Am Anfang des Jahres startete die WEG in ihre erste Saison, mit dem Ziel eine neue international etablierte Liga zu bilden. Die Teams welche von den Veranstaltern eingeladen wurden, machten auf den ersten Eindruck auch einen sehr viel versprechenden Eindruck. Nur die Organisation des Turniers lies von Anfang an einige Fragen offen. Nun steht die zweite Saison kurz vor dem Ende, das Spiel um Platz 3 wurde bereits ausgetragen und das Finale steht kurz bevor. Zeit kurz auf die WEG einzugehen.
Bereits vor der ersten Saison wurde den Veranstaltern nahe gelegt, dass das System in dem die Spiele ausgetragen werden sollten nicht mehr zeitgemäß sei. Zwar sprang man nicht komplett ins Altertum zurück und sah von Timelimit ab, jedoch ist auch die MR12-Regelung inzwischen in allen Top-Ligen zu den alten Eisen gelegt und durch die MR15-Regelung abgelöst wurden. Doch die Veranstalter hielten an ihren Plänen fest. Auch die Tatsache, dass die Spiele nicht via HLTV verfolgt werden können, war vor allem den Europäern und Amerikanern ein Dorn im Auge. So konnten sie zwar auf den Internetseiten verfolgen, wie ihre Top-Teams die Asiaten zerrieben, jedoch blieb ihnen ansonsten nur die Chance, zu unmöglichen Zeiten dem TsN-Casts zu lauschen. Wir wollen unseren Kollegen zwar nicht zu nahe treten, aber für die am heimischen PC gefesselte und ambitionierte Zuschauerschar ist das natürlich nicht das gelbe vom Ei. Aus Sicht der Sponsoren ist eine solche Entscheidung sicherlich verständlich, könnten sich schließlich auch die einheimischen Zuschauer via HLTV die Spiele ohne Werbeunterbrechung anschauen. Jedoch würde man über Werbeeinblendungen auf dem HLTV-Server, auch wenn das hier nur in schriftlicher Form möglich ist, ein weitaus größeres europäisches Publikum erreichen und das Turnier hierzulande nicht gänzlich uninteressant machen.
Über die Aufteilung der Teams in Gruppen mit einer anschließenden Playoffphase lässt sich mit Sicherheit auch streiten. Fakt ist jedoch, dass alle großen Sportereignisse (Fußball WM, etc.) ein ähnliches System verwenden. Auf Grund der Entwicklung des eSports in Richtung Sport, kann man diese Art der Austragung unterstützen.
Als zwischenzeitliches Fazit kann man festhalten, dass bei der Entwicklung des professionellen eSports in Asien, vor allem die Fans in Europa und den USA zurzeit das Nachsehen haben. Sei es nur darum, dass es hierzulande keine vergleichbaren Strukturen gibt wie in Asien.