Spätestens seit dem letzten Jahr hat sich der MOBA-Markt unter den Publishern extrem vergrößert. Die Aufmerksamkeit ist riesig und durch die wachsende Spielerzahl versucht jeder, mit seinen Ideen die Spieler zu locken. Ein vergleichbares Phänomen wie bei World of Warcraft. Das Problem damals und heute: Zu viele neue Ideen nerven die Community, es fehlt die Übersicht und die Lust, sich jedes Mal mit 50 Helden aufs Neue zu beschäftigen. Was also lohnt sich dann wirklich zu verfolgen?
Jeder Publisher beweihräuchert mittlerweile seinen Titel als Neuheit, etwas zukunftsweisendes. Viele haben durchaus innovative Ideen und könnten mit genug Geduld und Fleiß auch Kandidaten werden, welche man in Zukunft öfters sieht. Leider sind die meisten Eintagsfliegen auf der Suche nach dem schnellen Geld. Wirklich interessant wird es also entweder bei einem absoluten No-Name-Publisher oder eben den bekannten Größen.

Die Rückkehr von S2-Games
S2-Games passt zwar nicht wirklich in beide Sparten, jedoch ist die Firma in der MOBA-Szene mehr als bekannt. Heroes of Newerth ging damals fast gleichzeitig mit League of Legends in die Beta-Phase, zu einer Zeit in welcher der Hype sich erst langsam aufbaute. HoN selbst hat den Sprung nie wirklich geschafft, trotz einer bisher immer noch sehr treuen Community wurde das Spiel oft als zu schwer und viel zu einsteigerunfreundlich eingestuft. Der schlechte Ruf der Community kam auch noch dazu, sodass HoN sich nie wirklich in Szene setzen konnte.
Trotz der fantastischen Turniere wie der HoN Tour und dem stetigen Content, entschloss sich S2-Games letztes Jahr dazu, ein neues MOBA zu kreieren. Ein Nachfolger sollte es jedoch nicht werden, das Gegenteil also: Einsteigerfreundlich, bunt und sehr hohes Skillcap. Zusätzlich möchte man das neue Produkt mit innovativen Ideen würzen. Was herauskam ist ein interessantes Konzept mit neuen Ansätzen und leichter Orientierung am erfolgreichen League of Legends.
Die größten Neuerungen sind zum einen die Begleiter, oder auch Pets genannt. Jeder Held wählt vor dem Spiel einen solchen Begleiter aus, welcher unterschiedliche Funktionen ausübt, die man als passive Fähigkeit betrachten kann. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, seine Pets zu leveln. Ein höherer Level verstärkt die Skills und lässt das Tierchen wachsen. Zudem hat jeder Spieler die Möglichkeit, seine eigenen Ingame-Gegenstände herzustellen. Auch wenn man für das Schmieden entweder die Ingame-Währung oder Echtgeld nutzen kann: Sorgen um ein so genanntes Pay2Win braucht man nicht haben, denn starke Werte auf den Gegenständen treiben die Kosten für den Gegenstand im Spiel selbst drastisch in die Höhe. Wer Interesse an dem Titel hat, kann sich unter www.strife.de anmelden und sich ein eigenes Bild machen!

Kann EA die Kritiker überzeugen?
Ein AAA-Publisher mit einem MOBA in Entwicklung ist EA. Auch, wenn man im letzten Spielejahr viele negative Schlagzeilen gehabt hat, so ist das neue Spiel, Dawngate, von einem separaten Entwickler. Waystone Games heißt das eher unbekannte Studio, aber das muss ja nichts schlechtes heißen. Das Spiel selbst distanziert sich von der klassischen Trilane-Map und erweitert das Ganze mit eher unkonventionellen Objectives: Eine Two-Lane-Map mit einem sehr großen Jungle in der Mitte und außen herum. Zusätzlich befinden sich in den vier Ecken der Karte vier einnehmbare Punkte. Zu Beginn des Spiels besitzt jedes Team zwei davon. Erobert man einen für sein Team, dann erhält man von den Minions mehr Gold. Eine Art Domination, welche konstante Action verspricht.
Innovativ ist auch die Rollenverteilung: Anstatt nur einen Helden zu wählen, gibt es zusätzlich eine von vier Optionen, wie der Held gespielt werden kann z.B. als Carry oder Roamer. Das bietet durchaus mehr Abwechslung. Leider schießt sich EA selb ins Bein: Jeder Held hat im Vorhinein eine klar definierte Rolle wie z.B. Supporter. Eine wirkliche Wahl hat man also nicht. Ausprobieren konnte man Dawngate auf der gamescom aber auch von zu Hause aus. EA hat auf der gamescom erst die EU-Alpha Server angekündigt, was gerade die europäische Szene verzücken sollte.

Amerikas Superhelden
Als logische Folge des entstandenen Hypes um das Genre war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf die Idee kommt, Helden aus dem DC-Universum zu nutzen. Der Entwickler Turbine Studios hatte schon vor zwei Jahren begonnen, genau dieses Universum in ein MOBA zu konvertieren. Augenmerk soll aber nicht nur die jetzt schon riesige Auswahl an Helden sein, sondern auch die Möglichkeit, bekannte Schauplätze aus den Comics in Maps unterzubringen. Zurzeit gibt es schon drei unterschiedliche Karten: Gotham Divided, Coast City und Gotham Heights – Zwei Standard-ARTS-Karten, eine mit zwei Lanes und eine mit drei Lanes, zusätzlich noch eine Domination-Karte.
Sonst erinnert das Spiel sehr stark an League of Legends, gerade wegen den Artefakten und Superkräften (Summoner-Spells). Für den eSport interessant ist das Spiel schon seit über einem Jahr. Damals wurde schon ein Vertrag mit der MLG geschlossen und viele Amateurturniere in den USA waren die Folge. Wie der Hype in Europa ankommt, bleibt abzuwarten. Auf der gamescom war Infinite Crisis nun das zweite Jahr in Folge und man konnte selbst einen Eindruck gewinnen. Ansonsten bleibt wie immer die Möglichkeit, direkt über die offizielle Homepage einen Account zu erstellen.
Ein ARTS, das kein e-Sport sein will
Blizzard Dota war nicht möglich, Blizzard Allstars war nicht gut genug, also entschied man sich für Heroes of the Storm (kurz Heroes). Man kann es mit Humor nehmen oder sich seinen Teil denken, es war im Endeffekt ein typisches Blizzard-Szenario: „Wir haben eine Produktidee, aber so wie sie jetzt ist, gefällt sie uns absolut nicht! Also machen wir ALLES neu!“ Aus der ersten Ankündigung 2011 wurde also ein immer ein Soonish. Jetzt schreiben wir 2014, letztes Jahr kam die Ankündigung und seit einem halben Jahr existiert auch eine Alphaversion mit zusätzlichen europäischen Servern.
Heroes wurde von Blizzard nicht als eSport-Titel entwickelt. Man legt sehr viel Wert auf diese Äußerung, denn die Zielgruppe, welche man sich erhofft, sind die Einsteiger der Szene. Man distanziert sich sogar offiziell von der MOBA-Schiene bzw. ARTS und definiert sich als Hero-Brawler. Von den vier Titeln ist Heroes am weitesten in der Entwicklung. Auch wenn man sich noch als Alpha-Build bezeichnet, liegt das nicht am Inhalt, sondern an der Integration in das Battle.net. Das Spiel selbst rühmt sich natürlich mit der Auswahl ikonischer Helden wie z.B. Arthas oder Diablo. Ein Match dauert im Schnitt 20 Minuten, um so die Casual-Gamer zu locken und, um die Lernkurve niedrig zu halten.
Ein weiterer großer Zusatz sind die vier unterschiedlichen Karten, welche alle komplett unterschiedlich voneinander aufgebaut sind und einen Fokus auf Objectives und Teamkämpfen besitzen. Dadurch, dass Gegenstände gar nicht erst implementiert wurden und, dass man ein Team-Level integriert, verhindert man den Snowball-Effekt, wie man ihn von den zwei großen Vorbildern kennt. Blizzard nimmt sich noch viele Freiräume und probiert verschiedene Spielansätze wie z.B. ein Runensystem ähnlich dem von League of Legends. Jedoch wurde dieses schnell wieder entfernt, es passte einfach nicht zum aktuellen Spiel.
Zu funktionieren scheint aber das kopierte Währungs- und Heldensystem. Wie bei LoL gibt es eine wöchentliche Rotation an Helden, zusätzliche Helden müssen entweder mit der Ingame-Währung oder mit Echtgeld erworben werden. Das Gleiche gilt für Skins und Mounts, welche (fast) jedem Helden zur Verfügung stehen und den Ersatz für Boots darstellen. An einen Blizzard-Titel hat die Community natürlich hohe Ansprüche und diese gilt es letztlich zu befriedigen. Ob das am Ende so gelingt, wie Mike Morhain und co. sich das vorgestellt haben, bleibt abzuwarten.

Starke Ansage vom schwankenden deutschen Riesen
Das Studio von Crytek hatte vor gut einem Monat etwas überraschend sein hauseigenes ARTS vorgestellt: Arena of Fate. Neben einer wunderschönen Cryengine besitzt der Titel außerdem Kultfiguren aus Fantasiegeschichten, Fabeln und der tatsächlichen Historie. Im aktuellen Gameplaytrailer finden sich Helden wie z.B. Robin Hood, Nikola Tesla, Joan of Arc und Little Red Riding Hood.
Es braucht aber mehr als nur ein paar gut inszenierte Helden – AoF verspricht Non-Stop-Action dadurch, dass jedes Match auf 20 Minuten begrenzt wird. Das Team, welches zuerst zehn bzw. am Ende mehr Punkte als das Team besitzt, gewinnt. Solche Punkte bekommt man wiederum durch Ziele und Aufgaben auf der Karte, ob Jungle oder Tower wurde dabei noch nicht ganz ersichtlich. Seit dem Wochenende sind auch hier die Anmeldungen für die Beta offen und man sollte definitiv ein Auge darauf werfen, denn für einen so kurzen Gameplaytrailer war das schon mächtig.
