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WDR Sport inside – Darf das Sport sein?

Computerspiele sind ein Massenphänomen: Wenn die weltbesten Spieler des sogenannten e-sports aufeinander treffen, füllen sie mittlerweile die größten Hallen der Welt und spielen um Millionen. Das Potential ist riesig – aber ist e-sport tatsächlich Sport? Experten und manche Dachverbände sagen ja – der DOSB ist sich nicht so sicher.

Quelle: http://www1.wdr.de/fernsehen/information/sport_inside/sendungen/esports102.html
  1. JackPott #1
    Halten wir die Essenz mal fest: es geht ums Töten!
    Fortuna #2
    Ist halt vollkommen egal ob es als Sport bezeichnet wird oder sonst was.
    WasZumHack #3
    Internet halt beschde Plattform wo gibt.
    BeFoRe #4
    Ich finde es immer lustig wenn das Töten so in den Vordergrund gerückt wird, dass die virtuellen "Toten" aber nach jeder Runde wieder "quicklebendig" aufstehen, weil es einfach nur Spielfiguren wie beim Schach sind, erwähnt irgendwie niemand. Jeder Kritiker denkt dann immer nur an "Killerspiel".

    Ist für die Quote natürlich direkt viel besser, wenn in einem Bericht über Schach gesagt wird, dass bei diesem brutalen Spiel arme Bauern und Königinnen skrupellos geopfert und von ihren Gegenspielern getötet werden. Wer als erstes den König erledigt, hat gewonnen... voll brutal undso.

    Netter Ansatz bei dem Bericht auch das Leben der Veranstalter und Spieler zu beleuchten, aber ein bisschen zu sehr auf den "Killerspiel"-Zug aufgestiegen. 3/5.

    Ist halt vollkommen egal ob es als Sport bezeichnet wird oder sonst was.


    Glaube nicht, wenn es offiziell als Sport anerkannt wird, können glaube ich Fördergelder beantragt werden.
    wisjan #5
    Ich würde mal stark behaupte das es Prozentual in Kampfsportdisziplinen mehr verletzen gibt als im eSport. Selbst die Gefahr bei einem Wettkampf um zu kommen halte ich dort für höher... :D

    Über die Allgemeinnützigkeit der Vereine kann man tatsächlich streiten, es gibt allerdings auch genügend Positivbeispiele von Vereinen die sich z.B. in Schulen und anderen Institutionen dafür einsetzen den Jungen Menschen den richtigen Umgang mit solchen Medien näher zu bringen. Gibt es in "Sport"arten auch solche Projekte?! Oder sind die Vereine doch nur auf das Geld aus...

    Man kann sich auch echt alles zurecht legen wie man es gerade möchte, siehe auch Bsp. von BeFoRe.
    t0pGuN #6
    Typischer ÖR Beitrag, wer behaptet es geht bei diesen Spielen immer nur ums Töten hat einfach keine Ahnung und sollte bitte was anderes machen und die Beiträge über eSports den Leuten mit Ahnung überlassen. Aber was erwartet man in Deutschland vom ÖR bitte, objektive Berichterstattung wäre ja ein Novum...

    E: Haha, der Typ vom DOSB [] PC Spiele verstanden [x] PC Spiele nicht verstanden
    DiZzY_25640 #7
    Also ich fand den Bericht im Vergleich zu vielen anderen vor ihm schon relativ objektiv. Die Frage nach dem töten war mMn keineswegs im Vordergrund und ich finde es legitim diese Frage zu stellen. Die Beantwortung fand ich auch fair und repräsentativ. Klar, der Typ vom DSOB wirkte etwas desinformiert, aber der ist eben genauso parteisch gegen den esport wie der Chef der ESL FÜR den esport spricht. Beide Seiten zu hören ist ok.

    Besonders interessant fand ich den Teil mit der Gemeinnützigkeit, darüer habe ich so noch nie nachgedacht. Wobei mir dann auch direkt FCB, barca, Real etc. eingefallen sind, das hat ja auch nichts mehr mit Gemeinnützigkeit zu tun.
    t0pGuN #8
    Zumal das in der Hinsicht auch einfach Falsch ist, weil es in D einige e.V. gibt, die sich mit eSport beschäftigen. Er kann ja auch nicht kritisieren, dass es woanders auf der Welt keine e.V. gibt, da muss er akzeptieren, dass in D genau wegen solchen Horstis eben nicht der Dreh und Angelpunkt des eSport ist. Und das trotz der ESL, die so schwer es ist das zuzugeben, leider doch eines der größten und wichtigsten Unternehmen für den eSport ist.
    wuud #9
    hat sich mal wieder jemand ohne Ahnung vom Thema damit beschäftigt :D

    CS/LoL nur aufs Töten reduzieren ...
    Xeeran #10
    Die Debatte ist nicht neu. Ich hatte sogar mal einen Artikel dazu angefangen (2011), aber ich glaube der wurde nie veröffentlicht. War seinerzeit zu kritisch...

    eSport, ein Begriff geformt aus den Wörtern "elektronisch" und "Sport", denn als elektronischen Sport empfinden wir Spieler das Erlebnis des Messens miteinander, egal ob bei Shootern, RTS, Sport- oder Rennspielen. Doch wieso sind wir nicht als Sportart anerkannt? Diese Frage drängte sich in den letzten Tagen wieder auf und [rm] bietet die Antwort.

    Betrachtet man die Definition von eSport und vergleicht diese mit der Definition von Sport, so fallen dem eSportler Gemeinsamkeiten auf. Wikipedia spricht bei eSport vom "Wettkampf im Austragen von Computerspielen" und bei Sport von "verschiedenen Bewegungs-, Spiel- und Wettkampfformen". Doch Wikipedia ist nicht die Institution nach der es geht, wenn es darum geht, was Sport ist und was nicht. Das nämlich ist Aufgabe des Deutschen Olympischen Sportbund.

    Der Deutsche Olympische Sportbund

    Mit 27,5 Millionen Mitgliedschaften in 91.000 Turn- und Sportvereinen ist der DOSB die größte Sportorganisation des Landes und entstand im Jahr 2006 aus dem Deutschen Sportbund und dem Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland. Auf seiner Homepage gibt der Verband aber zu, dass "die Frage "Was ist Sport?" nicht einfach zu beantworten ist". Dort kann man auch einige Grundpfeiler für die Anerkennung wiederfinden, jedoch würde der elektronische Sport alle Eigenschaften erfüllen die dort gelistet sind. Die Frage bleibt also, woran es scheitert und welche Grundstrukturen vorhanden sein müssen und müssten, damit eine Anerkennung in Deutschland, ähnlich dem Vorbild in Korea, zu Stande kommen könnte.

    Unabhängigkeit, Gleichheit und Schiedsrichter

    Diese Schlagworte sind es, welche essentiell erscheinen. Denn wichtig ist in erster Linie, dass es unabhängige Institutionen in einer Sportart gibt, die sich bei Problemen einschalten und regulieren. Betrachtet man den Fußball, so kann der Deutsche Fußball Bund eine Untersuchung von Vorfällen einleiten und bei Regelverstößen, welche bei Fußballspielen einheitlich geregelt sind, Sanktionen verhängen. Vergleicht man dies mit dem eSport so klafft dort eine tiefe Schlucht. Denn in den verschiedenen Ligen gibt es oft unterschiedliche Reglements die eingehalten werden müssen und wenn man eine Sanktion in der einen Liga erhält, so kann man nach wie vor in der anderen aktiv sein. Man möge als Bedenken anbringen, dass das Ganze nicht vergleichbar aufgrund des Alters sei, aber diese Kriterien erfüllen alle Verbände im DOSB. So kommt es auch, dass es dem eSport an unabhängigen Schiedsrichtern mangelt, denn eigentlich sind diese nicht von einem Dachverband eingesetzt sondern von der Liga selbst, was auch schon zu Beeinflussungen geführt haben soll. Ligen die zumeist materielle Interessen verfolgen.

    Materielle Interessen: Ein Dorn im Auge

    Dies ist ein weiterer und äußerst gravierender Punkt. Denn materielle Interessen verfolgt jede Liga mit Firma im Hintergrund und dies ist nicht gewünscht, da auch der DOSB ein eingetragener Verein ist. Als solcher setzt man sich, im Gegensatz zu einer Firma, keinen wirtschaftlichen Erfolg als Ziel, da alle Einnahmen in Vereinsarbeit und den Sport reinvestiert werden müssen. Turtle Entertainment als größte Liga Europas hingegen verfolgt materielle Interessen und damit verbunden auch eine möglichst große Gewinnspanne. Natürlich würde das Konstrukt der ESL ohne ehrenamtliche Arbeit zusammenbrechen, jedoch ist dies nicht entscheidend bei der Frage ob eSport Sport ist oder nicht. Der Unterschied zwischen einem e.V. und einer GmbH ist der primäre Faktor der auch in Zukunft die Barriere sein wird und diese gilt es zu überwinden - nur wie?

    Der VDVC und der ESB

    Eigentlich gibt es einen Verband, der sich für die Interessen der eSportler engagieren möchte: Der deutsche eSport Bund. Dessen Internetpräsenz war lang Zeit nicht verfügbar und heute wissen wir auch warum. Doch fehlt es schon innerhalb der Szene an Anerkennung und Rückhalt der „möchte gern“ Dachorganisation und so kam es, dass sich der Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler bildete, als die Killerspieldiskussion dazu führte, dass das IFNG in Karlsruhe abgesagt werden musste und die Computerspieler, aber vor allen Dingen die eSportler, kein Sprachrohr hatten. Eine Hoffnung für jeden eSportler auf Besserung. Doch schon bei der Zielsetzung deklarierte man, dass man sich "für Kooperationen, Aufklärungen und Dialoge ohne Vorurteile einsetzt und Eltern mit Informationsveranstaltungen zum Jugendschutz am Computer informieren möchte". Eine positive Entwicklung, aber eine gänzlich andere Richtung als es der eSport in Deutschland eigentlich bräuchte.

    So bleibt einem eigentlich nur die Erkenntnis, dass der eSport noch jugendlich ist und es womöglich nie zur Anerkennung als Sportart in Deutschland reichen wird. Dazu müsste die vorherrschende Struktur einbrechen, damit neue geschaffen werden können und diese müssten dann auch gefestigt werden. Ein Unterfangen das sich als schwierig erweisen dürfte angesichts der geschilderten Lage. Doch die Hoffnung stirbt zu Letzt und so sollte jeder auf bessere Zeiten des (e)Sports hoffen.
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