Tops:
Shoutcaster:
Die Shoutcaster haben großes geleistet. Blizzard hat diese Posten alle durchweg gut besetzt. Sei es nun Bunny im Warcraft-Bereich oder vhell für das WoW-Turnier. Alle haben durchweg mit Szenewissen geglänzt, waren auch für Nicht-Amerikaner sehr gut verständlich und haben das ganze nicht so steif vorgetragen wie die Tagesthemensprecher. Oftmals wurde die Menge angeheizt, Stimmung gemacht und kurze Interviews nach den Matches brachten noch einige Besonderheiten hervor.
Das Drumherum:
Klar ist die BlizzCon auch eine Messe und nicht nur ein eSport-Event, dennoch wird es von vielen hauptsächlich der Turniere wegen verfolgt. Sieht man es als eSport-Event, dann ist das von Blizzard zelebrierte Drumherum hervorragend. Wie jedes Jahr wurden neue Infos zu erwarteten Spielen in einem würdigen Rahmen bekanntgegeben. Die Zauberin wurde für Diablo 3 vorgestellt und die Information, dass Starcraft II in drei Teilen kommen wird, überraschte.
Die Atmosphäre:
Anfangs waren die Zuschauer eher zurückhaltend und (mal abgesehen davon, dass man sie auf dem Stream nicht sehen konnte) man bemerkte sie gar nicht. Doch dank den Shoutcastern und den spannenden Matches wurde es im Verlauf der Veranstaltung immer besser und die Atmosphäre vor der Bühne war am Ende hervorragend.
Europäer:
Die europäischen Teilnehmer haben, außer vielleicht in Starcraft wo Cloud machtlos war, durchweg solide Leistungen geboten. Nihilum hat alle geschlagen und ist somit zum europäischen Hoffnungsträger aufgestiegen. In Warcraft 3 konnte zwar wie erwartet kein Europäer gewinnen, aber Happy bestätigte sein Formhoch und LucifroN7 überraschte jeden durch seine starke Leistung. Mit seinem unbekümmerten Auftreten dürfte der junger Spanier den einen oder anderen Fan in Anaheim für sich gewonnen haben.
Flops:
Der Stream:
WLD-Langeweile:
Warrior-Lock-Druid war das Zauberwort dieses WoW-Turniers. Die Spieltaktik besteht aus Dotten, warten, RNG (gleichzusetzen mit Glück) und warten. Vorallem im Mirrormatch war die Spannung raus. Schnelle, spannende Spiele? Vielleicht mal aus Versehen, aber generell ist dieses Matchup nicht spannend und Kämpfe ziehen sich meist ewig hin.. Klar jeder will gewinnen, und WLD hat keine bzw. wenig Konter. Zum Zuschauen jedoch war es nicht so spannend. Durch das frühe Ausscheiden der Rogue-Mage-Priest-Teams nahm das etwas die Schnelligkeit und teilweise die Spannung.
Koreanische Dominanz:
Respekt an die Koreaner: Lyn und Savior sind sympathisch, das kann man nicht abstreiten. Dennoch wäre Abwechslung auch mal was Schönes – sechs von acht Starcraft-Spielern waren Koreaner. Mitfiebern ging als patriotischer Europäer auch nicht, da man sich höchstens aussuchen konnte für Korea oder Korea zu sein. Im WC3 Grand Final konnte man deutlich spüren, wie das Publikum vor Ort für den nicht-koreanischen Underdog LucifroN7 jubelte und nach Abwechslung in der Siegerliste des Strategie-Klassikers lechzte. An diesem Flop ist sicher keiner Schuld, die Koreaner sind einfach eine Klasse für sich, dennoch fiel es auf.
Die Turniere im Einzelnen:
Warcraft III:
Starcraft:
In Starcraft waren Savior, Cloud, Xellos, fOrGG, Yellow, IdrA, JangBi und Nada am Start und hier wurde sicherlich nicht so viel über den Italiener (Cloud) und den US-Amerikaner (IdrA) diskutiert, da die Koreaner seit Jahren diese Szene dominieren. Vielmehr stellte sich hier die Frage, welcher der sechs Koreaner gewinnen würde.
Gleich in der ersten Runde schaffte der Amerikaner IdrA es den ersten Koreaner ins Lower-Bracket zu befördern. Alles in Allem jedoch spielten die Koreaner den Sieg wieder unter sich aus, und die letzten drei waren Nada, JangBi und Savior. Nachdem Nada sich im Consolation-Finale gegen JangBi behaupten konnte, musste er sich im Grand-Final einem alles überragenden Savior unterordnen. Während in Warcraft viele Matches knapp waren, gab es bei Starcraft gerade mal zwei Spiele in denen der Verlierer eine Map gewinnen konnte.
World of Warcraft:
In dem meistverkauften MMORPG kämpften Nihilum Plasma, H O N, fnatic, MiT, CoM, x6tence und Selective Q um den Titel. Während in Europa und Amerika zur Zeit Warlock-Warrior-Druid-Teams (WLD) nicht zu besiegen sind und überall die ersten Plätze einheimsen, sieht es in Korea anders aus und gute Rogue-Priest-Mage-Teams (RMP) beherrschen die Szene. Es blieb also abzuwarten wie es in diesem Turnier ausgehen würde. Council of Mages wurde eine Favoritenrolle zugedacht und so war es verwunderlich, dass sie gleich in der ersten Begegnung den Kürzeren zogen. x6tence mussten sich gegen ihre Rivalen von Nihilium geschlagen geben, und so trafen die dominierenden WLD-Teams von fnatic und Nihilum aufeinander. Von Nihilum ins Consolation-Final verdrängt, musste sich fnatic auch dort gegen Selective Q geschlagen geben und konnte im Wettkampf um den Titel nicht mehr eingreifen. Nihilum hingegen bewies sich im Overallfinale erneut als bestes WLD-Team und setzte sich gegen Selective Q durch.
Fazit:
Damit ist die BlizzCon ein weiteres Mal vorrüber und es bleiben viele positive Erinnerungen und die Vorfreude aufs nächste Mal, eine nachhallende Euphorie des Events und eine Leere, welche erst im Jahr 2009 wieder gefüllt werden kann. Bis dahin heißt es, an Unzulänglichkeiten wie dem schlechten Stream zu arbeiten und den Hunger der Community nach weiteren Blizzard-Veröffentlichungen einigermaßen zu stillen. Man darf gespannt sein, welche Spiele dann im eSports-Rampenlicht stehen und welche Spieler sich dort um die Top-Platzierungen streiten werden. Fest steht jedoch: Blizzard wird sich wohl wieder keine Blöße geben und weiterhin in der Liga der Top-Organisatoren mitspielen.


