“ zwei Disconnects vor, um zu erzwingen, dass sein Spiel gegen „DNA“ im Battle.net ausgetragen wird. Dieser Dreistigkeit folgte ein Chatlog, der jeden rational veranlagten Menschen wütend machen sollte. Den Höhepunkt der Hasstiraden bot ein freundliches:
(05:00) burn in hell
(05:03) motherf*****
(05:05) Rechtstsradikale Äußerung
(05:06) i hope
(05:10) we overrolle
(05:11) ur f******
(05:13) piece of s***
(05:15) country

Die erste Frage, die sich beim Durchlesen dieser Sprüche eines offenbar geistig Unterprivilegierten stellt (abgesehen von der Frage, wo die besagte Person Englisch gelernt hat): Wer ist „we“? Wen wähnt der Realitätskritiker als seine Unterstützung? Eine kleine Gruppe arbeitsloser Langzeitlangweiler? Die viel wichtigere Frage bleibt jedoch: Wie kann überhaupt ein Mensch, der sich halbwegs mit seiner Heimat verbunden fühlt, einen solchen Rufmord in Kauf nehmen? Das Bild der Deutschen ist in vielen Ländern immer noch eng mit den Geschehnissen des 2. Weltkrieges verbunden. Zumindest diese Generation sollte es doch schaffen, aus der Geschichte zu lernen und sie nicht in dieser negativen Weise zu verbreiten. Personen wie Friedrich Franz schaden nicht nur dem Ruf des eSports sondern auch dem Ruf der Deutschen. Jeder faire und logisch denkende Spieler sollte sich für einen derartigen Vorfall schämen.

Glücklicherweise hat der Clan „pod.hama“ sofort die richtigen Schlüsse gezogen. Alles andere als eine Suspendierung wäre inkonsequent gewesen. Die Entscheidung der NGL hätte sogar härter ausfallen können. Eine Sperre nur für die aktuelle und nächste Saison scheint in Anbetracht dieser Idiotie fast zu wenig.

In erster Linie ist dies ein Appell an alle, die sich an Wettkämpfen im Internet beteiligen. Fairness wird auch dort, wie im „richtigen“ Sport, vorausgesetzt. Oder erwartet ihr von einem Michael Ballack, dass er dem Schiedsrichter nach einer Schwalbe den Hitlergruß entgegnet?

Verfasst von Coldplayer.

  1. cagooN #1
    wuerd ma gerne wissen welche Rechtsradikale Äußerung er gemacht hat
    Airwall #2
    die eine mit der Hand
    Coldplayer #3
    konnteste zumindest bis vor kurzem noch auf der ngl seite nachlesen, musste mal gucken. war halt die typischste rechtsradikale äußerung, die es so gibt... hoffe ihr seht das hier ähnlich wie ich in meinem artikel :p
    #4
    Woher weist du das er Disconnect vorgetäuscht hat? (vll habe ich ja irgendwo was überlesen weis nämlich nichts davon)

    Vielen haben schon geflamet auch große Spieler... auch diskriminerende äusserungen wie fucking Nazi.... aber da die ja beliebter sind ist es egal oder wie? und jetzt kann man sich den Friedrich rausnhemen und finger auf ihn zeigen weil er ja nicht viel zu melden hat in wc3.... aber andere dürfen munter weiter flamen...

    Na das zeigt eben das Bild der Community ein liebling darf machen was er will aber eine ohne hin böser muss an den pranger gestellt werden...

    Er hat sich entschuldigt und damit sollte man die sache vergessen und nicht noch einen mittelmässigen Artikel verfassen.
    blesS #5
    Hmm das Thema wurd schon mehr als genug durchgekaut. Der Artikel fasst die Geschehnisse eigtl. nur zusammen und bietet nichts neues.
    Coldplayer #6
    flamen und derartige rechtsradikale äußerungen sind für mich ein riesenunterschied... egal, wer so was sagt, er ist bei mir immer unten durch...
    JLN_11861 #7
    in jeder hinsicht ein virtuos geschriebener artikel. die differenzierte herangehensweise samt intensivierung als herzstück ist stilistisch nahezu perfekt. allein der aufhänger hätte ein wenig interesseweckender gewählt werden können. trotz der schwere des vergehens gelingt es das geschehene in geflügelter fassung zu rezitieren. die wohlplatzierten ironischen einwürfe setzen dem ganzen das sahnhäubchen auf. wenn nun noch der autor bekannt gegeben würde...
    Coldplayer #8
    blesS schrieb am 09.06. - 20:07:

    Hmm das Thema wurd schon mehr als genug durchgekaut. Der Artikel fasst die Geschehnisse eigtl. nur zusammen und bietet nichts neues.

    wurde eigentlich auch schon früher geschrieben... aber finds trotzdem wichtig, dass man darauf aufmerksam macht, damit sich andere spieler in zukunft drei mal überlegen, was sie sagen...
    Coldplayer #9
    w4sp.de | LilaLaunebaer schrieb am 09.06. - 20:09:

    in jeder hinsicht ein virtuos geschriebener artikel. die differenzierte herangehensweise samt intensivierung als herzstück ist stilistisch nahezu perfekt. allein der aufhänger hätte ein wenig interesseweckender gewählt werden können. trotz der schwere des vergehens gelingt es das geschehene in geflügelter fassung zu rezitieren. die wohlplatzierten ironischen einwürfe setzen dem ganzen das sahnhäubchen auf. wenn nun noch der autor bekannt gegeben würde...

    willst du mich verarschen oder meinst du das ernst? :)
    #10
    gefällt mir nicht so ne welle zu machen wegen ein paar dummer flames.

    als ob er sich das wirklich vorher genau überlegt hätte und ne fundierte meinung vertreten würde.
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