Am vergangenen Sonntag provozierte Axiom eSports stellvertretende Managerin Olivia Wong auf Twitter mit der Aussage, dass die koreanische StarCraft II-Szene von Wettbetrügern finanziert sei. Folgend klärte John ‚TotalBiscuit‘ Bain in einem Blog über die Lage auf, was nun auch die KeSPA zur Reaktion bewegte.
I enjoy my job/SC2, but this gaming community is worse than CS:GO's match fixing. The Korean scene is being funded by illegal betters.
— Olivia 'Olimoley' (@olimoley) 8. Februar 2015
Scheinbar sollen Wettbetrüger bereits seit einem halben Jahr Sponsoren von kleinen Online-Turnieren sein, wobei sie Unterstützung von koreanischen Spielern erhalten, so Wong. Blizzard sei bereits seit Langem über die Situation informiert, welche sich seitdem jedoch nicht besserte.
+ Die Informationen via Twitter
OlimoLeague does not and will not have a Korean stream. We won't accept KR caster applications due to illegal betting.
— OlimoLeague (@OlimoLeague) 7. Februar 2015
I enjoy my job/SC2, but this gaming community is worse than CS:GO's match fixing. The Korean scene is being funded by illegal betters.
— Olivia 'Olimoley' (@olimoley) 8. Februar 2015
How do you think so many small time streamers can afford/get KR SC2 players and $1k prize pools? Everything is handled by KR "sponsors"
— Olivia 'Olimoley' (@olimoley) 8. Februar 2015
And you know what? Blizzard has been informed of this several times. And there are certain KR players allegedly helping them. I know who U R
— Olivia 'Olimoley' (@olimoley) 8. Februar 2015
Is this magically supposed to get better when LOTV comes out? SC2 is a match-fixing, illegal betting playground. Congratulations.
— Olivia 'Olimoley' (@olimoley) 8. Februar 2015
There are so many people who try to do the right thing and can't get traction, then there are those accepting these KR sponsor.
— Olivia 'Olimoley' (@olimoley) 8. Februar 2015
@Steisjo Blizzard have been investigating, we were told NOT to name or release anything until Blizz had enough proof.
— Grant (@GrantSC2) 8. Februar 2015
Before we jump on the hate train for the event organizers, let's please note that they didn't necessarily know what was happening (cont.)
— Stefan Mott (@PengyTwitch) 8. Februar 2015
It's very likely that the better was posing as a translator, an admin, or some other tournament official
— Stefan Mott (@PengyTwitch) 8. Februar 2015
All proof was sent to @RLewisReports who will release the article
— Olivia 'Olimoley' (@olimoley) 8. Februar 2015
Dark vs. San
Nachdem Pinnacle Mitte Januar alle Wetten auf das Match zwischen Kang 'San' Cho Won und Park 'Dark' Ryung Woo für nichtig erklärte, rückte die Diskussion um Matchfixing nun auch in das Zentrum der StarCraft II-Szene. Statements seitens Pinnacle verwiesen auf verdächtiges Wettverhalten, wobei man allerdings keinen der Spieler des Wettbetrugs beschuldigen wollte. Nun erklärte TotalBiscuit, wie das Ganze auch ohne Involvierung der Spieler zustande gekommen sein könnte.
As a result all bets on this match have been voided. We apologise for the inconvenience this causes for anyone betting on this match in good faith, but hope you will appreciate that protecting the integrity of eSports is of paramount importance.
https://www.youtube.com/embed/GA0Qt6QCoPM
TotalBiscuits Blog
Laut dem Teamchef von Axiom verfügen die Wettbetrüger über verschiedene Maschen, um an Informationen zu gelangen, die sie auf Wettseiten mit Vorteilen darstehen lassen: Zum Einen sollen Spieler mit einer Vielzahl von Anfragen zum Matchfixing belästigt worden sein. TotalBiscuit nennt das Beispiel von MMA, welcher aufgrund der Flut von Wettbetrügern, die mit ihm Kontakt aufnahmen, seinen Facebook-Account aufgab.
Die zweite Vorgehensweise der Betrüger sei es, in die Spiel-Lobby selbst zu gelangen, indem sie sich als Caster, Admin oder Übersetzer ausgeben – ein Weg, um vor dem Match-Start auf dem Livestream bevorzugende Informationen zu sammeln.
Des Weiteren soll es in Korea eine große Zahl an kleineren Turnieren geben, welche ihre Sponsoren nicht verkünden. Hierbei handle es sich um Wettbetrüger oder Komplizen von jenen, die die Informationen aus dem Spiel auf Wett-Seiten nutzen, noch bevor die Wetten auf das Match geschlossen werden. Im Falle der kleineren Online-Turnier halte TotalBiscuit auch das Matchfixing mit Mitwisserschaft der Spieler für plausibel, da der Profit das Preisgeld des Öfteren überwiegen dürfte.
Sein Lösungsansatz ist, dass Spieler sowie Zuschauer darauf bestehen sollten, dass Sponsoren der Turniere transparent gehalten werden. Er weist jedoch auch darauf hin, dass sich das Ganze im koreanischen Untergrund abspiele, weshalb es schwer zu stoppen sei.
KeSPA reagiert
Die KeSPA reagierte auf dies, indem sie Spielern die Teilnahme an verdächtigen Turnieren untersagt. Diese Regulierung seitens der koreanischen eSport-Gesellschaft findet wie bereits im Herbst letzten Jahres, als KeSPA-Spielern die Anreise zur chinesischen WEC untersagt wurde, polarisierendes Feedback.
Für Viele dürfte diese Begebenheit ein bitteres Déjà-vu darstellen. Mitte 2010 wurde ein Wettskandal publik, in den zahlreiche Brood War-Koryphäen verwickelt waren – am bekanntesten hierbei Ma Jae 'sAviOr' Yoon. Die Beteiligten erhielten einen lebenslangen Bann von Ligen der KeSPA und verloren alle ihre Titel.
Sollten die Ermittlungen seitens der KeSPA, Blizzards oder der Exekutive in Korea nähere Details ans Licht bringen, so sind von der Föderation wohl gleichartige Bestrafungen zu erwarten. Hierbei liegt der Vergleich zu Valves Vorgehen nahe, denn der CS:GO-Entwickler sperrte vor kurzem einige Spieler, welche Wettbetrug begangen, für lediglich ein Jahr.