Die Statistik-Seite Dotabuff gab vor einigen Tagen bekannt, dass man diesen Freitag ein unabhängig von VALVe konzipiertes Ranking-System einführen wolle. Ob und wie ausführlich dieses Zahlenwerk öffentlich gemacht werden soll, wird zur Zeit heftig in der Community diskutiert. Nun schob VALVe einen Riegel vor und schränkt das gesamte Unterfangen mit dem neuesten Patch ein.
Dota 2 gehört bis dato zu den wenigen Spielen, die kein öffentliches Ranking für die Community bereit stellen. Die Gründe dafür liegen vermutlich in einer Form von Flame-Prävention. Je weniger Informationen von Mitspielern bereitstehen, umso geringer wird die Angriffsfläche. Gegner dieser Verhaltenspolitik kritisieren aber, dass somit ein stärkerer Wettkampf untereinander eingedämmt und eine bessere Entwicklung der kompetitiven Szene verhindert wird.
Neuen Gesprächsstoff in diese Richtung brachte dann letztes Wochenende eine Ankündigung von Dotabuff.com, welche ein eigenes Ranking-System anhand der gesammelten MatchMaking-Statistiken kreieren wollen. Hierzu wurde auch eine Umfrage erstellt, welche die Nutzer der Seite dazu aufforderte zu klären, ob die dabei gewonnen Daten öffentlich oder nur privat sichtbar sein sollen. Die Mehrheit sprach sich hier für ein öffentliches-System aus, wobei die Entscheidung am Ende dennoch in den Händen der Seitenbetreiber selbst blieb.
Überraschenderweise meldete sich gestern VALVe zu Wort und unterband indirekt diesen nächsten Schritt von Dotabuff. Eine neue Option im kommenden Patch lässt jeden Spieler selbst einstellen inwiefern seine Matchmaking-Daten für externe Seiten zugänglich sind. Voreingestellt sind sie aber auf privat und dies trifft Seiten wie Dotabuff hart, welche auf solche Informationen für ihren Content angewiesen sind. Diesen Freitag wird es noch aussagekräftige Statistiken geben, danach dürfte sich der Umfang vorerst drastisch einschränken.
Die Beweggründe für diesen Schritt von VALVe sind nicht eindeutig. Es hängt jedoch wahrscheinlich vieles damit zusammen, dass ein Bezahlsystem seitens Dotabuff eingeführt werden soll. Die Schwester-Seite Elobuff, welche sich League of Legends widmet, führt viele offene Statistiken, aber eine tiefere Einsicht wird erst nach Bezahlung sichtbar. Ähnliches ist auch für Dota 2 geplant und könnte VALVe zum Eingreifen geführt haben.
Es bleibt abzuwarten, welchen Ausgang dieser Vorfall nehmen wird. Dotabuff betont, dass man eng mit den Steam-Betreibern zusammenarbeite, obwohl der letzte Schritt selbst sie überrasche. Eine offizielle Stellungnahme seitens VALVe gibt es bis dato keine.