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Großes Entertainment – aber Emotionen auf Sparflamme

Es war das unangefochtene Highlight des Abends. Lange Haare, ausgewaschenes T-Shirt und Schlaghose. So betritt Holly Kreie, Marketing Manager Gaming der Firma Intel, die Bühne des eSport Awards. Eine Traube „Groupies“, darunter die ESL-Chefs Ralf Reichert und Jens Hilgers, läuft kreischend von der Seite ein. „I don’t wanna kiss my manager!“, schreit er ins Mikrofon, als dieser ihm von vor der Bühne Avancen macht. Die erfrischende Freischnauze sorgte für eine angenehm selbstironische, lockere Rockeinlage und viele Lacher.

Holly legt los

Holly legt los

Der eSport Award 2008 hat sich im Gegensatz zu den Vorjahren weiterentwickelt. Zum ersten Mal hat Turtle Entertainment mit James ‚2GD‘ Harding einen Moderator gefunden, der drei wichtige Eigenschaften verbindet: Er kommt selbst aus dem eSport, ist eloquent und charismatisch und spricht als Brite perfektes Englisch. Diese drei Eigenschaften zu vereinen, hatte in den Vorjahren keiner der Moderatoren geschafft.

Trotzdem kamen die großen Emotionen, die eine Award-Veranstaltung ausmachen, am Abend nicht auf. Das lag zum einen daran, dass in sieben von zehn Kategorien die Gewinner nicht persönlich in Leipzig anwesend waren. Ein vorher aufgenommenes Video, wie im Fall von Carmac, kann nur schwer über die Spontanität der persönlichen Anwesenheit auf der Verleihung hinwegtrösten – obwohl der SK-Chefredakteur mit seinem gewohnt nüchternen Witz alle Lacher auf seiner Seite hatte.

Die Abwesenheit des zweifachen Gewinners Jang ‚Moon‘ JaeHo führte zu der befremdlichen Situation, dass ESL Tournament Director Sebastian Weishaar zwei Mal an Moons Stelle die Bühne betrat und den Award annahm. Sein löblicher Versuch, die Auszeichnungen mit mehr als zwei Sätzen entgegenzunehmen, wirkten aber letztlich eher ungewollt komisch. Ein „Wow, this must be so awesome for him“ von einem Mitarbeiter der Firma, die den Award vergibt, kann nicht das Optimum bei einer solchen Veranstaltung sein.

2GD macht einen guten Job

2GD macht einen guten Job

Noch trauriger, dafür aber sehr aufschlussreich, war das Fehlen des Activision-Vertreters, der für Call of Duty 4 als besten eSport-Titel geehrt werden sollte. Nachdem die ESL ihn bei der Vergabe entschuldigte, kündigte man ganz am Ende der Zeremonie an, ihn doch spontan noch aufgetrieben zu haben. Letztlich tauchte er jedoch nicht mehr auf der Bühne auf und Moderator James Harding musste ihn erneut entschuldigen. „He’s probably already at the bar“, scherzte er souverän. Doch wo auch immer er steckte, für den eSport scheint er sich nicht sonderlich zu interessieren. Schade für Call of Duty 4.

Aber auch wenn die Geehrten anwesend waren, gab es keine ergreifenden Reden zu hören. Trauriger Höhepunkt war die Ansprache des besten Journalisten, Winfried Laasch von 3sat. Sichtlich unbeholfen bestand seine einzige Handlung darin, sich für den Award und die Unterstützung seiner Redakteurin, die den Beitrag eingesandt hatte, zu bedanken. Die eSportler befanden sich in ihrer Sprachlosigkeit also in guter Gesellschaft.

sunde nicht als einziger wortkarg

sunde nicht als einziger wortkarg

Positiv wirkte sich die Wortkargheit auf die Länge der Show aus. Mit knapp zwei Stunden hatte die Verleihung einen angemessenen Zeitrahmen. Die anschließende Party krankte dann etwas an der Trennung zwischen VIPs und Normalsterblichen. Während oben in der Intel-Lounge die ESL Kontakte zu ihren Sponsoren pflegte, blieb die beliebte Möglichkeit des Networkings auf solchen Partys den anderen Besuchern mit eben diesen Partnern verwehrt.

Die ESL hat es in diesem Jahr weitgehend geschafft, dem eSport Award einen professionellen Rahmen zu geben. Jetzt liegt es vor allem an den eSport-Akteuren, die Verleihung als Plattform in eigener Sache zu nutzen und dem Preis damit einen noch höheren Stellenwert einzuräumen. Da können alle noch etwas von Holly Kreie lernen.

  1. #1
    Ich fand Sundes "Rede" ganz okay.. hat das wichtigste gesagt und kam sympathisch rüber.
    Bierpreis #2
    will fotos von der party :D
    affentod #3
    www.esl.eu/de/gallery/e...event=355&group=494 da gibts jede menge weiter unten
    peace #4
    Bierpreis schrieb am 24.08. - 14:47:

    will fotos von der party :D

    www.readmore.de/index.p...c&tags=esportsaward

    hier findest du unsere fotos vom esport award
    overkill #5
    sundes rede war ganz cool, ansonsten wars finde ich eher mau ... und die award verleihung war finde ich auch zu schnell durchgezogen worden, sprich: ein award nach dem nächsten ... alles schnellschnell. Ich denke, da kann man noch was machen und zb. einen Jan Hegenberg auftreten lassen und vllt. eine kleine Vorberichterstattung einblenden lassen vorher.. oder so :o

    Stattdessen sollte man Aktionen wie die von Holly Kreie sein lassen ... die Mehrheit der Zuschauer an den Bildschirmen hat (nach meinen Erfahrungen) nichtmal kapiert, weshalb er das nun machen muss.
    ghostface_11864 #6
    es ist zwar traurig, dass die meisten gewinner nicht vor ort waren, aber das kann man einfach nicht ändern, es ist ja verständlich dass moon nicht mal eben nach leipzig geflogen kommt weil er eventuell einen esports award gewinnt
    rolloff #7
    total unnötig dieser esport award...
    daarkside #8
    award shows sind ja grundsätzlich eher misst, aber bei allen anderen gibts menschen die english können, rampensäue sind und natürlich TITTEN, macht alles zusammen halbwegs ansehlicher

    aber ob jetzt bashi oder moon auf der bühne stehen? beide bei weitem keie engl native speaker, beide bei weitem keine entertainment könige, beide bei weitem schlicht und einfach profillos

    esports = jugendkultur, dem ensprechend muss man auch den award aufziehen, 2h steifheit passt da einfach nicht
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