Eingefleischte StarCraft II-Fans erwarteten diese BlizzCon mit gemischten Gefühlen. Sollte es mit Legacy of the Void erneut eine eher lieblose und unbedeutende Expansion geben? Wer die bisherigen Geschehnisse der BlizzCon verfolgte, dürfte insofern erleichtert sein. Das Feedback der Community wurde offensichtlich angewandt. LotV wirkt wie ein neues Spiel und das ist es auch – der Titel soll als Stand-alone veröffentlicht werden.
Die Wirtschaft
Ehemalige Brood War-Spieler dürften von der Drei-Basen-Economy, welche wir in StarCraft II zur Zeit sehen, eher gelangweilt sein. Gut 60 Arbeiter auf drei Mineral Lines und sechs Geysiren ist nun seit 2010 das Nonplusultra. Der Mod StarBow versuchte dieses Problem anzugehen, indem die Arbeiter-AI so verändert wurde, dass mehr Worker pro Basis für Ineffizienz sorgen – Tester waren zum Großteil überzeugt.
David Kim hörte scheinbar zu, denn in diese Richtung entwickelt sich die Wirtschaft in Legacy of the Void. In Heart of the Swarm liegt das (unpraktische) Optimum bei 24 Mineral-Workern pro Basis. Diese Zahl wurde in der aktuellen Version von LotV auf 16 reduziert. Des Weiteren halten Mineral-Patches statt 1.500 nur noch 1.000 Mineralien für die Spieler bereit. Das Resultat: Mehr Expansionen. Genauere Details sind uns leider noch nicht bekannt. Es ist zum Beispiel denkbar, dass die Karten für Legacy of the Void in Folge dessen vielleicht eine größere Zahl an Expansionen bieten, da Tester angaben, sechs Basen bei 15 Minuten zu brauchen.
Einheiten
Am brisantesten sind wohl die Dinge, welche direkt aus den Wünschen der Fans entnommen wurden: Der Lurker kehrt zurück und Forcefields können fortan von Mid-Game-Einheiten der Zerg gebrochen werden. Warp-Gates sollen zudem von nun an auch Nachteile mit sich bringen.
Die drei Rassen wurden mit zahlreichen Mechaniken bereichert, wenn es um das Micro-Management geht. Ausnahmslos wirkt hier alles OP, was schon die Kommentatoren der gestrigen Showmatches feststellten. Natürlich haben wir noch mit vielen Veränderungen der Units zu rechnen. Alle Neuerungen sind im Detail in folgenden Videos zu finden:
Downtime und Zugänglichkeit
Um Phasen des Spiels zu entfernen, in denen man sich höchstens dem Aussenden eines Proxy-Arbeiters oder dem Worker-Stacken widmen kann, lässt Blizzard uns in Legacy of the Void mit zwölf Arbeitern starten. Von Anfang an ist man also auf den Mineralien fast vollkommen saturiert. Folge ist beispielsweise eine Expansion bei einer Minute. David Kim konnte noch keine sichere Auskunft darüber geben, ob dies eher One-Base-Play favorisiert.
Er gab auch zu, dass die vielen neuen Micro-Optionen sowie die Reduzierung von „Freizeit“ im Spiel dafür sorgen, dass das Skill-Cap in StarCraft II stark ansteigt – Brood War-Fans dürften feiern. Um das Spiel für Neulinge trotzdem zugänglich zu machen und auch eine legere Weise des Spielens zu erlauben, wurde der Archon-Mode vorgestellt. Das Konzept ähnelt dem der Arcade-Map „Macro Micro“. Zwei Spieler teilen sich eine Basis und Verfügen über Gebäude und Einheiten. Was passiert, wenn man hier vier Pros loslegen lässt, wollte uns Blizzard auch nicht entgehen lassen:
Des Weiteren sollen automatisierte Turniere den Alltag in StarCraft II wieder interessanter gestalten. Auch ein Coop-Modus, der Kampagnen-ähnlichen Missionen bietet, soll Casuals etwas bieten.
Seid ihr von den Änderungen so überzeugt, wie wir es sind? Kann dieser große Umschwung StarCraft II sowie dem RTS-Genre doch noch zu anhaltender Popularität im eSport verhelfen?