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EPS im Ausland: Die Idee der EPS Masters

Was haben Tokio Hotel und eSport gemeinsam? – Außer fehlender gesellschaftlicher Akzeptanz fällt einem auf Anhieb wenig ein. Gerade bei den Zielgruppen gibt es kaum Überschneidungen. Für einen asiatischen Turnierveranstalter ist das aber noch lange kein Grund, auf einen Auftritt von Bill und Co vor den Fans des elektronischen Sports zu verzichten. So geschehen bei den eStars in Seoul, bei denen neben fnatic, Grubby und anderen, auch eine koreanische Teenieband ihren Auftritt feiern durfte. Wie man sieht, sind die Koreaner immer wieder für Überraschungen gut; manche davon zwar eher bizarr als wirklich durchdacht, beim Turniermodus lagen sie dieses Mal trotzdem goldrichtig. Das interdisziplinäre Kontinentalduell zwischen Europa und Asien bot Spannung und Gemeinschaftsgefühl – gerade unter den europäischen Teams in Counter-Strike eine noch nie da gewesene Regung. Das gemeinsame Ziel, die Asiaten zu schlagen, überwand Sprach- und Kulturgrenzen zwischen Schweden, Polen und Franzosen. Auch für die Fans ein neuartiges Gefühl: So viele Anfeuerungen wie auf diesem Turnier hat emulate auf readmore.de sicher noch nie erfahren. Grund genug, sich einige Fragen zu stellen.

Was hat das alles mit den europäischen EPS zu tun?

Ihre Struktur bietet die Möglichkeit an, ein Turnier zu erschaffen, welches bei Spielern und Fans ähnliche Emotionen hervorrufen könnte wie die eStars: ein Nationencup, bei dem die drei besten Teams einer EPS für ihr Land gegen die Top 3 der anderen antreten. Zusammen repräsentieren sie ihr Land und ihre Pro Series, sie kämpfen um den Titel der stärksten CS-Szene. Für jedes gewonnene Spiel erhält die Mannschaft einen Punkt, vergleichbar mit einem Clanwar in Warcraft 3. Alternativ stünde eine Anlehnung an das System der NGL zur Auswahl. Mit interessanten Regeln zur Mapwahl könnte zusätzliche Würze in’s Spiel gebracht werden; hier sind die kreativen Köpfe der ESL gefragt – bei den eStars hatte ein Seedingsystem auf verschiedenen Maps gewissen Erfolg.

Wer braucht ein solches Turnier?

Zur Beantwortung dieser Frage muss man auf ein traditionelles Problem in puncto Vereins- und Nationalmannschaftsturniere aufmerksam machen. Dazu ein kleiner Fußballvergleich: In der UEFA Champions League wird der beste Fußball geboten, nur kann sich längst nicht jeder darüber freuen. Selbst wenn die Bayern dieses Jahr in’s Finale einziehen und damit dem deutschen Fußball sicher helfen würden, könnte man in Bremen lange auf ein Autokorso warten. Ganz anders die Spiele der Nationalmannschaft: Plötzlich hoffte man sogar in Bremen wieder auf Tore von Miroslav Klose – die integrative Kraft der Nationalmannschaft ist insofern eindrucksvoll. Gleichzeitig: Gegen Manchester United, den Sieger der Champions League hätten die Spanier ziemlich alt ausgesehen.

Überträgt man das Ganze nun auf Counter-Strike, lassen sich Parallelen ausmachen. Im Zuge der wachsenden Fankultur geben viele deutsche Zuschauer bei internationalen Turnieren den Grundsatz „Hauptsache ein Team von uns gewinnt“ immer öfter auf, um lieber auf Fehltritten rivalisierender Clans herumzureiten. Eigentlich sollte hier die Nationalmannschaft stehen, die alle Fangruppen hinter sich vereint. Mit dem ENC gibt es sogar ein derartiges und interessantes Turnier. Das Problem ist aber der erhebliche Unterschied – gerade im taktischen Bereich – zwischen Clan- und Nationalspiel. Während bei Jogis Jungs noch eine klare taktische Linie erkennbar ist, verkommen beim Counter-Strike die Spiele der besten Europas zu einem Gather auf gehobenem Niveau. Es versteht sich daher von selbst, dass ein fachkundiger Zuschauer lieber Extreme Masters als ENC einschaltet.

Zwischen diesen beiden ESL-Events sollte Turtle nun eine Art EPS Masters platzieren und das Beste aus beiden Welten verbinden: Die Begeisterung ganzer Nationen, die geschlossen hinter ihren drei Teams stehen, und die taktisch deutlich anspruchsvolleren und damit interessanteren Matches aus dem Clangaming. Hinzu träte ein positiver Nebeneffekt: Man könnte endlich sicher bestimmen, welches die beste EPS der Welt bzw. Europas ist. Bisher kann man Deutschland je nach System deutlich vorne sehen; im nächster Jahr kommt mit Schweden aber ein neuer großer Konkurrent dazu. Wie sieht es dann aus?

Wer würde dieses Jahr teilnehmen?

Legt man die Top3 Ergebnisse dieses Jahres zugrunde, hätte Deutschland ausnehmend gute Chancen auf den Gesamtsieg. Für Dänemark stiegen mTw, SoA und wooSai in den Ring; für Frankreich emuLate, atLanteam und Against All Authority. In der bulgarischen EPS kam es im Juni zum Showdown, den iNNERFiRE, das frühere Man1a, für sich entscheiden konnte. Die weiteren theoretischen bulgarischen Teilnehmer HSBG und Gran Turismo sind international nur einigen Experten bekannt. Spanien würde vom Niveau her eine weit härtere Nuss für das fiktive Team Deutschland darstellen. Neben dem starken Team und frischgebackenen EPS Sieger Ledpc, welcher mit MusambaN1 und neptuNo das beste aus zwei Counter-Strike-Generationen vereint, würden Dauerbrenner x6tence und die Wizards die Deutschen herausfordern. Keine Entscheidung gefallen ist bisher bei unseren Nachbarn aus Belgien und den Niederlanden; wer sich mit dem ersten Benelux-EPS-Titel schmücken darf, wird sich Ende September klären.

Diese bisher fehlende Synchronisation der verschiedenen Ligen, würde derzeit einen solchen Wettbewerb erschweren. Doch daran wird bereits gearbeitet, wenn auch hauptsächlich im Interesse der Extreme Masters. Trotzdem sollte die ESL über die Schaffung eines solchen Turniers nachdenken und das Beste aus zwei Welten vereinen. Das auch garantiert ohne Tokio Hotel.

  1. stry #1
    hmm.
    FarZaveR #2
    Naja, das wäre dann ja noch unausgeglichener als es das jetzt schon ist. Schweden und Deutschland würden den Sieg unter sich ausmachen und Roccat könnte es gleich lassen.

    Ansonsten finde ich auch gar nicht, dass ein solches Turnier notwendig ist. Dass der ENC ein völlig unnötiger und langweiliger Wettbewerb ist, stimmt zwar, aber dem schenke ich einfach keine Beachtung und dann passt das auch.

    Das System der IEM finde ich schon sehr gelungen, auch wenn es noch ein paar Pro Series mehr geben muss, bevor die IEM wirklich den Status als Champions League inne haben. Und dass die Synchronisation noch verbessert werden muss, stimmt auch.
    zzOu #4
    der zusammenhang ist irgendwie nicht immer klar... sogar schwachsinnig (was soll der teil mit und über tokyo hotel hier Oo) aber die grundsatzidee einer EPS Masters ist sehr interessant
    Sporty #6
    die idee an sich ist genial, aber problematisch wird es in sachen preisgeld. angenommen 3 teams aus jeder eps nehmen teil, was in cs dann 15 spieler bedeuten würde. daher müsste das preisgeld sehr hoch sein, um das turnier auch für die spieler interessant zu machen.
    ulf1990 #7
    das ist doch eigentlich nur em mit einem zusammengefasste "medallienspiegel" der nationen und evtl mehr spielen, da braucht man doch kein neues tunier für machen
    Cele #8
    Die Idee finde ich persöhnlich sehr gut, wobei ich nicht verstehe, warum es nur auf CS ausgelegt ist wenn doch auch die EPS-Ligen von anderen Spielen erwähnt werden.

    Kenne mich da nich so genau aus, aber gibt es in den Ländern wo eine CS-EPS besteht nicht auch WC3, Fifa oder Source ?
    xake #9
    waere lieber fuer das fussball system :)

    jedes land eine eps und 1-3 in extreme masters
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