Vor allem für Elements war der gestrige Spieltag der League of Legends Championship Series Europe eine bittere Pille: Gegen H2k-Gaming zeigten Martin 'Rekkles' Larsson und co. eine blamable Leistung, welche in einer eindeutigen Niederlage mündete. Hierbei stellt sich die Frage, wo genau die Fehlerquellen liegen und was die Organisation dagegen tun kann.
Die Kritik an den Europameistern, welche mit der Akquisition von Rekkles eigentlich das mit Abstand beste Team Europas hätten werden sollen, ist nach der gestrigen Partie groß. Nach rund 30 Minuten bezwangen die Underdogs von H2k das Team, wobei die Partie von den Kommentatoren als „Stomp“ bezeichnet wurde. Somit fing sich Elements die dritte Niederlage der Saison ein, was den Abstand zu Fnatic, die den zweiten Platz der Tabelle halten, vergrößerte.
Es wird immer wieder klar, wie schlecht die Kommunikation des ehemaligen Alliance-Rosters wirkt. Das beste Beispiel wurde während der gestrigen Übertragung gezeigt, als die Kommentatoren den entscheidenden Fight zwischen SK Gaming und Elements in der vergangenen Woche Revue passieren ließen: Wiederholt warnte der deutsche Supporter Patrick 'Nyph' Funke seinen Jungler vor dem Engagement hinter den Linien der gegnerischen T2-Turrets – Ilyas 'Shook' Hartsema wollte jedoch nicht hören und leitete so den fatalen Team-Fight ein. Mike 'Wickd' Petersen verwickelte sich außerdem im Rahmen des aktuellen Splits des Öfteren in Aktionen, welche kaum im Sinne des restlichen Teams waren.
Dabei handelt es sich um ein Problem, welches für ex-Alliance eigentlich sehr befremdlich sein dürfte. Im vergangenen Jahr war das Team für ihr solides Mid- und Late-Game bekannt, in dem derartige Ausreißer des Top-Laners sowie des Junglers undenkbar gewesen wären.
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Abseits dessen stellten gestern vor allem die Top- sowie die Bot-Lane die größten Schwachpunkte der amtierenden Europameister dar. Elements Star-ADC Rekkles beharrte auf seiner charakteristischen passiven Spielweise, nachdem Raymond 'kaSing' Tsang das Lane-Match-Up zu dominieren wusste und H2k einen Vorsprung besaß. Resultat war praktisch das ideale Anti-Rekkles-Statement: Der Schwede besaß auf seinem Lieblingschampion Graves zum Ende des Spiels eine KDA von 0/0/1.
Viele sehen auch in Martin ‚PusH‘ Mogensen, dem Coach von Elements, eine Fehlerquelle. Eigentlich sollten die Pick/Bann-Phasen mit der Hilfe von Coaches in dieser Saison einfacher von Statten gehen und doch produzierte Elements eine Komposition, die sich schwer gut reden lässt: Obwohl Ahri auf dem Patch 5.2 schlicht als overpowered beschrieben werden kann, hat man sich seitens Elements nicht um den Champion besorgt und ihn Ryu als First-Pick überlassen. Des Weiteren erstellte man eine Aufstellung mit Lulu und Janna, ohne in Rekkles einen effizienten Hyper-Carry zu besitzen.
Auch die Atmosphäre des Teams dürfte inzwischen stark unter den schlechten Darbietungen leiden. Vor knapp zwei Wochen machte der neue AD-Carry des Teams bereits seinen Unmut bezüglich seines neuen Heims publik. Rekkles sprach davon, dass er sowohl von der Organisation, als auch von den Spielern enttäuscht sei.
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Allmählich hat man sich die Frage zu stellen, welche Konsequenzen die schwachen Auftritte von Elements bald haben werden. Offensichtlich sind vor allem drei Schwachstellen des Teams: Wickd und Shook, welche oftmals nicht im Sinne des Teams zu handeln wirken sowie der Coach, welcher bei Pick/Bann-Phasen und der ineffizienten Kommunikation zwischen den Spielern bisher keine Fortschritte präsentieren kann.
Denkt man direkt an die Option von Transfers, so hat man zu beachten, dass Riot das Abwerben von Spielern untersagt. Für die Rolle des Top-Laners drängen sich folglich nicht viele Namen aus der europäischen Szene auf, die nicht bereits Teil eines Teams sind. Verfügbar wären unter anderem Eugene 'Darien' Mazaev und Kevin 'Kev1n' Rubiszewski, jedoch wäre ihr Einzug ins Roster wohl kaum ein Upgrade. Im Jungle könnte man sich mit Marcel 'dexter' Feldkamp, Alvar 'Araneae' Martin oder Lauri 'Cyanide' Happonen bereichern.
Dass Rekkles und Henrik 'Froggen' Hansen sich als Farm-Monster definieren, welche in der Regel keine Comeback-Plays initiieren, dürfte die Identität des Teams darstellen – ein Faktor, den man seitens Elements wohl kaum berühren möchte.