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Pssst, Lineupwechsel!

Achtung, Lineupwechsel! Was, noch einer? Ja, noch einer. Als geneigter Leser muss man mittlerweile über geradezu einsteinsche Geistesfähigkeiten verfügen, um den Myriaden an Veränderungen in den vielen wichtigen und weniger wichtigen eSport-Teams unserer Welt folgen zu können. Ganz zu schweigen von der Sisyphos-Arbeit für die Redakteure: Wann immer man den Mühlstein der noch nicht bearbeiteten Wechsel auf den Berg der Veröffentlichung gerollt hat, schleudert Gaming-Zeus seinen Blitz herab und auf ein Neues befinden sich zersplitterte Mannschaften im Tal des Teamwechsels – das Spiel beginnt von vorne. Oft ist der Blitz mit der gar schrecklichen Aufschrift „Inaktivität“ versehen. Meist nimmt Zeus jedoch seinen Standard-Lichtstrahl und injiziert „mangelndes Teamgefühl“ oder eine der ungezählten semantischen Variationen davon. Einige Teams verschleißen ihre Spieler dabei schneller, als Angelina Jolie Kinder adoptieren kann oder Franz Beckenbauer seiner Alimentenliste eine weitere Vaterschaft hinzufügt. Manchmal rollt nur ein Kopf, des Öfteren fallen aber sogar ganze Mannschaften dem wütenden Treiben zum Opfer.

Besonders heftig grollt der Gaming-Gott, wenn die Spiele zu seinen Ehren in Form der Finals beendet sind. Beseelt von dem heftigen Verlangen, den irdischen Sündern sein Missbehagen über allzu große Kontinuität kundzutun, bringt Zeus das Wechselkarussell heftig in Schwung und sorgt für temporäre Anarchie auf dem Forum Transferanum. Die Inkubationszeit des Zeusschen Zorns lässt sich hierbei unschwer ermitteln. Die Halbwertszeit seiner Nerven scheint exakt sechs Monate zu betragen, so viel weiß man nach zehn Spielzeiten. Ruhe kehrt auf dem Olymp erst ein, wenn möglichst viele LAN-Legionäre und Match-Musketiere ihr Regiment verlassen haben und einem neuen Centurio unterstehen. Gelegentlich schwillt die Unheil verkündende Stirnader aber auch während der sechs Monate auf gefährliche Größe an und kann nur durch Rausschmisse in der laufenden Saison wieder auf Normalniveau gebracht werden. Den dabei entstehenden Kollateralschäden bleibt fast nur die Überwinterung in der Inaktivität. Bote Hermes in Form der Szeneseiten tut wie immer sein Möglichstes, um dem Rest der Welt das Neueste mitzuteilen, bevor Sonnengott Helios seinen Wagen unterhalb des Horizontes parkt und die Nacht hereinbricht.

Der Zorn des Zeus scheint nahezu alle das Fürchten zu lehren. Fast die ganze eSport-Welt ist davon erfasst. Die ganze eSport-Welt? Nein, ein paar aus unbeugsamen Spielern bestehende Teams hören nicht auf, dem Störenfried Widerstand zu leisten. Beim Teutates, in einigen Legionen soll der Korpsgeist stark genug zu sein, um das Floß sicher den Styx hinabzusteuern und dabei nicht am Felsen der Veränderung zu zerschellen. Gerüchteweise sollen sich diese mystischen Mannschaften nur im Voralpenland sowie in Mittelhessen finden. TBH und aTTaX sind die einzigen, die von Teamchange-Taifun und Wechsel-Welle nicht erfasst wurden. Das Rezept ihres Zaubertranks ist leider nicht bekannt, die Suche nach Miraculix geht jedoch weiter. Man munkelt aber, Kontinuität sei eine wichtige Zutat für das Gebräu des Erfolges.

  1. Economic Hit Man #1
    Hätte es nicht gereicht zu schreiben "Es gibt viele Spielerwechsel"
    ZNI #2
    schön geschrieben
    - trash - #3
    Dier Erkenntnis jeden Lesers wäre die gleiche, trotzdem nett geschrieben :)
    r3doX #4
    Sehr geil, wenn auch etwas umständlich
    cocor #5
    Leider sehr anstrengend zu lesen, nur hättest du diese ganzen Metaphern etc. nicht benutzt, wäre es ja nur ein weiterer Artikel a la "Wir brauchen mehr Kontinuität" :P
    ven #6
    Heureka!
    __ #7
    Tekk schrieb am 15.08. - 12:47:

    Hätte es nicht gereicht zu schreiben "Es gibt viele Spielerwechsel"

    Irgendwie schon.
    #8
    er wollte uns aber gerne seine ausdrucksweise unter beweis stellen :D
    Patrick_13730 #9
    Ab und zu ganz witzig zu lesen, bloß hätte man diesen Schreibstil auf ein derzeit weniger diskutiertes Thema anwenden sollen, da es mittlerweile langweilt. Der Schreibstil mit anderem Thema: perfekter Artikel. In diesem Fall: guter Artikel. :)
    Torro #10
    Nen bisl die griechische Mythologie mit Asterix & Obelix verwechselt, aber passt schon.
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