Fnatic ist der Champion der DreamHack Winter 2013. Bevor sie am Samstag Abend jedoch das Finale bestritten, sprach readmore.de mit dem wohl wichtigsten Spieler des Teams, nämlich Markus ‚pronax‘ Wallsten. Im Interview gewährt er dabei nicht nur tiefe Einblicke in den Spielstil von fnatic, sondern spricht auch darüber, wie er seine Mitspieler dazu brachte, gegen NiP zu trainieren.
readmore.de: Gratulation für den Sieg über compLexity im Halbfinale. Wie ist das Spiel aus deiner Sicht verlaufen?Markus ‚pronax‘ Wallsten: Auf der ersten Map de_inferno haben wir zuvor beschlossen, sehr aggressiv zu spielen. Wir wussten, dass sie viele Taktiken spielen, also viele Smokes und Flashes werfen. Also entschieden wir, das direkt im Keim zu ersticken. Diese aggressive Spielweise gab uns eine Menge Informationen. Wir haben sie im Grunde einfach weggeschossen.
Auf de_mirage haben wir direkt die Terror-Pistol geholt. Von da an ging es eine Weile hin und her. Wir wussten nicht so recht, wie sie auf Mirage spielen, weil es keine Demos von ihnen auf der Map gab. Also haben wir unser eigenes Spiel durchgezogen, was dann auch gut geklappt hat. Es gab eine sehr entscheidende Runde im Match, als wir einen Forced-Buy gemacht haben. Diese holten wir in einem 1on1 und ich glaube, das hat uns das Match gewonnen.
Gestern war coL noch sehr stark, haben gut geschossen. Heute sah das ganz anders aus. Was denkst du?
Ich weiß nicht so recht. Wir haben wohl einfach unsere Kugeln schneller ins Ziel getroffen.
Wie konntet ihr euch überhaupt auf das Turnier vorbereiten, da ihr doch erst vergangenes Wochenende in China auf den MSI Beat it! Finals wart?Eine Woche vor China fingen wir mit dem Training an, also kurz nachdem ich dem Team beigetreten bin. Ab da haben wir jeden Tag ca. 8 Stunden gespielt. Die Sache ist, wir haben nicht mal viele Taktiken, höchstens ein bis zwei auf jeder Map. Zu Beginn spielen wir meist Standard und ich gebe dann mitten in der Runde die Richtung vor. Ich versuche es einfach zu halten, denn das passt zum fnatic Stil. Flusha, jw und schneider sind einfach so verdammt gut. Devilwalk natürlich auch, aber er nimmt eine etwas passivere Rolle ein. Der Ansage-Stil, den ich mag, passt einfach perfekt zum Team.
Ist dieser denn eher aggressiv?
Nicht zwangsläufig. Wir holen uns immer viele Informationen ein und verschieben gut. Flashes und Smokes nutzen wir eher weniger, sondern wir schauen einfach, was unser Gegner macht. Wir versuchen sie zu Fehlern zu zwingen, um leichte Frags zu bekommen und schlussendlich die Runde klarzumachen.
Das alles klingt für mich nach dem alten Counter-Strike 1.6-Stil. Stimmt das?
Ja, genaugenommen stimmt das.
Du hast also dein Denken von CS 1.6 zu CS:GO übernommen?
Als ich bei anderen Teams angesagt hab, versuchten wir immer viel mit Smokes und Flashes zu arbeiten. Die Sache dabei ist nur, wenn du diese einsetzt, dann sieht der Gegner die Granaten fliegen und kann sich perfekt drauf einstellen und gegebenenfalls gegenflashen. Wir versuchen immer erst einen Frag zu bekommen und gehen dann auf den Spot.
Was kannst du abseits der Ansagerfähigkeiten noch im Team beisteuern?
Klar fragge ich auch in Matches, manchmal besser, manchmal schlechter. Aber das Hauptaugenmerk liegt auf dem Ansagen. Fnatic brauchte so jemanden einfach schon seit langem. Wie man sieht funktioniert das nun.
Darin bist du sehr talentiert. Würdest du dich gar besser als Xizt einschätzen?
Soweit würde ich nicht gehen, da er einfach schon so viel gewonnen hat. Ich hingegen habe noch nie ein großes Turnier gewonnen. Im Finale werden wir sehen, wer besser ist. Ich glaube, wir können sie schlagen.
Was denkst du über das Finale? Du sagtest, ihr könnt gewinnen, aber seid ihr dazu auch überhaupt in der Lage?Die Sache ist, wir haben extrem viel gegen NiP trainiert. Das war etwas schwierig, da sich meine Mates als ich gejoint bin dagegen sträubten, gegen sie zu spielen. Sie dachten, NiP würde im Training nur kreuz und quer über die Map laufen. Ich habe sie dann dazu gezwungen gegen das beste Team der Welt zu trainieren, da wir so viel von ihnen lernen können. Zu Beginn wurden wir zwar heftig umgeschossen, doch nach einiger Zeit konnten wir dagegenhalten. Wir können sie auf jeden Fall schlagen.
Welche Maps erwartest du im Finale?
Ich glaube, sie wählen de_mirage raus. Es wird also auf de_train, de_inferno und de_dust2 hinauslaufen.
Warum kein de_nuke?
Die Map haben wir nicht trainiert und spielen sie demnach auch nicht.
Nun gibt es schon zum zweiten Mal ein rein schwedisches Finale auf der DreamHack. Warum seid ihr Schweden so verdammt gut?
Das ist schwierig. Es gibt eine Menge Talente in unserem Land. Zudem haben wir gute Internetverbindungen und der Wettbewerb ist sehr hoch hier. Das hilft natürlich ungemein, weswegen wir so viele gute Teams haben. Warum sie aber gerade auf der DreamHack so gut abschneiden, bleibt mir ein Rätsel.
Deine Teammates standen schon im Sommer im Finale und nun auch wieder. Irgendetwas besonderes an der DreamHack muss es für sie doch geben.
Vielleicht, weil sie eine Woche vor der DreamHack einen Spieler getauscht haben und es dieses Mal wieder taten. (lacht)
Hattest du den Turnierverlauf über das Gefühl, dass ihr richtig gefordert wurdet? Welches Team hat euch am meisten Probleme bereitet?Tatsächlich war es Recursive im Viertelfinale. Sie haben richtig gut gespielt. Es gab sogar einen Punkt im Spiel, an dem ich dachte, wir verlieren das Match. Wir haben de_inferno gewonnen, sie de_dust2. Auf der dritten Map de_train gab es richtig schlechte Runden von uns. Sie führten dazu auch noch 11:10 als CT. Zum Glück konnten wir dann sechs Runden in Folge holen und das Spiel beenden.
Was steht für euer Team nach der DreamHack auf dem Programm?
Die Schwedischen Meisterschaften stehen am 14. Dezember an und die Fragbite Masters gehen in die zweite Runde. Außerdem geht die neue EMS Saison bald los. Wir haben also eine Menge zu tun.
Vielen Dank für das Interview und viel Glück im Finale.



