Startseite/Artikel/Mit einem Lächeln zur Revanche

Mit einem Lächeln zur Revanche

Es war das beste Spiel, das es im Moment in Counter-Strike zu bestaunen gibt. Das skandinavische Spitzenduell zwischen fnatic und mTw hat das Zeug zum Klassiker. Die Schweden stellen dabei die Altmeister, die in letzter Zeit ein wenig nachgelassen haben. Die Dänen sind der Herausforderer und erst seit kurzem die Nummer Eins. In letzter Zeit gab es zwei große Spiele zwischen den beiden: Auf dem KODE5 in Moskau demontierten die Dänen das Team um Patrik ‚cArn‘ Sättermon, indem sie auf zwei Maps nur elf Runden von fnatic zuließen. Auf den ESWC Masters misslang dann auch die angestrebte Revanche der Schweden völlig. Im Finale wurden sie mit 16:6 zusammengefaltet; und das, obwohl mTw die Map nach eigener Aussage immer rauswählen wollte, da sie nicht trainiert wurde.

fnatic muss gewinnen

Nun kann man aber diese beiden entscheidenden Spiele nicht mit dem heutigen vergleichen. Als Preise gab es ein paar sehr gute Kühler zu gewinnen, welche zwar sicherlich eine schöne Sache, aber mit den hohen Preisgeldern des ESWC und KODE5 nicht zu vergleichen sind. Dazu gab es einen Platz für das nächste KODE5 Finalevent zu gewinnen. Diesen müssten aber Topteams wie die beiden Nordlichter auch in der normalen Qualifikation problemlos erreichen. So kündigte dann cArn gegenüber readmore.de an, dass man das Spiel mit einer Motivation zwischen Training und Ernst angehen wolle, gleichzeitig aber auch Taktiken für den ESWC „saven“ müsse, da dort der Fokus liege. Für fnatic ging es dennoch um viel. Es galt die Ehre wiederherzustellen und vor dem wichtigsten Turnier des Jahres zu zeigen, dass man auch mTw schlagen kann. Andernfalls hätte das zu einem psychologischen Problem werden können. Es ist immer schwierig gegen einen scheinbar übermächtigen Angstgegner zu gewinnen; mit jeder weiteren Niederlage wird es allerdings nur noch schwieriger. Um das zu verhindern, musste ein Sieg her.

Insofern lag ein gewisser Druck auf fnatic. Von dem vor dem Spiel überhaupt nichts zu merken war. Harley ‚dsn‘ Orwall bekam einen Lachanfall nach dem anderen, während er versuchte Patrik ‚f0rest‘ Lindberg zu Teamkillen. Bei Fehlversuchen wurde einfach „retry“ eingegeben und es nochmal versucht. Dabei wäre er fast vor Lachen vom Barhocker gefallen. Es war dann an cArn, das Team noch einmal kurz nach draußen zu holen, um seinen Jungs den letzten taktischen Feinschliff zu verpassen. Oscar ‚Archi‘ Torgersen ließ sich erst nach einigem Zerren vom Hocker holen; danach war er gnädigerweise auch noch bereit, seinem Unterhemd das fnatic-Clanshirt zuzufügen.

Nervenkitzel auf der ersten Map – deutliches Zeichen auf der zweiten

In den ersten Spielrunden zeigte man noch gute Stimmung und sprach mTw auf die gestrige, offenbar feucht-fröhliche Nacht an. Die Lockerheit ging aber mit fehlender Konzentration einher und fnatic begann gegen die starken Dänen äußerst verhalten. Das merkte man dann auch bei den Schweden und wurde ruhiger und konzentrierter; was wiederum nicht hieß, dass die Stimmung schlecht wurde. Trotz der drohenden Niederlage auf der selbst gewählten Map de_train gab es keine Panik oder Anzeichen von Resignation. So gelang es, sich noch einige Runden als Angreifer zu sichern und den Grundstein für den Sieg zu legen. Als Verteidiger stach aus einem starken Team Oskar ‚ins‘ Holm besonders hervor, der mit viel Übersicht und relativ offensiv mTw vom großen Spot fern hielt. Trotzdem reichte es nicht ganz, um die wenigen Runden als Terror zu kompensieren. Es kam zur Overtime, die sich die Schweden in der 30. Runde sicherten. Nach der abermals verlorenen ersten Runde rief man sich noch einmal gegenseitig zur Konzentration auf und holte von da an alles. Als Terror gelang es schließlich mit vielen Fakes und einigen starken Einzelaktionen den Sieg einzufahren.

Auf der zweiten Map kam es dann zu einem überraschenden Spielverlauf. Nachdem fnatic auf der eigenen Map so große Probleme hatte, hätte man auf der dänischen Wahl, de_inferno, mit einem Sieg von mTw gerechnet. Tatsächlich wurde der Sieg der Schweden auf der zweiten Map sogar deutlicher. Die Mienen von cArn und Co wurden immer entspannter und es wurden schon wieder erste Witze gemacht. Dieses Mal hielt die Konzentration; auch weil die Dänen etwas nachließen.

Der souveräne Gewinner dieses Kurzturniers sind damit die Schweden. Wichtiger als die Kühler dürfte die zusätzliche Motivation und das gestärkte Selbstbewusstsein sein. Fakt ist, dass sich fnatic mit dieser Leistung wieder zum Topfavoriten gemacht haben. Taktiken saven und trotzdem gewinnen – davon träumen andere Teams nur.

  1. knoxville #1
    mouz kann net taktiken fürn eswc saven und gewinnen ^^
    gidw_chilipp #2
    sehr gut, aber ich denke die bedeutung der Kühler sollte nicht vernachlässigt werden
    prayz #3
    der sieg von fnatic sollte nicht überbewertet werden. als ob mtw voll gegangen wäre, die haben das ganze als nettes bootcamp mitgenommen.
    pTk Q #4
    1. sagt fnatic selber das sie mehr mit spass dran gehen ans spiel 2. ja ist ja nur fnatic warum sollte mtw sich auch nur nen bissl anstrengen

    So göttlich sind sie nun auch nicht
    essah88 #5
    war halt nicht voller Ernst
Nur registrierte und eingeloggte Mitglieder können Kommmentare abgeben.