Wohl kaum jemand wird dem Franzosen den Titel als einer der besten Foreigner der letzten Jahre absprechen. Abseits seiner Erfolge zeigte sich Stephano jedoch nicht immer auf einer Stufe mit seinem Erfolg. readmore.de über die Eskapaden und schlechtes Benehmen des Zergspielers.
Zum ersten Mal wurde Ilyes ‚Stephano‘ Satouri zusammen mit Pavel ‚BRAT_OK‘ Kuznetsov wegen unsportlichen Verhaltens bei der ASUS ROG Summer 2011 in Helsinki, Finnland, auffällig. Der Ausgangspunkt war, dass beide Spieler ihre zwei vorherigen Matches gewinnen konnten und es dadurch im Aufeinandertreffen um den ersten Platz in ihrer Gruppe F ging. Durch einen vorher festgelegten Turnierbaum waren jedoch schon die Paarungen für die Playoffs bekannt. Gruppe C war bereits ausgespielt und somit musste der Sieger zwischen Stephano und BRAT_OK gegen Yang ‚SEn‘ Chia Cheng antreten und der Verlierer bekam es mit Pierre ‚SarenS‘ Guivarch zu tun, welcher deutlich schlechter eingeschätzt wurde. Beide Spieler versuchten daher im entscheidenden dritten Spiel zu verlieren. Letztendlich gewann der Franzose und konnte auch in der ersten Runde SEn besiegen. Im Spiel um Platz 3 trafen Stephano und BRAT_OK erneut aufeinander und Ilyes konnte locker mit 3:0 das Spiel für sich entscheiden.
Im September folgte die bereits in Teil 1 erwähnte Kontroverse mit der Vertragsunterzeichnung bei compLexity Gaming. Am 15. September erklärte er, dass fast jedes bekannte europäische Team ihm ein Angebot gemacht habe, er jedoch alle abgelehnt habe um weiter bei Millenium zu spielen. Nur drei Tage später verkündete compLexity Gaming Stephano als Neuzugang und der Franzose sagte selber:
Ilyes ‚Stephano‘ Satouri:„I’m very happy to join coL. It’ll be a whole new experience for me and I’m confident I’ll enjoy my whole time with the team.“
Millenium veröffentlichte am nächsten Tag ein Statement auf ihrer Seite. Dort schrieb der CEO, Cédric ‚Cedrix‘ Page, dass compLexity den jungen Spieler zu einer schlechten Entscheidung beeinflusst hat. Nach einer längeren Diskussion soll Stephano seine falsche Entscheidung eingesehen haben und für die nächsten 12 Monate weiterhin Teil von Millenium sein. Da er jedoch bereits einen Vertrag bei coL unterschrieben hatte, wollten diese rechtliche Schritte einleiten. Zugleich wiesen sie den Vorwurf zurück, den Spieler falsch beeinflusst zu haben. Stephano erklärte daraufhin selber, dass er einen Vertrag unterschrieben habe, der jedoch laut Millenium Lücken aufweise, weswegen er diesen ignorieren könne. compLexity Gaming antwortete in einem Statement, dass sie keine Antwort von Stephano oder der französischen Organisation erhalten haben und weiterhin rechtliche Konsequenzen prüfen, auch um Verträge im eSport zu stärken.
Die Antwort von Millenium kam auf ihrer Seite, die im Gegensatz zu ihren vorherigen Erklärungen nun mit einer Klärung der Sache einverstanden waren und solche Missverständnisse durch eine bessere Kommunikation in der Zukunft verhindert werden können. Am 21. September kam es zu der Vereinbarung, dass Stephano weiterhin für Millenium spielt, aber einen Geldbetrag an coL für die Herbeiführung der Situation zahlt. Beide Seiten gestanden dabei Fehler ihrerseits ein und auch Stephano entschuldigte sich für Falschaussagen.
Ende Januar 2012 gewann der Zergspieler das SCAN Invitational #3 und am gleichen Abend sollten die letzten Runden des ONoG Starcraft 2 Invitational ausgetragen werden. Im Finale stand er dort Mihaylo ‚Kas‘ Hayda gegenüber und sagte vorher, dass er zu müde zum Spielen sei und das Finale an einem anderen Tag ausspielen möchte. Nachdem dies verneint wurde, sagte er, dass er aufgebe, wenn das Spiel nicht verlegt werde und loggte sich aus. Die Organisatoren setzten Stephano daraufhin auf den vierten Platz und das Finale wurde zwischen dem Sieger der Spiel um Platz 3, Chris ‚Illusion‘ Lee, und Kas ausgetragen. Ein paar Tage später entschuldigte sich Stephano für sein Verhalten.
Im Rahmen seiner USA-Tour spielte Stephano Ende März 2012 im achten MSI Pro Cup mit. In dem Online-Turnier sollte er in der ersten Runde auf Dmytro ‚DIMAGA‘ Filipchuk treffen, welcher aber nichts erschien. Der Organisator des Events und gleichzeitig Milleniums Manager, Rémy ‚Llewellys‘ Chanson, suchte schnell Ersatz und als er diesen fand und Stephano mitteilte sich bereits zu machen, verließ dieser den Channel ohne Kommentar. Llewellys rief daraufhin telefonisch in dem Trainingshaus von Stephano an und erfuhr, dass dieser zu Tisch gegangen ist und damit seinen Platz im Turnier aufgibt. Llewellys fand nach dem Vorfall harte Worte für den Spieler von Millenium. „respektlos“, „inakzeptabel“, „fehlende Erziehung“ und „arrogant“ lautete seine Wortwahl. Sowohl DIMAGA als auch Stephano wurden in der nahen Zukunft von Cups ausgeschlossen, allerdings später wieder zugelassen.
Auch beim Iron Squid – Chapter I Turnier trat der Franzose nicht zum Spiel gegen den Koreaner Moon ‚MMA‘ Sung Won an. Fabian Garcia, General Manager der Iron Squid LTD, bescheinigte Stephano fehlende Professionalität. Auf eine Einladung der GSL für einen Code S-Spot reagierte Stephano damit, dass dies für ihn keine Priorität während des Aufenthaltes in Korea habe, er aber antreten werde, wenn er Zeit finde. Kurze Zeit später lehnte er den Platz jedoch noch ab und somit konnte rechtzeitig Ersatz gefunden werden. Bei seiner Teilnahme bei der DreamHack Open: Summer ereilte sich kein spielerischer Vorfall, aber ein polizeilicher. Bei der TwitchTV Afterparty im Nachtclub Sliver trank Stephano über sein Limit hinaus und nachdem die Türsteher die Polizei riefen, die ihn prompt abführte, verbrachte er den Rest der Nacht in der Ausnüchterungszelle.
Einige Monate war es ruhig um den mittlerweile bei Evil Geniuses unter Vertrag stehenden Spieler. Mitte Oktober allerdings fiel er erneut auf und wurde temporär von der amerikanischen Organisation ohne Gehalt suspendiert. Grund dafür waren Witze über sexuelle Belästigung einer Minderjährigen. Als Konsequenz konnte der französische Zergspieler in keinem Turnier im Oktober teilnehmen, unter anderem fand die DreamHack Open Bucharest 2012 und das GD Invitational in diesem Zeitraum statt, wofür er sich ursprünglich angemeldet hatte.
Der Fauxpas bei seinem ersten Auftreten in der ProLeague war vermutlich eher ein Versehen, als gewollte Provokation. Beim Start der Partie gegen Kim ‚herO‘ Joon Ho schrieb er im Chat „gl hf“, was nach Regelwerk der KeSPA nicht erlaubt ist und Spieler in der Vergangenheit schon dafür disqualifiziert worden waren. herO schrieb anschließend ebenfalls „gl“ und wahrscheinlich wurde Stephano deswegen nicht disqualifiziert.