Geht es besser? Zehn der weltbesten Spieler, vereint in einem Spiel, um sich einen epischen Wettkampf zu liefern? Die besten Aimer, die besten Taktiker, die besten Allrounder, das alles im LAN und unter Wettkampfbedingungen? Da schnalzen Laie und Kenner gleichermaßen mit der Zunge. Das alles bot heute das ESL Extreme Masters All-Star Game. Die zehn „wertvollsten Spieler“ der Masters, die zuvor von den Team-Managern und der Community gewählt wurden, traten als Overture zu den anstehenden Finals im Rahmen der CeBIT gegeneinander an. tixo und mooN aus Deutschland, dazu f0rest, walle und zahlreiche andere Hochkaräter.
Aber was war das für ein Spiel? Gähnende Langeweile! Gespielt wurde de_nuke und es wurde gerushed, wie es eben grade so passte. Natürlich, man kann von einem völlig zusammengewürfelten Haufen keine taktischen Meisterleistungen erwarten, aber das, was die Spieler boten, hatte nicht mal die Züge eines Gathers, in dem man sich immerhin bemüht, Absprachen zu treffen. Lustlos hoppelten die Spieler über den Server und spielten eine gemütliche Runde Public.
Einzig LeX, dessen Team nach der Halbzeit 2:13 hinten lag, versuchte via Teamsay seine Kameraden ein wenig aufzuputschen. „COME ON GUYS“ „LET’S WIN THIS“ waren die einzigen zaghaften Anzeichen eines Aufbäumens der zunächst unterlegenen Partei. Danach gewann sein Team zwar noch etliche Runden, aber das war auch eher der Tatsache geschuldet, dass man eben gegen völlig unkoordinierte Counter-Terrorists auch fast nach Belieben die Runden holen kann.
Die Spieler zeigten ungefähr soviel Interesse an dem Spiel wie Vegetarier an Rumpsteak und ähnlich fiel in Folge auch das Zuschauerinteresse vor Ort aus. Aber wer möchte den Spielern einen Vorwurf machen? Es ging um nichts, es kostete nur Zeit, die die Spieler gerne zur – wenn auch meist nur mentalen – Vorbereitung genutzt hätten und es führte dazu, dass die Teams schon deutlich früher anreisen mussten, als sie es eigentlich vor gehabt hätten. So sind auch Reaktionen wie die von f0rest verständlich, der auf die Frage nach einer zweiten Map nur mit „Please, no!“ antwortete.
Dabei ist es eigentlich schade, dass eine grundsätzlich gute Idee so wenig ausgereizt wird. Das Interesse der Community war ja zweifelsohne gegeben. Gründe dafür sind ja bereits aus dem ersten Absatz abzulesen. Doch was könnte man besser machen? Ganz einfach: Preisgeld. Natürlich, auch bei einem Ligaveranstalter wie der ESL wächst Geld nicht auf Bäumen, aber diese eigentlich gute Idee dann in der Form umzusetzen, wird einer Firma wie Turtle absolut nicht gerecht. David ‚Affentod‘ Hiltscher, Manager Online-PR, räumte daher auch ein, dass der Ablauf durchaus noch Raum für Optimierungen lasse. „Man darf diesen Testlauf jetzt sicher nicht überbewerten. Wir haben uns über das große Communityinteresse sehr gefreut und ich kann mir gut vorstellen, dass es in Zukunft ähnliche Events geben wird“, sagte er nach dem Spiel.
Wir sind gespannt. Denn grundsätzlich haben auch Weltstars wie f0rest noch keinen Sättigungsgrad erreicht, wo sie für 100€ Preisgeld pro Spieler nicht eine knappe Stunde ordentliches Counter-Strike spielen. So ein Spiel würde dann auch den Ansprüchen derer gerecht werden, die durch ihre Aufmerksamkeit Events wie die Extreme Masters überhaupt möglich machen: Die Fans. Aber immerhin eines hat das Spiel heute gezeigt: Die deutschen Spieler können in puncto Aiming mehr als nur mithalten. tixo und mooN präsentierten sich beide in bestechender Form. Das Wochenende kann kommen.