Der Dunst über Los Angeles am gestrigen Abend war fast sinnbildlich für den kommenden ersten Spieltag der CGS-World-Championship. Niemand weiß so genau, wie stark die Teams sind, die Journalisten sind alle gespannt, was im Sony Studio geboten wird und wie groß der Andrang von Fans ist. Die CGS hat sich mit genauen Bildern und Informationen bisher bedeckt gehalten und so sind, trotz der großen Pressemappe, immernoch genügend Fragen offen. Stellen kann man die in der Pressekonferenz, die am heutigen Vormittag im Hotel abgehalten wird. Neben der traditionellen Online-Presse haben sich schon am Vortag mehrere Zeitungsredakteure angekündigt. Aus Deutschland ist, wie schon bei den World Cyber Games in Seattle, die Süddeutsche Zeitung vor Ort. Drei bis vier Artikel sind in den nächsten Tagen geplant.
Gerade für solche Artikel sind der deutsche Spieler The Tactical und sein General Manager Jonas ‚bsl‘ Alsaker Vikan gefragt. Sie müssen erklären, wie sie sich vorbereitet haben, was sie zu den anderen Teams denken und wie sie Deutschland repräsentieren ohne wirklich da gewesen zu sein. Eine Frage, die später auch im Gespräch mit CGS-Mitarbeitern aufkam. Der CGS geht es bei den Franchises um das regionale Interesse der eSport-Fans und einen strukturellen Anfang in dem Land. Dass es keine deutsche TV-Übertragung gibt, ist daher nicht so schlimm. „Man ist ja noch am Anfang“, bekommt man als Antwort, wenn man etwas kritischer nachfragt.
Insgesamt ist die CGS immernoch im Aufbau. Man sucht noch an vielen Stellen nach neuem Personal, überlegt sich nicht weiter konkretisierte Veränderungen für Saison zwei und versucht gerade das Geld erstmal in den Vordergrund zu stellen. 30.000 US-Dollar pro Spieler in einigen Monaten. Soviel wie man sonst nicht im eSport verdienen kann. Als Sieger der World Championship winken etwa 100.000 US-Dollar pro Spieler. Dann kann man noch 5.000 US-Dollar im Individualturnier gewinnen.
Die CGS muss in dieser Woche zum ersten Mal vor internationaler Presse zeigen, dass sie das Geld einigermassen sinnvoll eingesetzt hat. Mit den Sony Studios haben sie einen Ort gewählt, der einen bekannen Namen hat. Wichtig wird aber sein, dass sie die Spiele für die eSport-Fans aufbereiten, eine große Öffentlichkeit interessiert sich einfach noch nicht für das Treiben vor dem PC oder Fernseher und so könnte gerade diese Ausrichtung der CGS ein großes Problem werden.