Die Umstände
Der gestrige Skandaltag hat seine Wirkung nicht verfehlt. Zuschauer, Journalisten und Spieler stellen sich die Frage, wieviel der Sieg in diesem Turnier eigentlich wert ist. Wären die Halbfinalspiele heute genauso verlaufen wie die Achtel- und Viertelfinalspiele gestern, wäre die Antwort klar: Nichts. Doch die Halbfinalbegegnungen gingen protestfrei über die Bühne. Damit ist zumindest der Finaltag gerettet. Mit NoA und emuLate stehen zwei Teams im Finale, die in diesem Turnier gute Leistungen gezeigt haben und auch unter normalen Umständen um die Medaillenränge gespielt hätten. Das Duell der Dänen gegen die Franzosen ist das erste Spiel seit der Gruppenphase, das ohne faden Beigeschmack seinen Lauf nehmen wird.
Die Finalisten
emuLate
Die Franzosen leisteten sich im WCG-Turnier nur einen Ausrutscher gegen k23. Ansonsten war emuLate das beste Team in Seattle. Auf dem Weg ins Finale schlugen die Franzosen Finalgegner NoA, Deutschland, mibr, eSTRO und A-Gaming – eine beeindruckende Bilanz. Natürlich besticht das Team auch durch individuelle Glanzleistungen, aber vor allem das Teamgefüge stimmt. Es zahlt sich aus, dass die Spieler schon sehr lange in dieser Konstellation zusammen sind. Gerade gegen Deutschland wurde der Unterschied zwischen einem eingespielten Team und einem Mixteam deutlich. Weiterhin hatten die Franzosen Glück, dass sie von den Adminquerelen verschont blieben. Das schont die Nerven für das Finale. Allerdings hielt sich emuLate heute mit A-Gaming länger auf als erwartet.
Der Weg ins Finale:
- Sieg gegen Halcyon (inferno)
Sieg gegen NoA (dust2)
Sieg gegen novacancy (nuke)
Niederlage gegen k23 (train)
Sieg gegen Sequential (dust2)
Sieg gegen Deutschland (inferno, nuke)
Sieg gegen eSTRO (train, dust2)
Sieg gegen A-Gaming (dust2, inferno (N), nuke)
Team NoA
Die Dänen hatten einen wilderen Weg ins Finale als emuLate. Das Marathonmatch gegen wNv im Viertelfinale mit den unberechtigten Verwarnungen dürfte NoA noch in den Knochen stecken. Auch gegen eMazing machten es sich die Dänen nicht einfach. Nach einer guten Vorstellung auf dust2, gab NoA train deutlich ab und Verunsicherung machte sich breit. Gerade rechtzeitig konnten sich zonic und seine Mitspieler auf nuke dann wieder fangen und machten den Finaleinzug klar. Insgesamt wirkt NoA in Seattle nicht souverän, aber ihr Kampfgeist und Zusammenhalt lässt sie schwierige Situationen überstehen. Tugenden, die auch im Finale Bedeutung haben.
Der Weg ins Finale:
- Sieg gegen Sequential (inferno)
Niederlage gegen emuLate (dust2)
Sieg gegen halcyon (nuke)
Sieg gegen novacancy (train)
Sieg gegen k23 (dust2)
Sieg gegen wNv (dust2, train (N), inferno)
Sieg gegen mibr (train, dust2)
Sieg gegen eMazing (dust2, train (N), nuke)
Ausblick
emuLate könnte im Finale gegen NoA auf deren de_train-Schwäche schielen. Die Dänen verloren diese Map sowohl gegen wNv als auch gegen eMazing und das trotz hpx, dessen AWP auf den großen Distanzen von de_train eigentlich ein entscheidender Faktor sein sollte. Aber auch emuLate schwächelte im Kampf zwischen den Zügen gegen k23. Das Vorrundenspiel zwischen den beiden Finalisten wurde auf dust2 ausgetragen, eine weitere mögliche Mapwahl von emuLate. Damit sind die Franzosen sehr flexibel und NoA kann sich, bis zur Bekanntgabe, auf nichts sicher einstellen. Die Dänen könnten hingegen inferno favorisieren. Im Halbfinale mussten die Franzosen auf dieser Map eine Schlappe gegen A-Gaming hinnehmen. NoA konnte hingegen wNv auf inferno bezwingen. Eine mögliche Mapwahl der Dänen könnte auch de_nuke sein. Gegen eMazing spielten zonic und seine Mitspieler dort groß auf, aber auch emuLate zeigte auf dieser Map Stärke. Das Finale ist also schon vor dem „rr“ von der Taktik geprägt.