Es war seine erste Saison in der ESL Pro Series und schon ist er auf den Finals; nur knapp entging ihm sogar der erste Platz, nachdem er am letzten Spieltag gegen XlorD verlor: Tim ‚HLA‘ Gebel – Newcomer und Finalanwärter der zwölften Saison. Abgesehen von seinem ersten Spieltag gegen S.o.K.o.L musste sich der Untoten-Spieler lange Zeit keiner Niederlage stellen, erst gegen Altmeister miou am 13. Spieltag wurde der Zähler auf Zwei erhöht, am letzten Spieltag auf Drei. Die Finals waren dementsprechend kein Problem für den 17-Jährigen.
Unmittelbar nach seinem Aufstieg aus der EAS war mit so etwas nicht zu rechnen. „Mit dem sechsten Platz wäre ich vollkommen zufrieden gewesen“, gibt HLA zu, „aber am zehnten Spieltag nach dem Sieg gegen dArk war klar, dass ich die Finals erreichen werde.“ Auch jetzt noch – nach seinen starken Leistungen – zeigt er sich zurückhaltend mit seinen Prognosen. „Ich bin ehrlich gesagt froh, es auf die Finals geschafft zu haben, und alles über dem vierten Platz wäre ein Bonus.“ Außer seinen Teamkollegen iNSoLeNCE konnte der Saison-Zweite keinen Finalteilnehmer besiegen; gegen miou und XlorD verlor er jeweils mit 2:0, obwohl er sich gerade gegen Undead gute Chancen ausgerechnet hatte. „XlorD hatte eine völlig neue Strategie vorbereitet, der ich an diesem Tag nichts entgegensetzen konnte“, muss HLA zugeben.
Sein erster Gegner auf den Finals ist der Menschen-Spieler miou. Auch bei ihm spart HLA nicht mit Lob und Bewunderung: Da „miou ein starkes Orc-Untoten-Spiel parat und unglaublich viel Erfahrung hat“, sieht er den Veteran der deutschen Warcraft-3-Szene auch als seinen Angstgegner im Turnier. Folglich drängt er sich selbst in die Rolle des Außenseiters, auch wenn seiner Meinung nach „jeder jeden schlagen kann“. miou konnte ihm jeweils eine Map in der Rolle des Orcs und des Humans abnehmen; HLA ist sich also bewusst, dass er sich bei miou gegen zwei Rassen vorbereiten muss, wenn er gewinnen will.
Auch wenn miou sein Angstgegner ist, so unterstellt er die Favoritenrolle doch eher XlorD, der sich schon im Spiel gegen HLA eine neue Taktik einfallen ließ, um sich den ersten Platz in der regulären Saison zu sichern. Entsprechend ausgezeichnet wird auch die Vorbereitung für die Finals sein und „er wird sich mit miou vermutlich den Sieg ausmachen“, ergänzt HLA. Ganz ohne Chancen sieht er allerdings weder sich noch den Orc-Spieler iNSoLeNCE; beide haben durchaus Möglichkeiten sich zu beweisen.
Da die Finals komplett offline sind, kommt ein weiterer Faktor hinzu, der sich nicht von der Hand weisen lässt: HLA konnte noch kein einziges IFNG bestreiten – lediglich eine Gastrolle als Moderator hat er vorzuweisen. Hier sieht HLA bei sich aber keine Defizite: „Ich habe sicher weniger Offline-Erfahrungen als die anderen drei Finalteilnehmer, aber als Nachteil würde ich das nicht werten.“ Die spielerischen Leistungen der letzten Monate haben ihn um „ein bis zwei Stufen nach oben katapultiert“, das wird ihm natürlich auch auf den Finals zugute kommen. Denn er hat „eine Konstanz entwickelt“, die es ihm ermöglicht, sich besser auf seine Gegner vorzubereiten.Auch abseits der EPS-Finals plant Tim Gebel schon etwas voraus. So wird er weiterhin versuchen auf seinem aktuellen Niveau zu spielen, weil er jetzt nach dem Abitur sein Jahr im Zivildienst gut für die Warcraft-3-Karriere nutzen kann. Zu seiner Form meint er: „Ich bin momentan unbestreitbar in der Form meines Lebens, aber es ist immer Platz nach oben.“ Es darf demzufolge auch in den nächsten Monaten noch einiges von ihm erwartet werden. Inzwischen sieht HLA starke Gegner als Herausforderung, gegen die er nicht gleich aufgibt, sondern durchaus etwas erreichen kann. Folglich kann er sich in naher Zukunft auch vorstellen Deutschland auf einem größeren Event zu vertreten, wenn ein Quäntchen Glück bei der Qualifikation mithilft.
