Während der Olympischen Spiele ist immer das Spielerdorf der erste Anlaufpunkt für Reportagen, große Geschichten und die kleinen Skandale der Sportswelt spielen sich dort ab. So ähnlich ist es auch während der CGS. Während die Journalisten, Organisatoren und VIPs im Radisson-Hotel untergebracht sind, wohnen die Spieler in einem Apartement-Komplex in Venice Beach. Knapp einen Kilometer vom Wasser entfernt, direkt gegenüber vom Marriott-Hotel, liegen knapp zehn Häuser in mitten einer Palmenlandschaft. Zentral gelegen befindet sich ein Hotel. Die CGS hat die 110 Spieler in Zimmern mit je fünf Spielern untergebracht. Jeweils das CS:S-Team und der Rest des Franchise sind in einem Apartement. Das bedeutet auch, die weiblichen DoA-Spieler müssen sich mit ihren männlichen Kollegen ein Lebensraum teilen. Etwas, das man im prüden Amerika wohl so nicht erwartet hat.
Neben den Spielerräumen gibt es in den Häusern insgesamt zwei Trainingsräume. Dort haben zur selben Zeit zwei CS:S-Teams, zwei PGR-Spieler, drei DoA-Spieler und zwei FIFA-Spieler Platz, um sich auf die Spiele vorzubereiten. Mit strikten Nutzungszeiten zwischen den Franchises und abwechselnden Trainingspartnern versucht man faire Bedingungen zu schaffen. Nebenbei kommt immer wieder Jonathan ‚Fatal1ty‘ Wendel in den Raum und stellt den wartenden Spielern Fragen zu den kommenden Spielen. „Wo liegen ihre Stärken?“, „Wie hat man sich vorbereitet?“, „Was ist speziell am Gegner?“ – Nicht nur die Spieler, sondern auch der Experte muss sich auf die Spieltage vorbereiten. Fatal1ty selbst sieht diese Vorbereitung als Ergebnis seiner eigenen Spielerkarriere: „Ich will einfach alles über die Spieler wissen, da ich auch als Spieler genau weiß, worauf es ankommt. So bringt der Job weit mehr Spaß.“Nach dem Training gehen viele Spieler Richtung Strand, Hollywood oder einfach Einkaufen. Nur wenige Journalisten verirren sich in das Spielerdorf. Eine Fahrt zwischen Hotel und Spielerdorf kostet knapp 20$ im Taxi. Die meiste Zeit können die Spieler also ihren Interessen nachgehen. Nur während der Spiele müssen sie alle im TV-Studio auftauchen. Eine Pflicht, die viele nervt, da man die Zeit sinnvoller nutzen will. Insgesamt hat man das Gefühl, dass durch das Preisgeld eine ganz andere Stimmung zwischen den einzelnen Teams herrscht. Man beobachtet sich, achtet darauf, was die anderen machen und versucht Fehler und Stärken zu analysieren. Außer den CS:S-Teams spielen alle anderen nur intern gegeneinander. Den wirklichen Showdown wird es also erst auf der Bühne geben.
Etwas angenehmere Umstände haben die General Manager. Sie arbeiten in einem eigenen Apartement mit knapp 90 Quadratmetern und einem eigenen Wohnzimmer. Die meisten trifft man trotzdem in den Trainingsräumen, da sie die Leistungen ihrer Akteure überprüfen. Berlins GM Jonas ‚bsl‘ Alsaker Vikan kann nach eigenen Angaben so viel besser arbeiten: „Ich brauche einfach Spieler um mich herum und wenn es zu viel wird, mache ich Musik an und hab wieder meine Ruhe.“Das Berliner Team zeichnet sich ausserdem durch den Versuch aus Teamgeist aufzubauen. So ist ein gemeinsames Abendessen Pflicht und auch in der Zwischenzeit geht man zusammen weg und versucht dem Ziel CGS-Weltmeister näherzukommen. Denn das ist es, was alle wollen. Der Trainingselan der ausgeschiedenen Teams nähert sich dann auch dem Nullpunkt. So ist das nun mal. Am Ende der Olympischen Spiele ist es im Spielerdorf und auf den Trainingsanlagen auch ziemlich einsam.

