Überraschenderweise überträgt nicht nur GIGA die Finalspiele der CPL World Series 2006, sondern auch Konkurrent GameSports. Verwunderlich ist das deshalb, weil GIGA nach eigenen Angaben die exklusiven Übertragungsrechte für Europa besitzt. Noch komplizierter wird die Angelegenheit dadurch, dass GameSports zum ersten Mal nach der Abmahnung seitens GIGA wieder Counter-Strike vor 22 Uhr überträgt – ohne aber ein Jugendschutzsystem zu verwenden. Stattdessen ist nun im Impressum von GameSports eine türkische Firma als Besitzer eingetragen. Genügend Stoff also, um ein paar Fragen zu stellen und nach Antworten zu suchen.
Bei GIGA ist man aktuell in Rage über die Videostreams von GameSports. Laut Geschäftsführer Jens Hilgers habe GIGA in Absprache mit CPL-Präsident Angel Munoz die exklusiven Übertragungsrechte für Europa erworben. Aus Hilgers Sicht sind nur GotFrag und GIGA berechtigt, Videostreams von den CPL-Spielen anzubieten.Das sieht Michael Haenisch von GameSports jedoch anders. Gegenüber readmore.de sagte der Projektleiter, dass ihnen heute noch zugesichert wurde, dass sie die CPL-Spiele übertragen dürften.
Jens Hilgers hält das wiederum für Quatsch. Sowohl die CPL als auch Gotfrag hätten ihm gestern bestätigt, dass GameSports nicht übertragen dürfe. „Die Antwort ist ganz einfach: Wir haben die Video-Übertragungsrechte für Europa für das CPL Dallas 2006 Event von NewWorld erworben. […] Das, was hier passiert, ist Piraterie“, so Hilgers. Diesen Vorwurf bezeichnet Michael Haenisch seinerseits als „abmahnfähig“, da es sich in seinen Augen „schlicht und einfach um Verleumdung handelt“. Die Rechte, so betont er, seien Gamesports „rechtmäßig und zweifelsfrei zugesprochen“, „Flamereien und große Pressemitteilungen“ würden hieran nichts ändern. Seitens der CPL wurde noch kein Statement zur Aufklärung des Sachverhalts veröffentlicht. GameSports überträgt derweil weiter die CPL-Spiele.
Bleibt der noch komplexere Part hinsichtlich des Jugendschutzes. Um die Hintergründe des Besitzerwechsels bei GameSports und dessen Konsequenzen zu erfahren, sprach readmore.de nicht nur mit Michael Haenisch und Jens Hilgers, sondern auch mit jugendschutz.net über das Thema.
