„Manuel ‚Grubby‘ Schenkhuizen gewinnt die EuroCup Finals XV. Der Niederländer setzte sich am Wochenende in Enschede klar gegen die Nachtelfen-Spieler Daniel ‚LiiLD.C‘ Claesson, Radoslav ‚DieSeL‘ Kolev und Artem ‚Tresh‘ Mosyakin durch. Nach einem ersten Platz auf den zehnten WC3L-Finals im Januar mit den Four Kings gewinnt Grubby damit seinen ersten Solotitel 2007.“
So ähnlich wird sie lauten, die Meldung zum Ausgang der EuroCup Finals XV am Sonntag. Dass Grubby am Ende dieses Wochenendes den 2000-Dollar-Scheck für Platz eins in die Luft recken wird, gilt als ausgemacht. Den Klassenunterschied zwischen dem Niederländer und den restlichen Teilnehmern wird niemand ernsthaft
in Abrede stellen. Der einzige Grund, sich zu zieren diese Tatsache in der Deutlichkeit auszusprechen, wäre der Respekt vor den Wettbewerbern. Doch ist es eine Schande gegen einen Spieler wie Grubby als klarer Außenseiter ins Rennen zu gehen?Es war bisher kein gutes Jahr für Grubby – sportlich gesehen. Während seine öffentlich zelebrierte Beziehung zu der Singapurerin Cassandra Ng dem Niederländer zumindest die unverändert hohe Aufmerksamkeit der Fotografen sicherte, scheint er das Jahr spielerisch eher verschlafen zu haben. Sicherlich, das Können und die Konstanz sind immer noch da. Es gab in diesem Jahr nur wenige Turniere, die Grubby nicht unter den ersten Dreien abschloss. Doch immer als es darum ging, den größten Scheck entgegen zunehmen, war der Niederländer nur Zuschauer.
Und so zieht es den 21-Jährigen am Wochenende auch nicht ins ferne China, wo mit der GGL DigitalLife das sowohl weitaus besser besetzte als auch höher dotierte Turnier stattfindet, sondern ins niederländische Enschede. Er freue sich darauf, die EuroCup Finals XV fast von Zuhause spielen zu können. Nach den vielen Reisen in der letzten Zeit, müsse er sich nun erstmal entspannen. Doch auch die weitaus höhere Chance auf den Titelgewinn wird in seinen Überlegungen eine Rolle gespielt haben. Einen weiteren dritten Platz kann Grubby nun wirklich nicht gebrauchen.
Die Spannung für den Zuschauer ergibt sich am Wochenende somit nicht durch den Kampf um Platz eins. Viel interessanter wird sein, wie sich die restlichen drei Teilnehmer auf die Plätze verteilen. Der wohl aussichtsreichste Kandidat auf die Silbermedaille ist der Schwede Daniel ‚LiiLD.C‘ Claesson. Erst kürzlich trat er den Four Kings bei und soll schon bald den scheidenden Creolophus ersetzen. Die
letzten Ergebnisse lassen jedoch noch genügend Raum für Verbesserungen. In der schwedischen WCG-Qualifikation musste er sich SaSe geschlagen geben und auch auf den ENC-Finals waren seine Ergebnisse mit zwei Siegen und zwei Niederlagen durchwachsen. Dass LiiLD.C sich seinen Platz im Kader erst noch erkämpfen muss, machte die KODE5 Schweden deutlich, wo er seinem Landsmann und Clankollegen FuRy unterlag.Doch auch Radoslav ‚DieSeL‘ Kolev machte in letzter Zeit eher durch Lippenbekenntnisse als durch Leistungen auf sich aufmerksam. Nach dem Zerfall seines ehemaligen Teams JuSt Players trat er fnatic bei und beteuerte, motiviert zu sein und sich verbessern zu wollen. Wünschenswert wäre es, denn die zwölfte WC3L-Saison hätte für ihn besser laufen können. Lediglich einen Sieg aus vier Spielen konnte der Bulgare erringen. Noch weniger aktuelle Ergebnisse hat das ukrainische Talent Artem ‚Tresh‘ Mosyakin vorzuweisen. Für seinen früheren Clan pod errang er sowohl in der zweiten NGL-TWO-Saison als auch in der Premier League einen Großteil der Punkte. Nachdem pod das WC3-Team entlassen hatte, verschlug es Tresh zu PGS Gaming, wo er bisher wenig Gelegenheit hatte seine Spielstärke unter Beweis zu stellen. Ob der 20-Jährige am Wochenende überraschen kann, bleibt abzuwarten. Ein dritter Platz wäre bereits ein Erfolg.
Für Manuel ‚Grubby‘ Schenkhuizen hingegen zählt nur der Titel. Er hat viel zu verlieren, der Erwartungsdruck ist hoch. Da könnte man beim entspannten Heimaturlaub schon mal ins Schwitzen geraten. Der Durst nach Erfolg scheint jedoch größer zu sein als die Angst vor der Blamage. Und wer weiß, vielleicht fängt das Jahr 2007 für Grubby dann erst so richtig an.

