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Der Gitarrenheld

Volle Konzentration ist Pflicht. Niko, der auf den Nicknamen nolimit32 hört, muss auf den Punkt genau fit sein. Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen, ist er doch eine der deutschen Hoffnungen in Guitar Hero, einem Spiel im Programm der World Cyber Games. Dort geht es nun einmal darum, im entscheidenden Moment die richtigen Knöpfe zu drücken – könnte man zumindest denken. In Wahrheit ist die Aufgabe, vor der Niko steht, etwas komplizierter. Es ist müßig, darüber nachzudenken, ob ein solches Spiel eSport ist. Es ist aber auf jeden Fall harte Arbeit, darin gut zu werden.

Mehr als nur Knöpfe

Dieser Mann rockt!

Dieser Mann rockt!

Niko hat vor etwa einem Jahr zum Spaß bei einem Media Markt an einer Qualifikation teilgenommen und es in dem Wettbewerb zum deutschen Vizemeister geschafft. Da war es naheliegend, es auch bei der WCG zu versuchen. „Guitar Hero 3 ist eigentlich nicht mein Spiel. Ich habe mit dem ersten Teil angefangen und der dritte Teil hat sich in die falsche Richtung entwickelt“, berichtet Niko kritisch. Das Spiel sei aber mehr als nur Knöpfe drücken. Wenn man bei der WCG Erfolg haben will, brauche man zu jedem Lied die richtige Taktik. „Es gab bei Release 70 Songs und man kann immer neue laden. Alle auswendig zu lernen, ist gar nicht möglich. Aber so ungefähr sollte man sie schon kennen, damit man an der richtigen Stelle die Gitarre hoch zieht, um seine Punkte zu multiplizieren.“

Keine optimalen Bedingungen

Diese Jungs fallen im Spielerbereich auf

Diese Jungs fallen im Spielerbereich auf

Bei den WCG spielen immer zwei Rocker gegeneinander. Es wird im zweithöchsten Schwierigkeitsgrad gespielt. Einer darf das erste Lied auswählen, dann wird gerockt. Wer am Ende mehr Punkte erzielt, das heißt weniger Fehler gemacht und den Multiplikator klüger eingesetzt hat, gewinnt. Der Verlierer darf dann das nächste Lied auswählen. Wer zuerst zwei Lieder gewonnen hat, gewinnt das Match. Da man als guter Spieler eher mit dem Gehör arbeitet, um die Tasten zu treffen, stört der Lärmpegel auf der Messe ganz besonders. Es muss nerven, wenn mitten in der Bridge vom Stand nebenan „Wollt ihr T-Shirts???!“ herüberschallt. „Ich kann nicht ohne die Musik, weil die TFTs zuviel Verzögerung haben und ich dann nicht richtig treffe.“ Diese Worte hat man auch schon von anderen eSportlern gehört.

Ein bisschen Show muss sein

Mola hat auch bei Guitar Hero moderiert

Mola hat auch bei Guitar Hero moderiert

Niko sieht nicht nur aus wie eine Rocklegende. Er ist so gut, dass er sich auf Showturnieren etwas dazu verdient. Media Markt lässt auf einem großen Guitar-Hero-Stand ein Turnier veranstalten, bei dem der Sieger ein Auto gewinnt. Anders als bei der WCG geht es nicht nur nach Punkten, sondern auch um eine gute Show. Viel Applaus bringt Bonuspunkte. Niko beschwert sich: „Ich musste gegen einen ungefähr zehnjährigen ran. Der hatte natürlich das Publikum auf seiner Seite, weil er so lustig aussah.“ Trotzdem hat er es ins Finale geschafft. Dort wird seine Show wohl von einer Jury bewertet, was seine Chancen auf das Auto natürlich erhöht. Der aktuelle deutsche Meister ist jedenfalls beim Publikum nicht angekommen. „Ich habe zu viel Show gemacht und dann nicht alles getroffen“, gibt er sich selbstkritisch. Das soll Niko nicht passieren. Für das Showturnier lässt er sogar die Chance auf ein besseres Seeding bei der WCG sausen: „Ich kann beim Consolationfinale leider nicht antreten, weil sich beide Turniere überschneiden.“ Auch wenn Niko kein Progamer ist, deren Stress kennt er auch schon.

Von Amateuren in Leipzig und Profis in Australien

Die wirkliche Elite bei Guitar Hero ist zumindest in Deutschland recht überschaubar. Man kennt und schätzt sich. Es gibt bisher nur wenige Spieler, die genug Zeit aufbringen, um viele Lieder auf wirklich hohem Nivau aus der Gitarre zu schleudern. „In Amerika und Australien ist das alles eine viel größere Sache. In Australien lebt einer, der das schwierigste Lied mit 100% abgeschlossen hat. Ich bin auf Profi schon mit 90 zufrieden.“ Jeder Guitar-Hero-Spieler kann ungefähr abschätzen, was man braucht, um die Szene zu rocken.

Es ist eine merkwürdige Gruppe, die Deutschland in diesem Spiel vertritt. Da Casual Games im Moment finanziell besonders unterstützt werden, gibt es eine Menge kleinerer Verdienstmöglichkeiten. Clanmitgliedschaft und Festgehalt sind aber noch lange kein Thema. Da muss man eben von Zeit zu Zeit die Casualgamer abzocken. Wer also irgendwann in einem Media Markt einen ungefähr 1,60 Meter großen Jungen mit Rockstarattitüde trifft, sollte sich in Acht nehmen.

  1. feanor #1
    guitar hero in ticker pls. damit die die leute hier sich so schön aufregen wie bei wow :)
    jolzi #2
    interessant...
    p1Lz #3
    Is halt auch viel besser, als selbst Gitarre zu spielen...also mit Saiten druff und Amp im Rücken und nem Plek in der Hand... das wäre viel zu abgedroschen.
    spriggan #4
    joa passt schon find ich gut das er spaß daran hat! :-) Ich drücke ihm die Daumen! :-)
    gjn #5
    ghero ist echt krass... was die leute da verrrückte kombis drücken müssen, respekt!
    Saturas #6
    feanor schrieb am 24.08. - 16:20:

    guitar hero in ticker pls. damit die die leute hier sich so schön aufregen wie bei wow :)

    naja wenigstens brauch man bei guitar hero skill
    JoeCocker #7
    da spiel ich lieber auf meiner jackson randy roads als aufm sonem plastikteil vorm tv^^
    nuborian #8
    Besser als WOW ist es alle Mal. ^^
    schuh #9
    #8 wooooord
    #10
    ich mein, obs jetz esport is oder nicht (für mich ja), kann man ja streiten - aber das spiel an sich rockt einfach!
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