Donnerstag, 4.10.2007 – 21.00 Uhr CET / 12.00 Uhr Ortszeit Seattle
Endlich drinnen im Qwest Field Event Center. Diese Koreanerinnen am Presseeinlass waren zwar ganz nett, aber offenbar hemmungslos überfordert, mir endlich meinen Presseausweis auszudrucken. Währenddessen sehe ich auf der Bühne den ersten Auftritt von Starcraft-Spieler GoOdy, der einem Chinesen unterliegt. Da hätte ich spontan auch mal wieder Lust gehabt, zur Maus zu greifen. Starcraft ist zwar alt, aber immer noch ein tolles Teil, wie ich finde.
Was ist bisher hier in Seattle passiert? Eigentlich relativ wenig zählbares. Am Dienstag war ich mit einigen deutschen Spielern in Seattle einkaufen. Außer einem leicht albernen Xlord (siehe Fotos – er geht wirklich wie eine Horse!) und einem kreativen Bettler gab es dabei recht wenig zu berichten. Die Story von dem Bettler war aber echt geil. Er erzählte Josh, er würde in 24 Stunden in Kanada heiraten, habe aber kein Benzin mehr und keiner würde ihm seine kanadischen Dollar wechseln. Ob wir nicht alle zusammenlegen könnten, um ihm eine Tankfüllung zu bezahlen, damit er rechtzeitig zu seiner Hochzeit wieder in Kanada sein könne. Ja ne, is klar, nech.
Danach ging es in das riesige Spielerhotel, wo die mehreren hundert Teilnehmer der WCG untergebracht sind. Leider ist davon nur ein Bruchteil interessant. Oder möchte jemand ein Interview mit dem Carom3D-Spieler aus Portugal? Danach war ich dann mit dem deutschen CS-Team essen und man hat wirklich das Gefühl, dass dieses Team nie in einer anderen Konstellation zusammengespielt hat. Beste Laune zwischen tixo, paN und Co. Vor allem haben alle richtig Lust auf Counter-Strike. Fast wie eine Gruppe Junkies, die sich auf ihren nächsten Schuss freut. Aber ich find das gut. Die Jungs sind heiss, sie kennen ihr Spiel und ich bin sicher, dass sie uns nicht enttäuschen werden.
Am nächsten Tag war ich dann mit meinem Kollegen Christoph von Computec im Science-Fiction-Museum. Gab ja eh nichts wirklich zu tun. Danach im Spielerdorf, wo mir als erstes mitgeteilt wurde, Xlord habe seinen Sieg beim Poker am Vorabend mit dem Ausruf „Call me SEXLORD“ quittiert. Interessant. Danach war die offizielle Eröffnung, die von semi-spannenden Reden geprägt war. Als ich kurze Zeit danach am Tisch des CS-Teams vorbeikomme, ertappe ich Kapio, wie er aus dem Informationsmaterial Papierflieger bastelt. Er sah das offenbar genau wie ich.
Apropos Kapio: Die Story vom Flughafen war im Grunde unspektakulärer als gedacht. Man habe ihn schon durchlassen wollen, aber dann stellte man fest er sei im Iran geboren. Dann sei er in ein Nebenzimmer geführt worden, dort habe er eine Stunde sitzen müssen und dann ging auch schon sein Flieger Richtung Seattle. Sogar noch vor dem von Josh, mooN und deto. Also alles halb so wild.
Später am Abend kommen dann BeeemIt und Rüdiger an, die entspannte 22 Stunden Flug hinter sich haben und dafür verhältnismäßig frisch wirken. Wir reisen dann vom Spielerhotel in unser Hotel zurück, wo die Beiden noch auf dem Laptop eine Runde FIFA08 spielen wollen. Ich nehme mir eigentlich vor zuzuschauen, da meine letzte FIFA-Erfahrung aus dem Jahr 1998 stammt, aber die Überdecke von Rüdigers Bett ist dann so gemütlich, dass ich mich zusammenrolle und wenig später einschlafe. Daniel schießt einige unvorteilhafte Fotos vom schlafenden Craven und schmeisst mich dann raus. Kollegenschwein.
Nun bin ich also im Pressebereich, es schallt All-time-Favourite „Beyond the Game“ durch die Halle und die Arbeit kann beginnen. Auf jetzt!