Viele fragten sich im Vorfeld des Turniers, ob die neu eingeführten Maps überhaupt einmal im Turnier gespielt werden. Zur Halbzeit des Events sind wir nun schlauer: sechs Mal zeigte der Zufallsgenerator in der Gruppenphase auf Overpass und Cobblestone. Wir sehen uns die bisher gesammelten Zahlen des Events genauer an.
Wer traut sich?
Die Gruppenphase ist vorbei, die Teilnehmeranzahl hat sich halbiert und der Kampf ums große Geld ist bereits im vollen Gange. Der Weg dahin war für die acht besten Teams vor allem ein unbekannter. Bedacht verteidigten sie eine Bank in Berlin oder versuchten im Sturm eine Burg zu erobern. Zeit also, die daraus entstandenen Zahlen einzuordnen und erste Schlüsse zum Balancing der Maps zu ziehen.
Zunächst gilt es festzustellen, welche Teams sich überhaupt getraut haben, es auf eine der neuen Maps ankommen zu lassen. Die Antwort lautet: Überraschend viele. Denn mit sieben Teams haben sich nahezu die Hälfte aller Teilnehmer auf ihnen Duelle geliefert. Namentlich sind das Epsilon, NiP, fnatic, iBUYPOWER, dAT, HellRaisers, und Virtus.pro.
Aufgrund unvollständiger Daten lässt sich nur schwer herausfinden, wer wann und was raus gewählt hat. Doch aus 11 von 20 Matches ist zumindest folgendes ersichtlich: London Conspiracy, Dignitas und Titan scheinen alle drei nicht von Overpass und Cobble angetan zu sein und schmissen die Karten meist selbst aus dem Rennen. Nur Titan wählte neben Overpass auch stets Cache raus, das heißt, dass die Franzosen wohl prinzipiell nicht von Cobble abgeneigt gewesen wären. Durch das Ausscheiden ihrerseits werden wir das wohl nicht mehr erfahren. Von Schlössern fernhalten möchte sich auch Virtus.pro, denn ihr erster Veto ging in allen drei Matches auf Cobble.Das erste Mal
Premiere feierten beide Karten fast zeitgleich am Donnerstag Nachmittag in den Auftaktspielen der Gruppe C. Witzigerweise war diese Gruppe gänzlich von neuen Maps geprägt. Alle fünf Partien fanden entweder auf Cache, Overpass oder Cobble statt, auch wenn Cache natürlich nicht neu im professionellen Umfeld ist, dafür aber in Valves Mappool.
Gesamt gesehen wurde Overpass und Cobblestone jeweils drei Mal in der Gruppenphase gespielt und zählen somit zur Gruppe der meist gespielten Maps. Beide zeigen Auffälligkeiten in ihrer Balance, nämlich zugunsten der Counter-Terroristen. Mit 57,50 (OP) und 56,72 Prozent (CB) gingen die meisten Runden an die verteidigende Seite. Mit diesen Zahlen liegen beide nahezu exakt gleichauf mit den Klassikern Inferno und Mirage. Von großen Balancingschwierigkeiten kann also aktuell nicht die Rede sein, wenn auch natürlich erst wenig Daten erhoben wurden. Lässt man dATs Matches einmal weg, so waren die Begegnungen NiP-HR und VP-fnatic relativ ausgeglichen, es kam sogar zu einer Overtime.
Dem gegenüber steht das alt bekannte Nuke, worauf jede Begegnung dieses Events sehr einseitig war. 16:2, 16:1 und 16:1 lauteten dort die Endergebnisse. Ein Problem liegt also eher im fiktiven Harzer Atomkraftwerk vor, als auf irgendeiner anderen Spielwiese.
Eine weitere interessante Statistik ist die Wahrscheinlichkeit des Sieges, abhängig davon, auf welcher Seite man startet. Hierbei geben sich beide wieder nichts. Das Team, welches als CT startete, gewann zu 66,67 Prozent auch das Match. Hätte es Virtus.pro gegen fnatic in der regulären Spielzeit beendet, stünden auf Overpass sogar die 100 Prozent auf Seiten der Polizisten.
Was sagen die Spieler?
>Die Meinungen über die jüngsten Additionen sind in etwa so verschieden, wie die Farben der Ballons auf Overpass. Eine Gemeinsamkeit jedoch ist die Ansicht, Cobblestone habe zu viele Spots zum Verstecken. Alexey ‚ub1que‘ Polivanov drückt es im readmore.de-Interview so aus:
„Sie ist zu groß, sie ist zu sehr eine AWP Map. Sie hat so viele Spots, ich mag es generell nicht. Du musst mit fünf Smokes arbeiten, sonst hast du keine Chance, etwas zu machen, da du sonst weggesniped wirst. Es gibt einfach zu viele Winkel, die du nicht kontrollieren kannst. Du checkst einen, dann den Zweiten, wirfst eine Smoke auf den dritten und vierten und zack erwischt dich eine AWP von einer fünften Position.“
Also radikale Lösung schlägt er gleich den Austausch der Map mit Season vor, die schon in einigen Ligen und Turnieren zum Einsatz kam. GMX von Epsilon hingegen ist Cobble gegenüber schon positiver eingestellt, und meint:„Ich mag Cobblestone, aber es hat verdammt viele Ecken, wo du dich verstecken kannst, ganz besonders am B-Spot. Du musst ja rund 20 Minuten über die Map laufen, um auf den Spot zu kommen. Das war jetzt natürlich übertrieben, aber es ist eine echt gute Map. Etwas CT-lastig meiner Meinung nach.“
Overpass‘ einzigartiges und neues Design schlägt sich auch in den Ansichten der Spieler wieder. Da es keine vergleichbare Map in der Vergangenheit dazu gibt, fangen alle Teams bei Null an. GMX stellt sich simple Fragen wie „Wie viele Leute musst du nach B schicken, wann musst du smoken?“. Letztlich bringt es mit der Aussage „Du musst sie einfach spielen, um besser zu werden.“ auf den Punkt. Gut darauf wird man nur, wenn man Zeit investiert. Zeit, die die Profimannschaften vielleicht bis Köln nicht hatten, in Zukunft aber haben werden. Spannend bleibt dann nur, wie mit beiden Maps in Zukunft verfahren wird.
Wie haben euch die Matches auf Overpass und Cobblestone im Turnier gefallen? Machen sie Spaß zum Zuschauen? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

