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BlizzCon 2008: Die Nachlese

Blizzard konnte bisher immer als Eventveranstalter glänzen

Blizzard konnte bisher immer als Eventveranstalter glänzen

Die BlizzCon ist ein Event, welches sich von anderen eSports-Turnieren insofern unterscheidet, als dass die Spieleschmiede Blizzard auch gleichzeitig der Veranstalter der Messe ist. Folglich werden nur hauseigene Titel gespielt und mit stolzen 200.000$ Preisgeld ein großer Anreiz geschaffen. Doch das alleine ist nicht der einzige Grund weshalb jährlich Tausende von Fans der Kultschmiede zur Blizzcon pilgern. Sondern auch, um offizielle Spieleankündigungen ausgelassen zu feiern, um die einzigartige Atmosphäre zu genießen oder um für ein Wochenende einfach mal ungestraft Nerd zu sein. Doch jede Feier geht irgendwann mal zu Ende, und wenn man am nächsten Morgen aufwacht, folgt das nüchterne Fazit. readmore.de zieht ein solches und zeigt auf, wo Blizzard wieder einmal glänzen konnte, wo aber auch noch Nachholbedarf besteht und fasst dazu die drei Turniere des Wochenendes zusammen.

Tops:

Shoutcaster:
Die Shoutcaster haben großes geleistet. Blizzard hat diese Posten alle durchweg gut besetzt. Sei es nun Bunny im Warcraft-Bereich oder vhell für das WoW-Turnier. Alle haben durchweg mit Szenewissen geglänzt, waren auch für Nicht-Amerikaner sehr gut verständlich und haben das ganze nicht so steif vorgetragen wie die Tagesthemensprecher. Oftmals wurde die Menge angeheizt, Stimmung gemacht und kurze Interviews nach den Matches brachten noch einige Besonderheiten hervor.

Das Drumherum:
Klar ist die BlizzCon auch eine Messe und nicht nur ein eSport-Event, dennoch wird es von vielen hauptsächlich der Turniere wegen verfolgt. Sieht man es als eSport-Event, dann ist das von Blizzard zelebrierte Drumherum hervorragend. Wie jedes Jahr wurden neue Infos zu erwarteten Spielen in einem würdigen Rahmen bekanntgegeben. Die Zauberin wurde für Diablo 3 vorgestellt und die Information, dass Starcraft II in drei Teilen kommen wird, überraschte.

Die Atmosphäre:
Anfangs waren die Zuschauer eher zurückhaltend und (mal abgesehen davon, dass man sie auf dem Stream nicht sehen konnte) man bemerkte sie gar nicht. Doch dank den Shoutcastern und den spannenden Matches wurde es im Verlauf der Veranstaltung immer besser und die Atmosphäre vor der Bühne war am Ende hervorragend.

Europäer:
Die europäischen Teilnehmer haben, außer vielleicht in Starcraft wo Cloud machtlos war, durchweg solide Leistungen geboten. Nihilum hat alle geschlagen und ist somit zum europäischen Hoffnungsträger aufgestiegen. In Warcraft 3 konnte zwar wie erwartet kein Europäer gewinnen, aber Happy bestätigte sein Formhoch und LucifroN7 überraschte jeden durch seine starke Leistung. Mit seinem unbekümmerten Auftreten dürfte der junger Spanier den einen oder anderen Fan in Anaheim für sich gewonnen haben.

Flops:

Der Stream:

bunny: Guter Cast auf schlechtem Stream

bunny: Guter Cast auf schlechtem Stream

So gut die Caster waren, so enttäuschend die Plattform, auf der sie sich präsentieren mussten. Zuerst hieß es, dass nur ein Pay-to-View-Stream bereit gestellt werden würde, welcher 40$ kosten sollte. Zum Glück gab es dann aber doch wie in den letzten Jahren auch einen kostenlosen Stream. Jedoch versagte dieser auf ganzer Linie. In wichtigen Kämpfen in WC3 und SC fing er plötzlich an zu laggen, der Sound blieb stehen und man konnte nicht mehr nachvollziehen, wer die Kämpfe eigentlich gerade gewann. Bei WoW war es sogar unerträglich, dass jedes Mal, wenn die Ansicht zu einem anderen Spieler gewechselt wurde, der Stream stockte. Des Weiteren kam gefühlte 80% der Zeit die Trailer zu den neuen Spielen. Sicher standen nicht immer aktuelle Geschehnisse an, aber man hätte wenigstens Replays zeigen können, anstatt immer die gleichen Teaser. Blizzard hat in dieser Hinsicht zumindest das eSport-Publikum enttäuscht.

WLD-Langeweile:
Warrior-Lock-Druid war das Zauberwort dieses WoW-Turniers. Die Spieltaktik besteht aus Dotten, warten, RNG (gleichzusetzen mit Glück) und warten. Vorallem im Mirrormatch war die Spannung raus. Schnelle, spannende Spiele? Vielleicht mal aus Versehen, aber generell ist dieses Matchup nicht spannend und Kämpfe ziehen sich meist ewig hin.. Klar jeder will gewinnen, und WLD hat keine bzw. wenig Konter. Zum Zuschauen jedoch war es nicht so spannend. Durch das frühe Ausscheiden der Rogue-Mage-Priest-Teams nahm das etwas die Schnelligkeit und teilweise die Spannung.

Koreanische Dominanz:
Respekt an die Koreaner: Lyn und Savior sind sympathisch, das kann man nicht abstreiten. Dennoch wäre Abwechslung auch mal was Schönes – sechs von acht Starcraft-Spielern waren Koreaner. Mitfiebern ging als patriotischer Europäer auch nicht, da man sich höchstens aussuchen konnte für Korea oder Korea zu sein. Im WC3 Grand Final konnte man deutlich spüren, wie das Publikum vor Ort für den nicht-koreanischen Underdog LucifroN7 jubelte und nach Abwechslung in der Siegerliste des Strategie-Klassikers lechzte. An diesem Flop ist sicher keiner Schuld, die Koreaner sind einfach eine Klasse für sich, dennoch fiel es auf.

Die Turniere im Einzelnen:

Warcraft III:

Lyn ist nun um 25.000$ reicher

Lyn ist nun um 25.000$ reicher

In Warcraft 3 konnten sich Lyn, Check, ReminD, SonkiE, KiWiKaKi, LucifroN7, Happy und SaSe qualifizieren. Ein bitterer Beigeschmack wurde durch die Abstinenz der chinesischen Topspieler erzeugt, was dem Niveau des Turniers am Ende jedoch nicht schadete. Unterstützt durch Shoutcasterin Bunny, gab es viele packende Partien zu beobachten. Wurde der Koreaner Lyn seiner Favoritenrolle anfangs noch gerecht, wurde sein Vormarsch im Upper-Bracket durch einen glänzenden LucifroN7 gestoppt. Der 16-jährige Spanier kam aus dem Nichts und eroberte die BlizzCon durch bärenstarke Leistungen. Als Anfangs debattiert wurde, ob es den Europäern möglich sei, die Koreaner zu stoppen, dachte man sicherlich eher an Happy oder SaSe, doch doch südeuropäische Orc spielte ein hervorragendes Turnier und stand somit am Ende des ersten Tages im großen Finale. Sein Gegner wurde in einer Partie am zweiten Tag zwischen Happy und Lyn ermittelt, welche Lyn gewann. Dieser musste nun ganze zwei BO3s im Grand Final gewinnen, um die 25.000 Preisgeld kassieren zu dürfen. Doch dank seiner Abgeklärtheit schaffte er dieses Kunststück und besiegte LucifroN7, für den die letzte Stufe zum ganz großen Ruhm wohl nocht etwas zu hoch war, mit 2:0 und 2:1. Resümierend war dieses Warcraft-Turnier ein spannendes, mit einigen Überraschungen gesähtes Event. Ein stark spielender Happy und ein überzeugender LucifroN7 lassen die Frage einer koreanischen Vormachtsstellung trotz Lyns Sieg weiterhin offen und wer weiß: vielleicht wächst mit LucifroN7 ein Grubby der nächsten Generation heran.

Starcraft:
In Starcraft waren Savior, Cloud, Xellos, fOrGG, Yellow, IdrA, JangBi und Nada am Start und hier wurde sicherlich nicht so viel über den Italiener (Cloud) und den US-Amerikaner (IdrA) diskutiert, da die Koreaner seit Jahren diese Szene dominieren. Vielmehr stellte sich hier die Frage, welcher der sechs Koreaner gewinnen würde.
Gleich in der ersten Runde schaffte der Amerikaner IdrA es den ersten Koreaner ins Lower-Bracket zu befördern. Alles in Allem jedoch spielten die Koreaner den Sieg wieder unter sich aus, und die letzten drei waren Nada, JangBi und Savior. Nachdem Nada sich im Consolation-Finale gegen JangBi behaupten konnte, musste er sich im Grand-Final einem alles überragenden Savior unterordnen. Während in Warcraft viele Matches knapp waren, gab es bei Starcraft gerade mal zwei Spiele in denen der Verlierer eine Map gewinnen konnte.

World of Warcraft:
In dem meistverkauften MMORPG kämpften Nihilum Plasma, H O N, fnatic, MiT, CoM, x6tence und Selective Q um den Titel. Während in Europa und Amerika zur Zeit Warlock-Warrior-Druid-Teams (WLD) nicht zu besiegen sind und überall die ersten Plätze einheimsen, sieht es in Korea anders aus und gute Rogue-Priest-Mage-Teams (RMP) beherrschen die Szene. Es blieb also abzuwarten wie es in diesem Turnier ausgehen würde. Council of Mages wurde eine Favoritenrolle zugedacht und so war es verwunderlich, dass sie gleich in der ersten Begegnung den Kürzeren zogen. x6tence mussten sich gegen ihre Rivalen von Nihilium geschlagen geben, und so trafen die dominierenden WLD-Teams von fnatic und Nihilum aufeinander. Von Nihilum ins Consolation-Final verdrängt, musste sich fnatic auch dort gegen Selective Q geschlagen geben und konnte im Wettkampf um den Titel nicht mehr eingreifen. Nihilum hingegen bewies sich im Overallfinale erneut als bestes WLD-Team und setzte sich gegen Selective Q durch.

Fazit:
Damit ist die BlizzCon ein weiteres Mal vorrüber und es bleiben viele positive Erinnerungen und die Vorfreude aufs nächste Mal, eine nachhallende Euphorie des Events und eine Leere, welche erst im Jahr 2009 wieder gefüllt werden kann. Bis dahin heißt es, an Unzulänglichkeiten wie dem schlechten Stream zu arbeiten und den Hunger der Community nach weiteren Blizzard-Veröffentlichungen einigermaßen zu stillen. Man darf gespannt sein, welche Spiele dann im eSports-Rampenlicht stehen und welche Spieler sich dort um die Top-Platzierungen streiten werden. Fest steht jedoch: Blizzard wird sich wohl wieder keine Blöße geben und weiterhin in der Liga der Top-Organisatoren mitspielen.

Links

  1. eXactly_12343 #1
    schade, dass zu viele rechtschreibfehler vorzufinden sind
    -exi- #2
    Du könntest auch sagen: 1340 Wörter korrekt geschrieben, nur 3 nicht.
    T33K3SS3LCH3N_14123 #3
    Oh da hat WoW ja mal wieder seine eSportstauglichkeit bewiesen ;P
    crib #4
    Also zu den Stream-Problem kann ich nix sagen, bei mir lief er ohne Probleme. Hatte zwar ganz selten n kurzen laag drinnen, aber nicht wirklich tragisch.

    Das einzige was mich einwenig generft hat, war das man den stream nicht vergrößern konnte.
    raDi_11806 #5
    fand die kleinen laggs zwar nicht toll, aber auch nicht so schlimm.. sind wir wohl schon zu sehr dran gewöhnt (hi esltv ;[ )

    die 1000000000 wiederholungen der gleichen trailer hat mich schon mehr genervt.
    tamtamtam #6
    ich hatte mir mehr sc2 infos erwünscht
    KaWo_OM #7
    jo der stream war echt schrott - zu klein und die dauerwerbung hat "leicht" genervt. so wars zumindest auf dem rts stream
    anNoxiS #8
    na die werbeblocks waren doch nur in der übergangsphase wenn grad nix lief

    da muss man halt nicht schauen, wenn da steht 22uhr dann war vom ende des letzten spiels bis dahin eben werbung aber ich seh da nicht so das problem o.O

    vom lagg her war es wohl unterschiedlich und bei manchen sicher schlimm, aber kann man nicht verallgemeinern, bei mir liefs immer flüssig, vllt einmal pro game ein kurzer aussetzer und hab nicht gerade das schnellste dsl...

    will sagen: nur weil der artikel autor gerade pech hatte kann mans nicht total schlecht machen weils bei mindestens genauso vielen super lief

    und bunny als casterin natürlich highlight auf großevents^^
    SKT77 #9
    Ich find den Artikel nicht besonders gut. Vor allem der Starcraft Bereich, aber auch generell lückenhaft und komisch geschrieben.
    Right #10
    Jo, in Starcraft offensichtlich nicht der Experte.
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