readmore.de: Was sind die Gründe nicht an dem Kern des alten Teams um fleks und Blizzard festzuhalten und dafür auf das frühere pod-Team zu setzen?
Marcel ‚Fladdy‘ Fladrich: Wir haben bereits seit Monaten mit Martin (fleks) und Christian (Blizzard) über das Team für die nun kommende Saison gesprochen. Dass sich an dem Teamlineup etwas ändern musste, stand seit dem IFNG in Dortmund fest und seitdem haben wir bereits intensive Gespräche mit den beiden geführt, um ein neues Lineup zusammenzustellen. Doch gerade in den letzten Wochen mussten wir feststellen, dass die Forderungen gegenüber der Leistung der Vorsaison einfach nicht mehr zusammen passen. Aus diesem Grunde haben wir überlegt, welche vergleichbaren Alternativen sich bieten und welche Spieler sonst in Frage kommen. Da war das Team von ehemals pod die erste Anlaufstelle, da das Team bereits länger zusammenspielt und auch konstante Leistungen in den letzten Monaten gezeigt hat.
readmore.de: Blizzard hat gegenüber GotFrag davon gesprochen, dass die Laufzeit und das Gehalt nicht den Vorstellungen der Spieler entsprachen. Hatten sie nicht aber eigentlich noch sechs Monate einen Vertrag?
Adam ‚Scottbull‘ Grzesik: Wir haben nach der schlechten Saison beschlossen die laufenden Verträge mit den Spielern zu kündigen, um die Gehälter von den hohen Festgehältern auf eine eher leistungsbezogene Vergütung zu ändern. Dies ist in der freien Wirtschaft ein durchaus nachvollziehbarer Wandel, denn auch unsere Sponsoren, welchen wir natürlich eine Top-Saison angepriesen haben, wollten Leistung für ihre Investitionen sehen. Bei den neuen Verhandlungen mit unseren Spielern haben sich dann die genannten Probleme ergeben und somit war es uns nicht möglich auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
readmore.de: Inwieweit wurde an den Problemen aus der Vorsaison gearbeitet. Man hatte ja lange Zeit, um da auch auszubessern?
Scottbull: Aber genau an diesem Punkt haben wir sicher unsere Erfahrungen gemacht und werden aus den Fehler der Vergangenheit lernen. Seit unserem Trip in die Ukraine wurde immer wieder im und mit dem Team gesprochen, was schlecht läuft und was sich ändern muss. Dabei ging es nicht nur um die spielerischen Leistungen, sondern auch um Einstellung, Auftreten und die Vorbereitung auf die Matches und Events.
readmore.de: Heißt das denn für euch auch, dass ihr gegenüber euren Sponsoren in der nächsten Saison unter Leistungsdruck steht?
Fladdy: Nein wir haben den Vorteil, dass wir mit unseren Sponsoren ein sehr gutes Verhältnis haben und unsere Sponsoren sich auch selbst sehr für den eSports interessieren und sich stetig selbst ein Bild von den Ergebnissen und den Entwicklungen unserer Teams machen. Dabei spielen nicht nur die reinen Ergebnisse eine Rolle, sondern auch die Entwicklung und das Umfeld des Teams und jedes einzelnen Spielers. Selbstverständlich erwarten unsere Sponsoren immer Top-Leistungen von uns, aber wir alle wissen, dass man diese Leistung im Sport nicht einfach erkaufen kann. Aber wir sind in Counter-Strike nicht nur gegenüber unseren Sponsoren enttäuschend aufgetreten, sondern vor allem auch gegenüber der Community und unseren Fans.
readmore.de: Aber gerade mit pod habt ihr ein Team, das sich im letzten Jahr nur wenig weiterentwickelt und den Sprung an die nationale Spitze verpasst hat. Wie wollt ihr das jetzt genau anstellen?
Scottbull: Das Potenzial dieses Teams war und ist noch lange nicht ausgeschöpft und wir werden gerade durch unsere sehr guten Supportmöglichkeiten versuchen das Team so weiter zu fördern, dass es sich optimal vorbereiten und trainieren kann. Das Team rund um Frans ist seit mehreren Saisons sehr konstant und wir denken, dass sie sich noch deutlich steigern können. Es steht wohl außer Frage, dass hoorai dem Team doch etwas besseren Support bieten kann, als sie ihn in den vergangenen Seasons von pod erhalten haben. Das Team konnte bislang, wie bereits richtig gesagt wurde, noch keine großen Erfolge feiern und gerade das macht sie noch erfolgshungrig und motiviert die Spieler und auch uns.
readmore.de: Neben Blizzard und fleks war auch noch mason bei euch im Team. Wäre er mit seiner Erfahrung nicht gerade eine Ergänzung für das neue Team?
Scottbull: Nein, für uns stand fest, dass wenn wir uns für pod entscheiden; dass wir das komplette Team übernehmen. Es hätte keinen Sinn gemacht ein so gut laufendes Team auseinanderzuzerren nur um Namen zu platzieren, was das Team selbst auch nicht zugelassen hätte. Ich habe vorhin einen Satz in den Comments gelesen, der es absolut auf den Punkt bringt: „Never change a winning team.“
readmore.de: Ist das neue Team denn auch deutlich billiger für euch?
Scottbull: Nein.
readmore.de: Hat man wie vor der letzten Saison denn erneut das Ziel unter die nationalen Top3 zu kommen?
Fladdy: Es ist unser natürlich Ziel bestmöglich abzuschneiden und wir gehen davon aus, dass wir mit dem Team unter den Top 5 in der ersten Saison landen. Langfristig ist es auf alle Fälle unser Bestreben auch in CS 1.6. unter den Top 3 in Deutschland zu landen, wie es uns mit FIFA und Counter-Strike: Source in der vergangenen Season auch souverän gelang. Ob dies schon in der nächsten Saison der Fall sein wird, wird sich zeigen. Das Team ist letzte Season bereits vierter auf den Finals geworden und wir wollen natürlich mit dem Team die Leistung noch steigern, durch bessere Vorbereitung und bessere Trainingsbedingungen.
readmore.de: Wie lange plant man dann mit dem neuen CS-Team?
Fladdy: Wir planen wie immer langfristig und haben die Verträge auf zwölf Monate ausgelegt, wobei wir fest davon überzeugt sind mit diesem Team auch über diese Zeit hinaus zusammenzuarbeiten. Es ist natürlich in unserem Interesse ein Team konstant aufzubauen und zu fördern und auch entsprechende Erfolge damit zu feiern. Dazu gehören allerdings immer beide Seiten. Wir sind sicher mit dem neuen Team dabei die richtige Wahl getroffen zu haben und blicken optimistisch in die Zukunft.
readmore.de: Kein WC3-Team mehr, ein CS-Team ohne die ganz großen Namen. Eigentlich müsste man jetzt Geld sparen. Ist der Clan im letzten halben Jahr von den vorher ausgegebenen Zielen abgekommen?
Fladdy: Nein, ich denke nicht. Natürlich haben wir in CS unser Ziel nicht erreicht, welches wir vor der Season ausgegeben und wofür wir auch tief in die Tasche gegriffen haben. Aber wir sind aktueller deutscher Vizemeister in FIFA (mit einer 11:9 Niederlage im Finale gegen den Serienmeister SK Gaming) und sind Top 3 in Counter-Strike: Source, welches wir zur aktuellen Season auch nochmal verstärkt haben. Unser Warcraft-3-Team bestand aus vielen Newcomern, welche alle auch in Zukunft sicherlich noch für Aufsehen sorgen werden, doch dort erwartete niemand von uns den Sprung an die Weltspitze. Es war ein logischer Schritt, um finanzielle und organisatorische Kraft zu konzentrieren auf unser Kerngeschäft. In Counter-Strike arbeiten wir daran, auch an unser Ziel herranzukommen und uns dort schnellstmöglich wieder oben zu etablieren. Insgesamt denken wir also, dass wir nicht von unserem Ziel abgekommen sind; mit zwei bereits gut etablierten Top-3-Teams und nun einem Top-4-Team in Counter-Strike. Wir blicken in die Zukunft und lernen aus der Vergangenheit, folglich werden wir nun auch nicht den Schwanz einziehen und dem Geld nachweinen sondern weiterarbeiten.
readmore.de: Vielen Dank für das Interview.
