Das Jahr 2007 neigt sich seinem Ende entgegen und alle Counter-Strike 1.6-Begeisterten können auf ein durchaus erfolgreiches Jahr zurück blicken. Denn entgegen vieler Erwartungen war 2007 eher ein Fortschritt für unser Spiel, als ein Rückschritt. Fast ist man geneigt sich wie einst Morpheus im zweiten Teil der Matrix-Trilogie den Source-Fanatikern mit den Worten „Wir sind noch hier!“ entgegenzustemmen.
Und wir sind nicht nur noch hier. Wir werden immer mehr! Und wir werden immer stärker. Die CPL, früher Mutter aller Turniere, inzwischen zwar eher Prügelknabe der großen Teams, aber immer noch ein Turnier, das Beachtung findet, hat bereits die nächsten beiden Wettbewerbe bekanntgegeben, auf denen Counter-Strike in seiner ursprünglichen Form vertreten sein wird. Ebenso wie die größten internationalen Turniere der Neuzeit: Auf der WCG und dem ESWC 2008 wird Counter-Strike 1.6 gespielt.
Damit scheint die Zukunft eines Spiels gesichert, das von der einen oder anderen Source-Community-Page bereits diverse Male begraben wurde. Doch was so ein richtiges Urgestein der eSport-Welt ist, das lässt sich nicht unter die Erde bringen. readmore.de, inzwischen wohl die Hauptanlaufstelle von Counter-Strike-Fans im deutschsprachigen Raum, profitiert natürlich auch davon. So blicken wir auf unser bisher erfolgreichstes Jahr zurück, mit permanent steigenden Zugriffszahlen, neuen persönlichen Besucherrekorden und einer stetig wachsenden Community.
Das spannende Overall-Finale der elften EPS-Saison, welches wieder einmal Werbung für unser Spiel war, wurde beispielsweise 135560 Mal angeklickt und weit über 1800 Mal kommentiert. Manche regionale Zeitung würde sich über so viele Zugriffe an einem Tag auf der gesamten Seite freuen. Für uns ist es nur ein Ansporn besser zu werden. Schließlich wollen wir, dass Counter-Strike im Jahr 2008 weiter wächst.
Natürlich sind wir dabei auch darauf angewiesen, dass Veranstalter wie die WCG aus den Fehlern, die man dieses Jahr beging, gelernt haben und fortan sowohl unpolitische Admin-Entscheidungen und sinnvolle Regeln entstehen. Denn so etwas wie auf den diesjährigen World Cyber Games möchten wir in Zukunft nicht mehr sehen. Wir wollen spannende Turniere, mit sinnvollen Regeln, die alle Facetten von Taktiken über Aiming, bis hin zum Movement in seiner vollen Pracht zulassen. Und schon gar nicht wollen wir Spiele sehen, die dann später durch das Einwirken von Sponsoren am grünen Tisch noch gedreht werden.
Natürlich verstehen wir, dass die große koreanische Firma am liebsten ein koreanisches Team auf dem obersten Siegertreppchen sehen will. Dann jedoch sollen sie den eSport und vor allem Counter-Strike in ihrem Heimatland so fördern, dass jenes Team, welches von Korea entsendet wird, mit legalen Mitteln in der Lage ist, die internationale Konkurrenz zu stürzen. An dieser Stelle komme ich natürlich nicht daran vorbei, auch die deutschen Lizenzhaber der WCG zu kritisieren. Klar gibt es viele mouz- und viele aTTaX-Fans. Aber die Lösung beide Parteien glücklich zu machen ist es nicht, ein nationales Mixteam auf solch ein Event zu schicken. Am Ende ist es fast egal welches Team die Reise angetreten hat, wenn es in der Lage ist, sich mit den Besten der Besten zu messen! Wir werden dann dem entsprechenden Team die Daumen drücken!
Über den deutschen CS-Sektor gibt es dieses Jahr eigentlich nichts zu meckern. Selbst dieses eigentlich könnte man ersatzlos streichen. Denn trotz der etlichen Wechsel im Sommer und den uns bevorstehenden Karussellfahrten im nächsten Sommer, haben sich die Teams im Allgemeinen vor allem verbessert. Zwar ist aus dem Zweikampf der beiden großen auch dieses Jahr kein echter Dreikampf oder Mehrkampf geworden, doch Teams wie TBH und auch das neue Hoorai stehen bereit, die beiden Großen von Zeit zu Zeit zu verärgern.
Nur eine Sache bleibt, die uns und mir auch 2007 nicht gepasst hat. Hört endlich auf zu betrügen! Einen Vorteil hat niemand davon. Wer jetzt noch nicht erwischt wurde, wird es spätestens in der nächsten EPS-Saison. Denn wenn die Leistungen zwischen LAN und Internet zu stark schwanken, kann man sich nicht immer mit seiner Nervosität rausreden. Und wenn man betrachtet, wie oft in diesem Jahr, vor allem gegen Ende, erfolgreiche EAS-CS- sowie EAS/EPS-CS:S-Teams diesem Fluch zum Opfer fielen, ist dieses sehr bedauerlich. Niemand möchte sich wie einst zu PG-Zeiten nach jedem Spiel fragen müssen: Hat der nun an oder hat der nicht an?
Daher mein Appell zum Jahresabschluss an die ESL und Turtle Entertainment: Schafft endlich den Direktaufstieg ab! Von readmore schon seit Jahren gefordert, würde dies wohl den letzten Zweifel an dem einen oder anderen Spieler verstummen lassen. Ob man dann acht Teams auf die Relegation holt, oder nur sechs weil die beiden Schlechtesten der vergangenen EPS nicht mitmachen dürfen, ist wieder ein anderes Thema. Aber wir wollen keine Teams in der EPS, die sich zuvor nicht einmal im LAN beweisen mussten, vor allem dann nicht, wenn es immer wieder auftauchende Gerüchte darüber gibt, dass sie nicht sauber spielen.
Bleibt mir nur noch allen CS-1.6-Begeisterten einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen. Hoffentlich konnten wir eure Erwartungen was Berichterstattungen betrifft in diesem Jahr befriedigen. Auch in 2008 werden wir wieder alles tun, um euch packenden eSport einen Schritt näher zu bringen.
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