Bereits in der Gruppenphase der League of Legends-Weltmeisterschaft wurde SK Gaming eliminiert. Dass Riot mit gewissen Entscheidungen das Schicksal der Europäer bei diesem Turnier erschwerte, ist mit Blick auf die Rulings jedoch nicht zu bestreiten. readmore.de fasst die Strafen zusammen, welche der Publisher in letzter Zeit für LCS-Teams verhing.
Pech für SK Gaming
Als Dennis 'Svenskeren' Johnsen – Jungler bei SK Gaming – Mitte September auf dem taiwanesischen Server unterwegs war, gab er sich den Account-Namen ‚TaipeiChingChong‘. Neben diesem Namen, dem Riot eine rassistische Konnotation unterstellt, habe der Däne zu dieser Zeit zudem respektloses Verhalten an den Tag gelegt, für das er zuvor bereits Verwarnungen erhielt. Grund genug, den Jungler für die ersten drei Partien der Weltmeisterschaft zu suspendieren und zudem eine 2.500 US-Dollar-Strafe aufzuerlegen.
„9.2.4 Discrimination and Denigration.
Team Members may not offend the dignity or integrity of a country, private person or group of people through contemptuous, discriminatory or denigrating words or actions on account of race, skin color, ethnic, national or social origin, gender, language, religion, political opinion or any other opinion, financial status, birth or any other status, sexual orientation or any other reason.“
Dies war nicht der einzige Stein, der SK Gaming in den Weg gelegt wurde. Die Organisation rund um die deutschen Spieler Adrian 'CandyPanda' Wübbelmann und Christoph 'nRated' Seitz legte sich im März den ehemaligen Spieler Nicolaj ‚Incarnati0n‘ Jensen als Coach zu. Während der Leistungszuwachs der Jungs in blau-weiß unübersehbar war, erhielt SK Gaming auch Kritik für diesen Schachzug.
Grund dafür ist, dass Incarnati0n zuvor für DDOS’ing und das von Riot oft zitierte „toxische“ Verhalten einen lebenslangen Bann erhielt. Folglich war es dem Spieler nicht mehr möglich, an Wettkämpfen teilzunehmen – die Beteiligung als Coach stellte allerdings eine Grauzone dar.
Recht plötzlich wurde diese Handlungsweise Anfang September allerdings für die Weltmeisterschaft untersagt. Erstmalig sieht Riot die Coaches als Teil der Teams an, was zuvor vergebene Banns wirken lässt. Zudem kam auch die Ankündigung, dass diese Regellage für die kommende LCS bestehen bleibt.
„Currently the LCS doesn’t officially recognize team coaches, however, coaches will be officially recognized for Worlds. Permabanned players like Incarnation are disqualified from being officially recognized as a coach. During the split, Incarnation was given access to the LCS studio as a team guest, not an official team member.
As it relates to Worlds, we will be limiting Worlds stage, backstage, and practice room access to just official team members. Incarnation can attend Worlds just like any other player, but he will not have direct access to the team in the aforementioned areas.“
Resultat war, dass SK Gaming die Hälfte ihrer Spiele in der Gruppenphase mit Stand-In im Jungle zu spielen hatte und kein Coach für Unterstützung vor Ort sorgen konnte. Ob diese Faktoren angesichts der Konkurrenz einen Unterschied machten, ist allerdings noch eine andere Frage.
Fair Play
Weniger kontrovers als die zuvor genannten Fälle ist die Weise, mit der Riot die Teams Kimchi Dos Spicy und Kimchi 2 Spicy bestrafte. Die beiden Teams provozierten Aufeinandertreffen im Matchmaking, um kurz vor Schluss der Ranked-Ladder durch Match-Manipulation ein hohes Rating zu erhalten. KDS verbesserte so ihren Seed für die Challenger Series.
Es ist offensichtlich, dass derartige Unterfangen mit den Regeln der Challenger Series kollidieren, wobei Riot in der offiziellen Ankündigung insgesamt drei Paragraphen zitierte. Resultat der Aktion war, dass die zehn Spieler sowie die zwei Manager für die Challenger Series des kommenden Jahres gesperrt wurden.
Der Paragraph 9.1.1.2, welcher von Teams ihre bestmögliche Leistung verlangt, wurde bezüglich der Challenger Series ein weiteres Mal für ein Ruling einbezogen. Im Spiel gegen das Team GG Call Nash hat die Crew von H2k Gaming sich einen Scherz erlaubt. Bei einem sicheren Sieg zeigten die Spieler idiotische Item-Builds und leisteten sich Aktionen wie unnötige Flashes abseits der Fights. Riot setzte den Preis dafür auf 300 US-Dollar, welche dem Team als Strafe auferlegt wurden.
„The Challenger Series is about featuring high level play and showcasing the next generation of LCS players. We do not tolerate teams that blatantly disrespect their competitors and detract from the spirit of the game. We take violations of the goals of the Challenger Series and the Summoner’s Code very seriously and will continue to enforce them.“
Organisatorisches
Dass Manager genauso die Regeln zu befolgen haben, wie ihre Spieler, zeigte wohl das Ruling zu Michael ‚Odee‘ O’Dell. Nachdem der Inhaber des Teams Dignitas sich im Twitch-Chat von Summoning Insight vulgär äußerte und folgend Moderatoren die Zensur mit angedrohtem Blacklisting erschwerte, bestrafte Riot den Teamchef mit 1.000 US-Dollar Strafe.
Ähnliches erfuhr Andy ‚Reginald‘ Dinh, der als Manager von Team SoloMid am 20. Juli den Transfer von Lustboy gegenüber Riot bestätigte. Bevor der Publisher allerdings sein OK gab, machte TSM den Deal publik. Laut Riot seien LCS-Teams des Öfteren ermahnt worden, Spielerwechsel nicht vor Erhalten ihrer Spielerlaubnis für die LCS zu veröffentlichen. Dies kostete Dinh 2.000 US-Dollar.
Austin 'Link' Shin, Marcel 'dexter' Feldkamp, Yiliang 'Doublelift' Peng und Zaqueri 'Aphromoo' Black ließen sich Anfang August ebenfalls einen Fauxpas jeweils 1.250 US-Dollar kosten. Als die Jungs von Counter Logic Gaming zum Ende der LCS-Saison nach Korea reisten, um dort ein Bootcamp aufzuschlagen, bestand zunächst Unklarheit, auf welchen Accounts die Spieler trainieren sollten. Erst seien Konten für den Tournament Realm angedacht gewesen, später habe Riot Accounts für den normalen Spielserver gestellt.
Nichtsdestotrotz spielten die Spieler auf geliehenen Konten. Dies war das Vergehen, welches Riot anprangert, da Account-Sharing im Rahmen der Nutzungsbedingungen untersagt ist. Des Weiteren sind die vier Spieler nun auch zwei Jahre lang von Turnieren der KeSPA bzw. OGN gesperrt.
Was ist eure Meinung zu diesen Strafen? Haltet ihr die Beträge für angemessen und sollte wie beim Fall von SK Gaming die gesamte Crew unter den Fehltritten Einzelner leiden?