Am Ende stehen 33 Punkte auf dem Konto. Mit elf Siegen und drei Niederlagen, die letztendlich Platz zwei und die Qualifikation für die Finals der EPS Saison XI bedeuten, erfüllte mTw die Erwartungen, die der Clan an das neu formierte CS:S-Team hatte. Doch die Geschichte des letzten halben Jahres ist bewegender, als es Zahlen erzählen können.
Das Lineup, das mTw wieder zurück in die Erfolgsspur bringen sollte, wurde Ende Juli präsentiert. Die Reaktionen darauf waren gemischt. Ob nYm0, der geeignete fünfte Mann ist und ob bishop und litchblade ihren Aufgabe ernst nehmen würde, waren die Fragen, die sich die Szene stellte. Im Saisonstart sahen sich dann die Kritiker auch direkt bestätigt. Mit 13:16 verlor das neu formierte Team gegen hoorai. Kein schlechter Gegner, aber wie sollte das erst gegen aTTaX und n!faculty aussehen? Bishop, bast1an, litchblade, nYm0 und puRit durften sich jetzt keinen leichten Fehltritt mehr erlauben.
Nach einem Sieg gegen bomk (damals TAT) sah sich mTw im dritten Saisonspiel den raccoons gegenüber. Das Team um nimrod (damals evoplay) hatte vor der Saison in den CGS-Qualifiern vor der Saison überzeugt und war dadurch in den Kreis der Geheimfavoriten der EPS aufgestiegen. Eine weitere Niederlage und das Ziel Finals wäre für mTw schnell in weite Ferne gerückt. Auf de_dust2 musste Bishop und sein Team zuerst verteidigen. Mit einem 6:9-Rückstand ging es in die Halbzeit. Als Angreifer holte mTw dann die zehn benötigten Runden und den Sieg gegen raccoons. 16:13 war der Endstand.
Beflügelt von diesem Erfolg zerstörte mTw darauf die Abstiegskandidaten GMPO und xTp. Gerade mal sieben Runden wurden in diesen beiden Spielen abgegeben. Mit noch mehr Rückenwind ging es dann Ende September nach New York, zum Digital-Life-Turnier der GGL. Dort sollte mTw auf die amerikanischen CS:S-Teams treffen. Wie zum EPS-Saisonstart herrschte in der Szene wieder Skepsis, ob mTw sich dort behaupten könne. Wie der Auftakt gegen hoorai ging auch das Unterfangen USA schief. Zwei Spiele, zwei Niederlagen. Gegen LA compLexity und Team Hyper hatte mTw keine Chance. Zehn Runden in zwei Spielen waren die Ausbeute.
„Wir sind von dem ernüchternden Ausgang der Übersee-Reise zwar enttäuscht, aber das hat keinen Einfluss auf unsere Motivation für die EPS.“, gab mTw nach der Rückkehr im Prematch-Statement zum Spiel gegen ESC Gaming zu Protokoll. Diesen Worten ließ das Team in der Woche der Wahrheit auch Taten folgen. ESC wurde mit 16:10 besiegt und foesport war vier Tage später auch kein Gegner. Nur einen weiteren Tag darauf kam wartete dann egamespoint auf mTw. Dieses Spiel hatte vorentscheidende Charakter im Kampf um die Finalplätze. Mit einem Sieg würden bishop & Co einen direkten Konkurrenten ausstechen. Auf de_cbble ließ mTw dann keine Zweifel daran, dass das Team den misslungenen Amerika-Trip gut verdaut hatte. 16:5 war das Resultat, mit dem man die eigenen Ansprüche untermauerte und drei Spiele in einer Woche erfolgreich absolvierte.
Doch wer jetzt dachte, mTw würde in Ruhe die Saison fertig spielen und sich bereits für die Finals vorbereiten, sah sich getäuscht. Erst fertigte Titelverteidiger aTTaX bishop und seine Mitspieler auf dem iFNG in Bochum mit 16:4 ab und als dann noch das Spiel gegen n!faculty verloren ging, kam es zu Konflikten im Team. Letztendlich musste nYm0 seinen Platz für den als sechsten Mann verpflichteten zato räumen. Mit ihm wollte mTw aber anscheinend nicht auf den Finals antreten. Doch die Initiative Blaze von fnatic auszuleihen scheiterte. Mit zato im Lineup ging es zum Saisonabschluss dann gegen Speed-Link. Ein brisantes Duell, da das Werksteam auch Gegner auf den Finals sein wird. Das mTw-Team mit zato siegte knapp, aber verdient mit 16:12.
Genauso wie mTw hat auch der ehemalige endeffect-Spieler eine bewegtes halbes Jahr hinter sich. Erst scheiterte er in der Relegation mit seinem damaligen Team und jetzt steht er auf den Finals, vielleicht gibt es für ihn und mTw ein Happy-End.
