Eine Liga mit Teams wie mousesports, aTTaX, a-Losers, TBH.eSports und und und … Jede Woche ein Spiel, davon eins als Top-Spiel präsentiert und per Game-TV übertragen. Darüber sollte sich jeder eSport-Interessierte freuen. Tut er aber nicht. Warum? Es handelt sich um die Gamestar League.
Der erste Kritikpunkt ist die Organisation, oder besser gesagt die nicht vorhandene Organisation. Außer einem Spielplan, der wöchentlich eine Partie vorsieht ist in diesem Bereich nichts vorhanden, was man auch nur annähernd als Planung bezeichnen könnte. Die Spieltermine müssen unter den Teams selber geklärt werden, auch sind sie für die Beschaffung von HLTVs und Livebots zuständig. In Zeiten von Blank-TV und HLTV.org liegt die Beschaffungszeit von HLTVs unter fünf Minuten. Deshalb ist nicht nachvollziehbar, dass sich kaum die Gelegenheit bietet ein Spiel zu verfolgen. Wenn aber niemand die Regeln durchsetzt und fehlende Übertragungen bestraft, wundert sich keiner mehr, dass Terminabsprachen und die laut Regelwerk vorgeschriebenen Übertragungsmöglichkeiten nicht ernst genommen werden.
Nicht ernst genommen fühlen sich dadurch auch die Zuschauer. Wenn der User von einer Partie, aufgrund des nicht aktuellen Spielplans, erst nach dem Spiel erfährt und dann auch noch die Scorebots und HLTVs fehlen, ist es kaum verwunderlich, wenn sich niemand mehr für die Gamestar League interessiert. Man will ja zuschauen und nicht erst selbst mit Managern und Spielern den Spieltermin bestätigen um dann doch zu erfahren, dass es leider keine Übertragung gibt. Gelunge Öffentlichkeitsarbeit und Communitynähe sehen anders aus, über die Homepage möchte man gar nicht erst sprechen.
Die GSL vereint in der sogenannten Premiere League zwar fast alle deutschen Top-Teams, allerdings kann man auch diverse EAS-Clans vorfinden – und zwar nicht nur erstklassige. Damit wird bei vielen Partien die Spannung zum Fremdwort. Aufgrund der mangelnden Herausforderung für die Top-Clans, gepaart mit einem Desinteresse an der Gamestar League, können noch nicht mal die Top-Spiele ernst genommen werden. Das Team mit der besseren Tagesform gewinnt, die Vorbereitung ist oft gleich null. „Die GSL ist für uns nur eine Nebenliga, die nicht wirklich wichtig ist.“ lautet das vernichtende Urteil eines EPS-Spielers. Was soll man als User von einer Liga erwarten, bei denen die meisten Ergebnisse als zufällig bezeichnet werden können und selbst Underdogs gegen Favoriten gewinnen?
Das Fazit fällt schlecht aus: Organisation, Öffentlichkeitsarbeit, Communitynähe und Konzept der GSL sind ungenügend. Nur im Punkt Optimismus kann man den Verantwortlichen eine ordentliche Leistung zusprechen. Gemeint ist der optimistische Glaube an die Selbständigkeit der Clans in Zeiten des ESL-Komforts. Sollte sich die GSL nicht schnell an die Nase packen und sich in allen Bereichen verbessern oder das Konzept ändern, wird man langsam aber sicher in der Senke der Lächerlichkeit und Unbedeutsamkeit verschwinden. Denn das Einzige was die Clans momentan in der Liga hält, ist die nicht unbedeutende Bekanntheit der Zeitschrift. Was passiert aber, wenn man diese nicht mehr nötig hat? Dabei wäre es ganz einfach: Feste Spieltage, mehr Komfort für die Teams und ein attraktiveres Preisgeld. Damit würde aus dem sinkenden Schiff zwar keine AIDA, aber Welten besser als es momentan der Fall ist. Solange aber die eigenen Admins sagen: „Diese Liga hat gar keine Admins verdient“, sieht es finster aus.